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11.09.2006

Telekom-Umbau schlägt hohe Wellen

Bereitet T-Systems einen größeren Personalabbau vor?

Die Deutsche Telekom plant in ihrer IT-Dienstleistungstochter T-Systems möglicherweise in größerem Stil Entlassungen. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die sich dabei auf Aussagen von Lothar Schröder stützt. Er sitzt für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Telekom-Aufsichtsrat. Schröder sagte, T-Systems-Chef Lothar Pauly verschärfe den Kurs gegenüber der Belegschaft: "In dieser Sparte werden erkennbar betriebsbedingte Kündigungen vorbereitet."

Bei T-Systems hieß es indes, wie im gesamten Konzern gebe es auch in der Geschäftskundensparte großzügige Angebote für ein freiwilliges Ausscheiden. Bevor betriebsbedingte Kündigungen in Frage kämen, wolle man andere Mittel wie etwa eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit diskutieren. In den laufenden Tarifverhandlungen werde darüber in der Tat "nachgedacht".

Unterdessen ist die Telekom weiter wegen ihres angekündigten Management-Umbaus in den Schlagzeilen. Der unter Druck geratene Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke hatte am Monatsbeginn einen Siebenpunkteplan veröffentlicht, mit dem die Telekom bis 2010 zum ertragsstärksten Carrier in Europa aufsteigen soll. Fortsetzung auf Seite 4

Ferner wurde bekannt, dass die Bonner insgesamt fünf Milliarden Euro einsparen wollen - vor allem im Vertrieb, in der Verwaltung und in der Informationstechnik.

Ricke mit gutem Beispiel voran

Ricke selbst will dazu in Zukunft den Markenauftritt und die Werbebudgets des Unternehmens persönlich steuern. Eine wichtigere Rolle soll außerdem Mobilfunkchef René Obermann zufallen: Offiziell war ihm die Verantwortung für die rund 500 T-Punkt-Shops übertragen worden, doch wie die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" berichtet, wird Obermann de facto der neue Vertriebschef des Gesamtkonzerns mit Verantwortung für den Direktvertrieb und sämtliche anderen Kanäle. Damit dürfte die Position von T-Com-Chef Walter Raizner weiter geschwächt werden: Er wird angesichts der großen Probleme im Festnetzgeschäft viele Entscheidungen nur noch in Abstimmung mit dem Mobilfunk-Boss treffen können. Wie das Wirtschaftsblatt aus Insiderkreisen erfahren hat, wird Obermann eine Vertriebsmannschaft aus T-Com- und T-Mobile-Mitarbeitern zusammenstellen. Die Telekom selbst hat sich dazu - abgesehen von der Bemerkung, dass man "Teamwork" pflegen werde - nicht geäußert.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück leidet unterdessen unter dem Verfall der T-Aktie. Sein Ministerium denkt darüber nach, mit dem Verkauf weiterer Anteile an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) so lange zu warten, bis sich der Kurs wieder erholt hat. Die Staatsbank KfW übernimmt immer wieder Anteile vom Bund, um sie dann an der Börse weiterzuveräußern. Steinbrück hatte in diesem Jahr Privatisierungserlöse von 6,6 Milliarden Euro angepeilt - ein Großteil davon dürfte nun nicht in der Staatskasse landen. Angesichts der zusätzlichen Steuereinnahmen, die der Bund aufgrund der soliden Wirtschaftslage in diesem Jahr erwartet, kann dieser Ausfall aber verschmerzt werden. (hv)