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03.08.1990 - 

DFS Kopernikus 2 kann Ausbau des Telefonnetzes nicht ersetzen

Telekom weitet TK-Dienste via Satellit auf die DDR aus

BONN (CW) - Nicht nur für Hörfunk und Fernsehen, sondern auch für Telekommunikations-Dienste will die Deutsche Bundespost Telekom DFS Kopernikus 2 nutzen. Mit dem neuen Fernmeldesatelliten soll vor allem das Defizit der TK-Infrastruktur in der DDR gemindert werden.

Ein Jahr nach dem Start von DFS Kopernikus 1 ist vergangene Woche mit der europäischen Trägerrakete Ariane das zweite Modell gleichen Typs erfolgreich von Kourou in Französisch-Guayana gestartet worden. Wenn das Satelliten-Betriebszentrum der Telekom in Usingen bei Frankfurt in wenigen Wochen die Steuerung des Flugkörpers übernimmt, soll davon in erster Linie die Telekommunikation der DDR profitieren. Dazu Telekom-Vorstandsmitglied Gerd Tenzer: "Dieser Satellitenstart gewinnt besondere Bedeutung vor dem Hintergrund des Zusammengehens beider Teile Deutschlands und der damit verbundenen Notwendigkeit der Verbesserung der Telekommunikations-lnfrastruktur in der DDR."

Durch den Trabanten sei, so Tenzer, trotz der vorherrschenden mangelhaften terrestrischen Infrastruktur kurzfristig eine Versorgung des Nachbarlandes mit modernen TK-Dienstleistungen möglich. So soll sich die Zahl der bisher über DFS 1 geschalteten Fernsprechleitungen zwischen Berlin und dem Bundesgebiet mit DFS 2 von 900 auf 1800 verdoppeln. Überhaupt wird künftig der gesamte orbitale Telefon- und Datenverkehr zwischen der Bundesrepublik und der DDR über Kopernikus 2 abgewickelt.

In das Aufgabengebiet des Satelliten fällt dann auch der "Dasat"-Dienst der Telekom, der zur schnellen Übertragung von Daten via Weltraum angeboten wird. Mit Hilfe von vier Transpodern soll dieser Service durch DFS 2 künftig auch in der DDR Anwender finden. In der Bundesrepublik wurde von der Post bereits ein Wählnetz für Dasat mit 32 Stationen aufgebaut.

Als weiteren Satellitendienst nimmt der gelbe Riese den "Diva"-Service in sein DFS-2Programm auf. Diva steht für direkte Verbindungen über Ausnahmehauptanschlüsse und erlaubt die Schaltung fester Leitungsverbindungen zwischen Standorten in der Bundesrepublik und der DDR. Dadurch wird an jedem Ort die Schaffung einer größeren Anzahl von Telefonleitungen oder Nebenstellenanlagen möglich.

Insbesondere im Zusammenhang mit einer raschen und erfolgreichen Entwicklung der DDR-Wirtschaft wies Tenzer auf die kommunikative Bedeutung von Kopernikus 2 hin. Die Telekom erwäge sogar, so das Vorstandsmitglied, den bereits fertiggestellten dritten Satelliten der Kopernikus-Reihe zu starten, um weitere Kapazitäten zu schaffen und die beiden bisher in der Erdumlaufbahn kreisenden Flugkörper abzusichern. Tenzer betonte aber auch, daß der Ausbau des Telefonnetzes in der DDR, insbesondere der privaten Anschlüsse, durch das Satellitenprogramm der Bundespost nicht ersetzt werden könne.