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17.03.1995

Telekom startet Foerderprogramm fuer kleine Geschaefts- und Privatkunden ISDN: Vom Mauerbluemchen zur vielbefahrenen Datenautobahn

BONN/HANNOVER (CW) - Lange Zeit musste die Telekom Hohn und Spott ertragen, wenn es um ihr nationales Prestigeobjekt ISDN ging. Heute ist dies bekanntlich anders: Aus dem drohenden Rohrkrepierer von einst ist die immer mehr Abnehmer findende und im Zuge von Euro-ISDN auch paneuropaeisch gewordene Datenautobahn entstanden. Verfuegbar und preisguenstig heisst daher mehr denn je die Devise im Zusammenhang mit ISDN, unterstuetzt durch ein neues Foerderprogramm.

In der Tat war das digitale Netz des ehemaligen Bonner Postunternehmens in den Augen vieler Experten zunaechst weder Fisch noch Fleisch; fuer die einen quasi ein Telefonnetz de Luxe, ungeeignet zur Datenuebertragung, fuer die anderen schlichtweg unnoetig und zu teuer. Hinzu kamen strategische Fehler bei der Markteinfuehrung, oder, wie manche Zeitgenossen heute sagen, es fehlten ganz einfach die Anwendungen.

Doch im Zeitalter von Video- und PC-Conferencing sind ploetzlich die bis dato fehlenden Applikationen da, fuer die Bandbreiten von 64 Kbit/s aufwaerts benoetigt (und bezahlt) werden. "Die stark gestiegene Nachfrage nach ISDN-Anschluessen hat die urspruenglichen Prognosen bei weitem uebertroffen. Mit gegenwaertig rund zwei Millionen verkauften B-Kanaelen nimmt die Deutsche Telekom unangefochten die weltweite Spitzenposition ein", hiess es nun selbstbewusst in einer CeBIT-Erklaerung des Bonner Carriers. Bereits vor drei Wochen nahm Gerd Tenzer, Telekom-Vorstand Technik Netze, zur strategischen Bedeutung von ISDN Stellung:

"Wir bauen diese Datenautobahn, um die man uns selbst in den USA, dem Mutterland der Information-Highways, beneidet, mit grossem Nachdruck bundesweit aus".

Nun muss es nicht gleich Neid sein, aber auch in der Neuen Welt beginnt sich schon seit laengerem so etwas wie eine ISDN- Renaissance abzuzeichnen - gerade oder vor allem, weil man auch dort nach all der Infobahn-Euphorie auf der Suche nach bezahlbarer Bandbreite ist. Doch zurueck zum ISDN-Welt(markt)- fuehrer Telekom: Allein bis Ende 1994 erhoehte sich die Zahl der Basisanschluesse (mit je zwei B-Kanaelen) auf ueber 500000 und die der Primaermultiplex-Anschluesse (mit je 30 B-Kanaelen) auf mehr als 27500. Gleichzeitig steht laut Telekom seit Mai 1994 das im Dezember 1993 eingefuehrte Euro-ISDN ueberall dort zur Verfuegung, wo auch ein nationaler ISDN-Anschluss bereitgestellt wird. Damit hat Deutschland zumindest im europaeischen Vergleich eindeutig die Spitzenposition vor Frankreich inne.

Damit die europaeische Datenautobahn in Zukunft auch vermehrt von Mittelklasse- und Kleinwagen befahren wird, hat die Telekom anlaesslich der CeBIT ein neues ISDN-Foerderprogramm fuer, wie es heisst, kleine Geschaefts- und Privatkunden angekuendigt. Allen Anwendern, die in der Zeit zwischen dem 8. Maerz 1995 und dem 31. Maerz 1996 eine ISDN-Endeinrichtung zur Anschaltung von Mehrgeraeteanschluessen des Euro-ISDN neu erwerben und gleichzeitig einen Euro-ISDN-Mehrgeraeteanschluss neu beantragen, erhalten eine einmalige Gutschrift auf ihrem Fernmeldekonto. Die Zuschuesse betragen pro neu erworbener ISDN-Endeinrichtung 300 Mark. TK- Anlagen, die an Mehrgeraeteanschluesse angeschaltet werden koennen, werden mit 700 Mark bezuschusst. Die Telekom erwartet sich von dieser Foerdermassnahme einen weiteren Absatzboom bei ISDN- Basisanschluessen. Juengste Prognosen gehen hier, wie es in Telekom- Kreisen heisst, von 1,5 Millionen bis Ende 1996 aus. Schon zur CeBIT '96 wollen die Bonner jedenfalls die Marke von einer Million verkaufter ISDN-Basisanschluesse erreichen.