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17.07.1981

Telekommunikation eine Managementaufgabe

Klaus Anzinger Mitglied der Deutschen Telecom e. V.

Wissen die Top-Manager eigentlich, wieviel Geld sie beziehungsweise ihre Unternehmen für die Telekommunikation ausgeben? Die Gesamtsumme wird in der Regel größer sein als jene der zentralen Datenverarbeitung. Vom Umfang her gehören zu diesen Kosten in jedem Fall die Hardwarekosten in Form von Miete, Abschreibung und Wartung für Nebenstellenanlagen (Telefon, Telex) und für Endgeräte (Fernschreiber, Telefonapparaturen, Telekopierer, alle Bildschirm- und Druckerterminals mit den dazugehörigen Steuereinheiten) sowie die Postgebühren für Telefon, Telegramm, Telex, Telefax, Datenfernübertragung und in naher Zukunft auch Teletex und Bildschirmtext. Da die traditionelle Briefpost in zunehmendem Maße durch die "Elektronische Post" substituiert wird, sollten die Portokosten zusätzlich berücksichtigt werden. Denn nahezu 60 Prozent der Geschäftspost dürfte sich nach Format und Inhalt für eine elektronische Übertragung eignen. Diese Marke kann höher oder tiefer liegen, je nachdem wie groß der Anteil an privaten Briefpartnern ist. Und der elektronische Brief ist bereits heute mit Telex (DIN A4) durchschnittlich 5,33 Mark billiger als die "gelbe" Post, wie Infratest ermittelt hat. Mit den neuen Diensten Teletex (Bürofernschreiben) und Telefax (Fernkopieren) werden neue Dimensionen hinsichtlich Geschwindigkeit Komfort und Sicherheit erreicht. Mit "Bildschirmtext" ist ein Medium entstanden, über das sogar dem Privatmann ein Zugang zu elektronisch gespeicherten Geschäftsinformationen gewährt werden kann. Die konkurrierenden Dateldienste der DBP sind für viele Benutzer nur schwer bewert- und durchschaubar. Unwissenheit in Rechts-, Gebühren- und Anwendungsfragen bei den verschiedenen Telekommunikationsformen dürfte häufig zu falschen Entscheidungen führen.

Doch wer in den Unternehmen soll, den wirtschaftlichen Einsatz aller Telekommunikationsmittel und -wege sicherstellen? Heute findet man meist getrennte Verantwortlichkeiten vor. Besser wäre eine Zusammenfassung der Kommunikationsformen Fernsprechen, Telex, Teletex, Telefax, Datenübertragung und Bildschirmtext, in einem Bereich auf der Ebene des Mittleren Managements.

Neue Berufsbilder werden entstehen. Der Aus- und Fortbildung wird speziell auf den Telekommunikationsgebieten eine verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet werden müssen, da sonst mit der technischen Evolution nicht mehr Schritt gehalten werden kann Die Folge wäre eine zunehmende Technikfeindlichkeit, die zudem die Akzeptanzbarrieren erhöht. Die Zusammenhänge zwischen Ausbildungsstand- und Akzeptanzbereitschaft sollen hier kurz erörtert werden. Demnach müßte damit gerechnet werden, daß bis zum Jahre 1990 mehr als 90 Prozent der Beschäftigten in einem Unternehmen vom Computer abhängig sein werden.

Ein Generationsproblem?

Bei Beibehaltung der heutigen Schulungsaktivitäten wäre dann lediglich mit einem Anteil von zirka zehn Prozent der Beschäftigten in den Fachabteilungen, die DV- und Kommunikationsgrundkenntnisse besitzen, zu rechnen. Die allgemeine Akzeptanzbereitschaft kann grundsätzlich nur dann wesentlich verbessert werden, wenn sich dieser Anteil vergrößern läßt.

Ein beachtliches Schulungspotential tut sich auf, das heute in erster Linie von den Unternehmen selbst bewältigt werden muß. Wenn man sich da allein auf die traditionelle Schulausbildung verlassen würde, bliebe es wohl ein Generationsproblem. Der technische Fortschritt mit den damit verbundenen Rationalisierungsmöglichkeiten ist jedoch wesentlich schneller. Wer soll in Ihrem Unternehmen dieses Rationalisierungspotential optimal ausschöpfen? Wer ist für Kosten und Nutzen Ihrer verschiedenen Telekommunikationsanwendungen verantwortlich?

Eine rechtzeitige Zusammenlegung der Techniken, also der Daten- und Textverarbeitung sowie der Telekommunikation, verhindert von vornherein eine strukturorganisatorische uneffiziente Einweg- und teure Dopellösungen.

Oberstes Ziel eines Unternehmens ist das "Überleben", also die Fähigkeit des Bestehens im Wettbewerb. Die vom Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) eingesetzte Kommission für den Ausbau des technischen Kommunikationssystems (KtK) stellte in einer Studie fest: "Der Wettbewerb auf den nationalen und internationalen Märkten richtet sich zunehmend auf die Frage, wer von einer wirtschaftlichen Entscheidung schneller und wirkungsvoller eingreift." Die Effizienz der Kommunikation und somit auch der Telekommunikation - müßte deshalb auch Gegenstand der Unternehmenszielsetzung sein.

Quelle: Medien-Information der Messe und Ausstellungs-Ges. m. b. H. Köln.