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09.01.1998 - 

Wer zur Konkurrenz möchte, soll kräftig zahlen

Telekom plant Gebühren für wechselwillige Anwender

Die große Freiheit im Telekommunikationsmarkt kommt wechselwillige Privatanwender teuer zu stehen. Wie von Telekom-Chef Ron Sommer versprochen, überraschte der Carrier die Telefonkunden zum neuen Jahr mit einem "wahren Preisfeuerwerk": Wer künftig seine Ferngespräche fest über einen der neuen Anbieter abwickeln will (Pre-Selection-Verfahren), soll der Telekom eine einmalige Bearbeitungsgebühr von rund 95 Mark bezahlen. Darüber hinaus bittet der Ex-Monopolist auch Kunden zur Kasse, die beim Wechsel zu einem anderen Carrier ihre alte Telefonnummer behalten wollen. Aufgrund des hohen technischen Aufwands, so der Bonner Marktführer, sei hierfür eine Gebühr in Höhe von 53 Mark erforderlich. Nach Angaben der Telekom ist diese Aufwandsentschädigung nicht genehmigungspflichtig.

Gegen die neuen Gebühren haben die Telekom-Konkurrenten Otelo und Mannesmann Arcor bereits bei der Regulierungsbehörde Einspruch eingelegt und ein Eilverfahren verlangt. Laut Mannesmann Arcor weichen die vom Bonner Carrier verlangten Preise nämlich stark von den internationalen Gepflogenheiten ab - hier seien im Schnitt vier bis fünf Mark üblich. Die Regulierungsbehörde, die als Nachfolgerin des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation die Tarife der Telekom genehmigt, bestätigt zwar grundsätzlich das Recht der Bonner, die entstehenden Kosten an den Kunden weiterzugeben. Zur Zeit prüfe man aber noch, ob die angepeilten Gebühren den tatsächlichen Kosten entsprechen.

Telekom-Finanzchef Joachim Kröske wehrte sich im ZDF scharf gegen die Kritik aus Medien und Politik, "bei den Gebühren handle es sich um einen Wegezoll für Wechselwillige, der frei ausgewürfelt sei". Wer die Leistungen der Telekom nutze, um über andere Anbieter zu telefonieren, müsse auch die Kosten tragen, dazu sei der Konzern schon alleine im Interesse der treuen Kunden verpflichtet. Zur Klärung der Angelegenheit will Klaus-Dieter Scheurle, der Chef der Regulierungsbehörde, die Konkurrenten an den runden Tisch bitten.

Mit welchem Nachdruck die Telekom ihre Klientel bei der Stange halten will, zeigt auch ein anderes Beispiel: Der Carrier unterband per einstweiliger Verfügung eine Werbekampagne des Konkurrenten Talkline. Dieser hatte mit Spots wie "mehr Telefonieren fürs Geld" oder "01050 - die Sparwahl" um die Telekom-Kunden geworben. Die Werbeaussagen erwecken nach Meinung der Telekom den falschen Eindruck, daß jedes Telefonat via Talkline billiger sei als beim Ex-Monopolisten. Talkline will die Gerichtsentscheidung anfechten.

Zum neuen Jahr bescherte die Telekom ihren Kunden aber nicht nur innovative Gebühren. Seit 1. Januar können Anwender den Einzelverbindungsnachweis, der bislang 19 Mark kostete, kostenfrei beziehen.