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30.03.1990 - 

Verband der Postbenutzer setzt auf Flächendeckung

Telekom: Untemehmen begegnen ISDN vorerst noch mit Skepsis

HANNOVER (pg) - Ein leidenschaftliches Plädoyer für ISDN haben die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion des Verbands der Postbenutzer e. V. auf der CeBIT '90 abgegeben. Trotzdem wurde mit Kritik am ISDN-Netz der Deutschen Bundespost Telekom nicht gespart.

"Die Akzeptanz von ISDN war Ende 1988 katastrophal", sagte Wilhelm Hübner, Vorsitzender des Verbands der Postbenutzer, bei der Veranstaltung auf der Messe in Hannover. Allerdings, so Hübner, werde mit der Anbindung von 442 Ortssystemen an das ISDN-Netz bis Ende 1990 die Bereitschaft bei Unternehmen zunehmen, in das Telekom-Netz einzusteigen.

Als größte Hypothek des digitalen Netzes sieht auch Jörg Müller, Geschäftsführer des bayerischen Telekommunikations-Zentrums e. V. , die derzeit noch kritische Einstellung vieler gegenüber ISDN. Alle Teilnehmer gaben sich jedoch optimistisch, daß bei ISDN der Schneeball-Effekt eintreten werde, sobald eine ausreichende Zahl von Unternehmen den Standard akzeptiert haben und Geschäftspartner sich gegenseitig zu ISDN animieren.

Die Zielgruppe für ISDN schlechthin sehen alle Teilnehmer im Mittelstand. Dabei seien, so Müller, weniger die technischen Merkmale interessant, sondern vielmehr die wirtschaftlichen Aspekte. Eine Analyse des Vereins habe ergeben, daß 80 Prozent der Unternehmen finanziell von ISDN Profitieren würden. Den Mittelstand gezielt anzusprechen sei jetzt Aufgabe einer Marketing-Strategie, weil Unternehmen unter 500 Mitarbeitern in der Regel über keine eigenen Experten für Telekommunikation verfügen.

Auch die Deutsche Bundespost Telekom sieht mittlerweile im Gewerbe die potentiellen ISDN-Kunden. Dazu Volker Fink, bei der Generaldirektion Telekom für ISDN-Koordinierung zuständig: "ISDN ist ein Netz, das zunächst nicht auf den privaten Nutzer zielt, sondern primär auf den gewerblichen. " Bis 1995 rechnet die Telekom laut Fink mit

300 000 bis 500 000 Anschlüssen in der Bundesrepublik. Dabei, so der ISDN-Experte der Post, verkaufe sich der Primärmultiplex-Anschluß von selbst, insbesondere dann, wenn ab 1993 die Flächendeckung von ISDN in der Bundesrepublik erreicht sei.

Nicht zu unterschätzen ist nach Ansicht der ISDN-Fachleute der Kostenaspekt für Unternehmer, die Multiplexanschlüsse anstelle von Nebenstellenanlagen einsetzen. AIlerdings müsse sich das Produktangebot noch deutlich verbessern, um mit ISDN in Konkurrenz zu den TK-Anlagen treten zu können.