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09.01.2007

Telekom-Wettbewerber fühlen sich abgehängt

Sie befürchten, dass die Begünstigung der geplanten VDSL-Infrastruktur eine Remonopolisierung des TK-Marktes einleiten könnte.

Unter den Telekom-Konkurrenten, sonst immer zu einem Scharmützel mit dem Bonner Ex-Monopolisten bereit, grassiert die Angst. Sie befürchten, dass die Regulierungsferien - wie sie das neue Telekommunikationsgesetz (TKG) in Paragraf 9a für den VDSL-Ausbau der Telekom vorsieht - ein Ende der TK-Liberalisierung einleiten könnte.

Nach diesen Sonderregeln muss die Telekom ihre neue VDSL-Infrastruktur, die sie in 50 Städten aufbauen will, vorerst nicht für die Konkurrenz öffnen. Für Deutschland entwickeln sich die Telekom-Regulierungsferien immer mehr zum außenpolitischen Problem. Gerüchten zufolge überlegen die Vereinigten Staaten, ob sie gegen diese Sonderbehandlung der Telekom vor der Welthandelsorganisation WTO klagen.

EU bereitet Verfahren gegen Deutschland vor

Schon weiter im Entscheidungsprozess ist die EU in Brüssel. EU-Komissarin Viviane Reding - von Beginn an eine entschiedene Gegnerin der Regulierungsferien für die Telekom - hat eigenen Angaben zufolge bereits den Schriftsatz zur förmlichen Eröffnung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen die Bundesrepublik Deutschland fertig gestellt. Lediglich das Datum müsse noch eingetragen werden, so zitieren Medien die Kommissarin. Dies soll geschehen, sobald das neue TKG im deutschen Amtsblatt veröffentlicht wird und damit Rechtskraft erlangt.

Alternative Betreiber befürchten Konkurrenz für ADSL2+

Vordergründig geht es bei dem Streit zwar nur um die VDSL-Struktur der Telekom, über die neue Dienste wie Internet-Fernsehen (IPTV) offeriert werden. Langfristig könnten die Regulierungsferien jedoch die Erfolge von zehn Jahren TK-Liberalisierung gefährden. So befürchten die Wettbewerber, dass die Telekom nach der Anlaufphase womöglich Internet-Dienste mit Geschwindigkeiten von 25 beziehungsweise 50 Mbit/s nur geringfügig teurer vermarktet als die ADSL2+-Angebote der Konkurrenz. Die alternativen Anbieter wären dann nicht mehr wettbewerbsfähig.

Viel graviererende Folgen für den deutschen TK-Markt könnte jedoch eine andere Entwicklung im Zusammenhang mit dem VDSL-Ausbau haben: Wenn die Telekom ihr VDSL-Netz aufgebaut und im Backbone Sprache und Daten auf ein einheitliches IP-Netz migriert hat, dann benötigt der Carrier seine Hauptverteiler - im Umgangsjargon auch als Ortsvermittlungsstellen bezeichnet - nicht mehr. Die Bonner könnten schließlich ihren Verkehr über die neue Infrastruktur abwickeln, zu der sie den Wettbewerbern laut TKG keinen Zugang einräumen müssten. Genau über diese Hauptverteiler sind aber derzeit die Netze der Telekom-Konkurrenten zusammengeschaltet. Auf diese Zusammenschaltung sind die alternativen Anbieter ferner angewiesen, um die letzte Meile zum Kunden per angemieteter Telekom-Leitung zu überbrücken.

Diese befürchten nun, dass sie dann die Kosten für die Hauptverteiler alleine tragen müssen und sich der Mietpreis für die letzte Meile entsprechend verteuert. Dahin gehende Überlegungen sind in Telekom-Kreisen bereits zu hören. (hi)