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08.05.1992 - 

Geplantes Joint-venture mit DEC bei TK-Mehrwertdiensten

Telekom und France Telecom begraben ihre Syncordia-Pläne

08.05.1992

MÜNCHEN (gh) - Die seit Monaten stagnierenden Verhandlungen über eine Beteiligung der deutschen Telekom und France Telecom an der Outsourcing-Company und BT-Tochter Syncordia sind gescheitert. Während die Briten nun noch auf erfolgreich verlaufende Gespräche mit der japanischen Nippon Telegraph and Telephone Corporation (NTT) hoffen, hält man beim Bonner Carrier bereits Ausschau nach anderen Beteiligungsobjekten.

Telekom-Sprecher Klaus Czerwinski bestätigte gegenüber der COMPUTERWOCHE den aus deutschen BT-Kreisen bekanntgewordenen Ausstieg aus den Syncordia-Verhandlungen. Der Grund für das endgültige Scheitern der Gespräche sei, so Czerwinski, die Tatsache gewesen, "daß die drei beteiligten Gesellschaften ihre unterschiedlichen Traditionen und Zielsetzungen nicht unter einen Hut bekommen haben". Umstritten war insbesondere eine direkte Beteiligung der französischen PTT am Syncordia-Projekt, gegen die sich die Briten bis zuletzt vehement gewehrt hatten. Gleichwohl war dieser Zankapfel Czerwinski zufolge letztlich nicht der Knackpunkt in den Verhandlungen.

Bedarfslücken für Mehrwertdienste

Ebenfalls dementiert wurden von Czerwinski Mutmaßungen, daß die nicht zustande gekommene Einigung mit den Briten im Zusammenhang mit ebenfalls bekanntgewordenen Plänen für ein Joint-venture mit der France Telecom und Digital Equipment (DEC) stehe.

Das Projekt mit dem Arbeitstitel "Eurolog" wurde bereits Ende 1991 initiiert, lange bevor, so Czerwinski, "ein Ergebnis der Syncordia-Gespräche absehbar war". Das Konzept von Eurolog ziele darüber hinaus in eine völlig andere Richtung und orientiere sich, wie der Telekom-Sprecher aus den Planungsunterlagen zitierte, "an Bedarfslücken für TK-Mehrwertdienste im Transportwesen".

Relativ zurückhaltend kommentierte Rolf Bastian, Manager Marketing Communications bei der BT (Deutschland) GmbH, das Ende des Verhandlungsmarathons mit der Telekom und der France Telecom. Es gab, wie der BT-Verantwortliche im Gespräch mit der CW einräumte, "durchaus gute Argumente für eine Beteiligung beider Gesellschaften".

Sein Unternehmen habe zugleich aber immer betont, "daß wir Syncordia notfalls auch allein im Mark etablieren können". Im übrigen gebe es noch Gespräche mit NTT, von denen man zum jetzigen Stadium davon ausgehen könne, "daß diese in absehbarer Zeit erfolgreich abgeschlossen werden können".

Kein Anlaß zur Hektik sieht man auch bei der Telekom in puncto internationaler Beteiligungen, vor allem deshalb, weil noch entsprechende Angebote der US-amerikanischen TK-Giganten AT&T und MCI im Raum stehen. Das vornehmlich für ein Engagement bei Syncordia mit der France Telecom gegründete Joint-venture Eunetcom wird dem Vernehmen nach wie geplant an den Start gehen und, wie Telekom-Sprecher Czerwinski es formulierte, "die ihm gesteckten Ziele verfolgen" - nämlich den Markt sondieren und Ausschau nach weiteren Beteiligungsmöglichkeiten halten.