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11.08.2000 - 

Angebliches Interesse an Infostrada

Telekom steht in Italien im Telefongeschäft außen vor

MÜNCHEN (CW) - Der Deutschen Telekom AG schwimmen in Italien die Felle davon. Nach dem erzwungenen Rückzug aus der Allianz Wind hat der deutsche Carrier nun den Einstieg in das UMTS-Konsortium Andala verpasst. Den Zuschlag erhielt Hutchison Whampoa.

Telekom-Chef Ron Sommer hat zur Zeit keine Glückssträhne. Erst die Kritik am hohen Kaufpreis von 106 Milliarden Mark für den amerikanischen Mobilfunker Voicestream, dann der weitere Kurssturz der T-Aktie und nun eine erneute Pleite in Bella Italia - Sommer scheint besonders jenseits des Brenners das Pech an den Füßen zu kleben.

Erinnern wir uns: 1998 hatte die Telekom zusammen mit dem damaligen Partner France Télécom und dem Energieversorger Enel das Konsortium Wind gegründet, mit dem Ziel, sowohl Festnetz- als auch Mobilfunkdienste anzubieten. Doch vergangenes Jahr machten die Deutschen in Italien eine Kehrtwende und versuchten einen Zusammenschluss mit der Telecom Italia. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, weil Olivetti die feindliche Übernahme des italienischen TK-Konzerns gelang. Über das Ausscheren der Telekom waren wiederum die Wind-Partner Enel und France Télécom so erbost, dass es zum Bruch mit den Deutschen kam. Nach Rechtsstreitigkeiten zog die Telekom im Juli dieses Jahres endgültig einen Schlussstrich unter Wind.

Damit sind die Bonner im lukrativen italienischen Markt allerdings sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkgeschäft außen vor. Italien als weißen Fleck kann sich die Telekom angesichts der dortigen 35 Millionen Handy-Nutzer und der eigenen Ambitionen im internationalen Mobilfunkmarkt aber nicht leisten.

Die UMTS-Post geht ohne die Telekom abSommer versuchte deshalb, sich in das Konsortium Andala einzukaufen, das von dem italienischen TK-Unternehmen Tiscali kontrolliert wird. An der Allianz ist auch der ehemalige Telecom-Italia-Chef Franco Bernabe mit fünf Prozent beteiligt. Bernabe konnte für seinen Freund Sommer, der ihm letztes Jahr als so genannter weißer Ritter gegen Olivetti zu Hilfe kommen wollte, offenbar kein wirksames gutes Wort einlegen. Die Entscheidung fiel nämlich gegen die Telekom für Hutchison Whampoa aus Hongkong.

Die Telekom steht damit in Italien weiter mit leeren Händen da. Dabei drängt die Zeit, denn die Bieter für die fünf UMTS-Lizenzen müssen ihre Teilnahmeunterlagen bis zum 24. August schriftlich einreichen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Telekom jetzt noch in einem anderen Bieterkonsortium unterkommt. In Italien wird die UMTS-Post daher ohne die Bonner abgehen, da mit einem Alleingang der Deutschen als Bieter kaum zu rechnen ist.

Ganz scheint sich Sommer in Italien aber noch nicht geschlagen geben zu wollen. Derzeit kursieren Gerüchte, wonach die Telekom Interesse am Festnetzbetreiber Infostrada haben soll. Die ehemalige Mannesmann-Tochter ist durch die Übernahme der Düsseldorfer in das Eigentum von Vodafone übergegangen. Ein Verkauf ist aber nicht ausgeschlossen: Vodafone-Chef Chris Gent hat nie einen Hehl aus seinem Desinteresse am Festnetzgeschäft gemacht. Eigentlich sollte Infostrada im Herbst ausgegliedert und an die Börse gebracht werden. Wenn der Preis stimmt, wird sich Gent aber bestimmt gerne schon im Vorfeld trennen. Die Telekom wollte Spekulationen über ein Interesse an Infostrada nicht kommentieren.