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26.03.1993 - 

Konkurrent Mannesmann soll in die Schranken gewiesen werden

Telekom will Ausgliederung des Mobilfunks in die Tat umsetzen

Telekom-Sprecher Klaus Czerwinksi bestaetigte gegenueber der COMPUTERWOCHE Agenturmeldungen, wonach die Verantwortlichen des Bonner Carriers mit der Neustrukturierung die Voraussetzungen fuer eine schlagkraeftigere Unternehmenseinheit schaffen wollen, um der Konkurrenz durch den privaten D2-Anbieter Mannesmann Mobilfunk GmbH besser begegnen zu koennen. Dies ist, wie Insider mutmassen, auch dringend erforderlich, gilt es doch inzwischen als ausgemacht, dass die erste Runde in dem mit viel Marketing-Aufwand betriebenen Prestigeduell an den Duesseldorfer Newcomer ging. Waehrend die Telekom bis dato lediglich knapp 100 000 D1-Teilnehmer verzeichnen kann, funken inoffiziellen Angaben zufolge bereits mehr als 150 000 Teilnehmer im Netz der Mannesmaenner.

Integraler Bestandteil des Konzerns Telekom

Damit sich dies aendert, soll - die Zustimmung des Bundesministeriums fuer Post und Telekommunikation vorausgesetzt - das Stammkapital der Telekom-Tochter zum 1. Januar 1994 von derzeit 300 Millionen Mark auf eine Milliarde Mark erhoeht werden. Aufgabe der Detemobil mit Sitz in Bonn wird die Entwicklung, Vermarktung und der Betrieb aller Mobilfunkdienste sein.

Die aufgewertete Tochter bleibt jedoch, wie Telekom-Chef Helmut Ricke vor Journalisten in Bonn mitteilte, integraler Bestandteil des "Konzerns Telekom". Damit wies Ricke Spekulationen zurueck, dass die Ausgliederung des Mobilfunkgeschaefts eine erste Reaktion der Telekom auf die derzeit in einer Sackgasse steckenden Verhandlungen in Sachen Postreform II sei, der weitere Schritte folgen koennten.

Nach Angaben von Ricke sind die Auswirkungen auf die von der Umstrukturierung betroffenen Mitarbeiter gering. So sei vorgesehen, dass lediglich 3600 von ihnen in die neue Tochter ueberwechseln, davon befaenden sich wiederum rund 800 bereits heute in einem Arbeitsverhaeltnis mit der Detecon. Fuer die Beamten werde es zudem verschiedene "Ueberleitungsmodelle" hin zu privatrechtlichen Anstellungsvertraegen geben.

Heftig kritisiert wurde indes die Entscheidung des Telekom- Aufsichtsrates von der Deutschen Postgewerkschaft (DPG). Deren stellvertretender Vorsitzender Emil Bock bezeichnete in einer Presseerklaerung die geplante Teilprivatisierung als "rechtlich fragwuerdig, sachlich unbegruendet und insbesondere in Personalfragen schlecht vorbereitet". Seine Organisation ziehe, so Bock, juristische Schritte in Erwaegung, insbesondere weil die Ausgliederung des Mobilfunkgeschaefts auch in verfassungsrechtlicher Hinsicht "hoechst bedenklich" sei. So gehoert der Mobilfunk nach Auffassung der DPG zum "Kernbereich" des Fernmeldewesens, das durch Artikel 87 Grundgesetz vor jedweder Privatisierung geschuetzt sei.