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13.10.1989 - 

Für die westlichen Industrieländer bald wichtiger als die Autoindustrie (Teil 2)

Telekommunikationsmarkt: Wettbewerb im Weltmaßstab

Unter den Industrienationen hat ein intensiver Wettstreit um die besten Ausgangspositionen auf den Märkten der Zukunftstechnologien eingesetzt. In Teil 2 des Artikels nun geht es um die Errichtung des "lntegrated Services Digital Network" (ISDN). Von diesem neuen Nervensystem der Industrieländer sind Vorteile nicht nur für die Großunternehmen, sondern auch für mittelständische Firmen und freie Berufe zu erwarten.

Die Vorzüge der Digitalisierung lassen sich nur mit einer entsprechenden Telekommunikations-Infrastruktur nutzen. Für das deutsche Netz im Wert von rund 100 Milliarden Mark sind Investitionen von mindestens der gleichen Höhe erforderIich, um Analog- durch Digitaltechnik, Einzelnetze durch integrierte Netze und Kupferkabel durch Glasfaser zu ersetzen. Japan steckt bereits heute rund sieben Milliarden Mark per annum in die Digitalisierung des Fernmeldenetzes, und AT&T schrieb im vergangenen Jahr seine gesamte analoge Netzausstattung - Buchwert etwa 6,7 Milliarden Dollar - auf einen Schlag ab, um bei der Digitalisierung freie Hand zu haben. Dabei geht es nicht zuletzt um die Errichtung des "lntegrated Services Digital Network" (ISDN), eines universellen diensteintegrierten digitalen Fernmeldenetzes.

ISDN ist seinem Ursprung nach ein europäisches Konzept; doch mittlerweile sind alle wichtigen Industrieländer dabei, universelle Digitalnetze für die Telekommunikation aufzubauen (Übersicht 1). Damit sind die Chancen einer weltweiten Durchsetzung gut. Die

gegenwärtig noch bestehenden Risiken (kein vollständig einheitlicher Standard sowie unsichere Gebührenpolitik) dürften angesichts der offenkundigen Vorteile des neuen Konzepts in den Hintergrund treten. ISDN erlaubt die Übermittlung aller Kommunikationsarten - Sprache, Texte, Daten und Bilder - mit der Geschwindigkeit von 64 000 Bit Pro Sekunde zum geistigen Telefontarif.

Für noch höhere Bitraten (von 64 kbit/s bis zu 34 Mbit/s), wie sie etwa bei der Bewegtbildübertragung inklusive High Definition TV (HDTV) erforderlich sind, ist das sogenannte Breitband-ISDN auf Glasfaserbasis konzipiert. Es soll Anfang der 90er Jahre schrittweise eingeführt werden und gestattet infolge hoher Übertragungsgeschwindigkeiten den kostengünstigen Transport größerer Informationsmengen. Spätestens dann werden Informationstechnik, Kommunikationstechnik und Bürotechnik endgültig eine Einheit bilden.

Die Deutsche Bundespost hat dem ISDN-System 10 bis 15 Prozent ihres rund 45 Milliarden Mark betragenden Investitionsbudgets für die Digitalisierung bis Mitte der 90er Jahre vorbehalten. Ziel ist es, bis 1993 eine "Quasi-Flächendeckung" mit ISDN, das heißt aber keine hundertprozentige Anbindung aller Interessenten, zu erreichen. Auf europäischer Ebene werden die Investitionen für ein länderübergreifendes ISDN-Netz auf rund 300 Milliarden Mark veranschlagt. Dann wird es jedem Teilnehmer möglich sein, bis zu acht verschiedene Endgeräte (zum Beispiel Fernsprecher, Bildschirmtelefon, Btx, Telefax, PC) an einen einzigen ISDN-Basisanschluß anzuschließen und zu gleichen Nutzungsgebühren zu betreiben. Möglich sind dann auch sogenannte Multifunktionsgeräte, mit denen die bestehenden und neuen Dienste wie Bildtelefon, Fernzeichnen, Festbildübermittlung, Bewegtbildübertragung über eine Teilnehmernummer und mit einem Gerät empfangen beziehungsweise gesendet werden können.

Im gegenwärtigen Entwicklungsstadium bestehen für die Hersteller von Endgeräten jedoch noch große Probleme, die künftig erforderlichen Geräte zu konzipieren und zu erstellen, weil die Schnittstellen am Netzzugang nicht international genormt sind. Dies verhindert die Produktion kostengünstiger Großserien. Zumindest in Europa sollen jedoch von 1992 an gleiche Standards gelten; erst im März dieses Jahres einigten sich 18 von 27 europäischen Postverwaltungen auf einen einzigen ISDN-Standard.

Wenn man im Hinblick auf die vollständige Angleichung der Normen zuversichtlich ist und weiter annimmt, daß die Tarife für ISDN-Nutzer günstig gestaltet werden (in der Bundesrepublik eventuell ein Einstiegstarif unterhalb der geplanten Grundgebühr von 74 Mark pro Monat) und sich ein "Zugpferd" finden läßt (vielleicht Faxgeräte), sind durch ISDN große Impulse für die Telekommunikation, sowohl im Geräte- als auch im Dienstbereich, zu erwarten.

In Verbindung mit der Deregulierung, insbesondere aber infolge fortschreitender Systemintegration (das heißt durch die gemeinsame Nutzung des Netzes und der Geräte mit Sprache, Texten, Daten und Bildern) werden neue Endgeräte auf den Markt kommen. Sie werden vielseitiger, durch Produktion großer Serien preiswerter und ermöglichen neue Dienste. Erfahrungen in den USA, Großbritannien und Japan zeigen, daß im Zuge einer Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte eine Vielzahl von "Value Added Network Services" entstehen, die über die Standardleistung der Informationsübertragung hinaus mit Computerhilfe zusätzliche Wertschöpfung erbringen (zum Beispiel die Verarbeitung und Speicherung von Informationen). Derartige Dienste reichen von Firmeninformationsnetzen (zum Beispiel Hotelbuchungssystemen), internationalen Auskunftssystemen, elektronischen Briefkästen (Mailbox), Alarmmeldesystemen über telefonische Komfortdienste wie Wahlerleichterungen, Anrufweiterleitung, Rundsenden bis zu Spezialdiensten für einen engen Kundenkreis.

Eine stark expandierende Nachfrage steht bei den Datenbanken zu erwarten. Angesichts des wachsenden Informationsbedarfs im kommenden Binnenmarkt ist ein effektiver Datenbankservice für Unternehmen unerläßlich. In der Bundesrepublik besteht hier noch Nachholbedarf. Erst fünf Prozent aller mittelständischen Unternehmen nutzen elektronische Datenbanken zur Informationsbeschaffung. Der Markt für derartige Leistungen dürfte in den nächsten Jahren um etwa ein Drittel per annum expandieren.

Gegenwärtig erzielen Online-Datenbanken weltweit Gesamtumsätze von gut 12 Milliarden Mark. In der Bundesrepublik sind es erst 60 Millionen Mark, das heißt weniger als ein Prozent. Der deutsche Anteil am Weltsozialprodukt beträgt dagegen knapp sieben Prozent, am Welthandel gut zehn Prozent. Will man im Dienstleistungsbereich, insbesondere im Finanzmarkt, Anteile gewinnen, so ist eine Ausweitung der Datenbankleistungen unumgänglich.

Auf mittlere Sicht werden auch kräftige Impulse von home banking, home shopping sowie home working ausgehen. Voraussetzung derartiger Tätigkeiten ist ein preiswertes Angebot von Telekommunikationseinrichtungen. Die Möglichkeit, in den heimischen vier Wänden Einkäufe zu tätigen oder Bankdienste in Anspruch zu nehmen beziehungsweise Büroarbeitsplätze aus den Zentralen auszulagern, dürfte zu einer erheblichen Ausweitung der Telekommunikation führen. Die zunehmende Telearbeit begünstigt den Trend zur Selbständigkeit; die "neuen Selbständigen" können zum Beispiel als Subunternehmer oder als freie Mitarbeiter mit Werkverträgen tätig sein. Ein wichtiges Anwendungsgebiet für moderne Teletechnik ist ferner das Point Sale-Banking, bei dem in den Läden über Kreditkarten ohne Zahlungsvordruck direkt bezahlt werden kann.

Zwar dürften auf der einen Seite von den neuen Telekommunikationstechniken Großunternehmen mit ihrem breiten Informationsbedarf profitieren - wie etwa bei den Cash-Management-Systemen der Banken. Mindestens ebenso hoch sind jedoch die Vorteile für mittelständische Firmen und freie Berufe zu veranschlagen.

Mit dem Übergang von mono- zu multifunktionalen Endgeräten reduzieren sich die Anschaffungskosten erheblich. Die sinkende Nutzungsschwelle begünstigt in starkem Maße kleinere Unternehmen, für die bislang derartige Telekommunikationsleistungen zu teuer waren. Das gilt vor allem für Dienstleistungsbereiche, die einen hohen Kommunikationsbedarf haben wie Handelsunternehmen, Hotels, Reisebüros, Werkstätten, Vertreter, Steuerberater, Architekten und andere mehr. Hinzu kommt, daß viele Funktionen von normalen Personal Computern abgedeckt werden können; es bedarf lediglich geringfügiger Ergänzungen mit speziellen Zusatzeinrichtungen. Personal Computer sind somit immer mehr als intelligente Endgeräte einzusetzen.

Ein wachsender Anteil des gesamten Marktvolumens des Kommunikations- und Informationssektors entfällt auf Software, die sich zu einem Schlüsselbereich der Elektrotechnik entwickelt. Die meisten Anbieter von Software sind kleine und mittlere Unternehmen, die dank ihrer hohen Flexibilität in der Lage sind, sich schnell auf wechselnde Kundenwünsche einzustellen. Somit zählen auch auf der Angebotsseite mittelständische Firmen zu den Begünstigten dieser Entwicklung.

Der Markt für Vermittlungstechnik ist der wichtigste Teilmarkt der Fernmeldegeräteindustrie. Gut 50 Prozent der gesamten Geräteproduktion in der EG entfallen heute auf Vermittlungseinrichtungen, 37 Prozent auf öffentliche und 15 Prozent auf

private Schaltzentralen. Im Zuge des Übergangs von der Analog- auf die Digitaltechnik könnte sich diese Relation sogar noch erhöhen. Die Deutsche Bundespost plant, bis zum Jahre 2000 alle Fernvermittlungsstellen (zirka 470) und bis zum Jahre 2020 auch alle OrtsvermittIungsstellen (zirka 6200) von analoger Elektromechanik auf digitale Elektronik umzurüsten. Der internationale Vergleich zeigt, daß in vielen Ländern die Digitalisierung schon weiter fortgeschritten ist.

Digitale Vermittlungsstellen sind das Herzstück moderner Fernmeldenetze. Der Entwicklungsaufwand von rund zwei Milliarden Mark pro System entfällt zu 50 bis 80 Prozent auf Software; er amortisiert sich derzeit nur bei einem Weltmarktanteil von mindestens 10 Prozent (so jedenfalls Schätzungen von Industrie-Experten). In Westeuropa könnten folglich maximal drei Systeme wirtschaftlich betrieben werden (Abbildung 2); statt dessen sind es - wie erwähnt - elf.

Die Folge sind erhebliche Mehrkosten. In der Bundesrepublik und Italien liegen die Preise für Schaltzentralen um etwa 100 Prozent über dem Weltmarktniveau, in Frankreich und Großbritannien immerhin noch um zirka 40 bis 50 Prozent. In der EG lassen sich rund Milliarden Mark einsparen, wenn die Normen für "switch boards" angeglichen und die öffentlichen Beschaffungsnuancen liberalisiert werden.

Auf Unternehmensebene ist der Kampf um Marktanteile (Übersicht 3) bereits voll entbrannt: Die französische CGE übernahm die europäischen Telekom-Aktivitäten der ITT (heute Alcatel N.V.); Siemens hat Rolm von IBM übernommen und ist dabei zusammen mit GEC Plessey zu übernehmen, AT&T kooperiert mit Philips und Italtel; Bosch steigt bei Jeumont-Schneider, Northern Telecom bei STC und Ericsson bei CGCT ein. Ziel dieser Allianzen sind die economies of scale des global player, die bei der nächsten Generation von VermittIungssystemen allenfalls drei oder vier europäische Unternehmensgruppen erreichen dürften.

Fernmeldeendgeräte wie Telefon, Telekopierer und Fernschreiber kommen in der EG auf einen Anteil am gesamten Markt für Telekommunikationsgeräte von knapp einem Viertel (Tabelle). Wenn dieser wichtige Bereich bis Ende 1990 vollständig dem Wettbewerb geöffnet wird, kann ein gemeinsamer EG-Endgerätemarkt entstehen. Voraussetzung hierfür sind EG-weit gültige Normen und/oder die gegenseitige Anerkennung von Gerätezulassungen durch die Mitgliedstaaten. Wegen der Fertigung größerer Serien und aufgrund härteren Wettbewerbs sind Preissenkungen bis zu einem Fünftel zu erwarten.

Die Belebung in Europa kommt recht spät, denn insbesondere bei Endgeräten für private Nutzer liegt die europäische Industrie hinter den asiatischen Anbietern weit zurück. Dies gilt vor allem für Komforttelefone und Anrufbeantworter. Zu einem ausgesprochenen Renner entwickeln sich Telefax-Geräte, die in den kommenden Jahren jährliche Zuwachsraten von 30 Prozent realisieren dürften. Aber auch Bildschirmtext (Btx) setzt sich nicht nur in Frankreich (mit 4,4 Mio Teilnehmern), sondern zunehmend auch in der Bundesrepublik durch. So sind hier viele Versandhäuser mit ihren Sammelbestellern über Btx verbunden, und 60 Prozent aller Reisebüros arbeiten mit Bildschirmtext.

Dieser Trend könnte sich verstärken, wenn im betrieblichen Bereich mehr als bisher Personal Computer als Btx-Terminals verwendet werden. Überhaupt scheint die sich abzeichnende Konvergenz zwischen Fernmeldeendgeräten und Computern neue Anwendungsdimensionen zu eröffnen.

Die gesamte Produktion von Fernmeldeausrüstungen (einschließlich Endgeräten) zu konstanten Preisen dürfte bis Mitte der neunziger Jahre in der EG um etwa 5 Prozent per annum wachsen. Diese Schätzung steckt jedoch eher die Untergrenze der möglichen Entwicklungen ab, da aufgrund der zu erwartenden Preissenkungen zusätzliche Nachfrage induziert wird. Überdurchschnittliche Zuwächse zwischen fünf und sieben Prozent sind in Spanien (Nachholeffekt), in der Bundesrepublik und in Großbritannien zu erwarten, etwas niedrigere Raten (um 4 Prozent) in Italien und Frankreich. Schneller als die Fertigung wird in Europa die Nachfrage expandieren. Davon profitieren insbesondere Anbieter aus dem asiatischen Raum, deren Produktion folglich stärker wachsen wird als der Binnenabsatz.

Der Markt für Mobilfunk gilt als einer der am stärksten wachsenden Teilmärkte der Telekommunikation. In Europa soll sich bis 1996 die Zahl der Autotelefone und der sogenannten Handhelds (tragbare Telefone im Taschenformat) nahezu verzehnfachen - von jetzt 950 000 auf gut 9 Millionen. Zur gleichen Zeit werden in Japan - auch ähnlichen Steigerungsraten wie in Europa - rund 4,5 Millionen Mobiltelefone zugelassen sein.

Mobile Telefonate von Norwegen bis Sizilien

Ein weiterer Nachfrageschub wird für Anfang der 90er Jahre erwartet, wenn das herkömmliche Analognetz digitalisiert wird und durch Einführung der Zellulartechnik eine Mehrfachnutzung der knappen Frequenzen möglich wird. In Europa haben sich 16 Postverwaltungen auf die Errichtung eines paneuropäischen Zellularnetzes geeinigt, das ab 1992 mobile Telefonate zwischen Sizilien und Norwegen gestatten soll.

ln nahezu allen Ländern sind mehrere Netzbetreiber beim Mobilfunk geplant oder bereits zugelassen. Auch in der Bundesrepublik wurde - mit Blick auf die positiven Erfahrungen in Großbritannien - neben dem Postnetz ein zweites Mobilfunknetz in privater Hand beschlossen. Um die Lizenz bewerben sich derzeit mehrere hochkarätige Unternehmenskonsortien sowie rund 40 Einzelfirmen. Die Investitionen werden pro Netz auf rund 2,5 Milliarden Mark veranschlagt.

Autotelefone sind gegenwärtig in Großbritannien (fast 50 auf 1000 Einwohner) und Schweden (22) viel stärker verbreitet als in der Bundesrepublik (1,4). Das dürfte sich jedoch ändern, wenn der Preis für ein Mobiltelefon - wie erwartet - von zur Zeit etwa 10 000 auf 2000 Mark Mitte der 90er Jahre sinken wird.

Auch die monatliche Grundgebühr von derzeit 120 Mark dürfte im Wettbewerb nicht lange Bestand haben.

100 Jahre hat das Telefon gebraucht, bis es zum Massenkommunikationsmittel wurde. 60 Jahre erforderte die Errichtung eines flächendeckenden Hörfunknetzes. Nur 20 Jahre wird dagegen ISDN benötigen, um zum neuen "Nervensystem" der Industrienationen zu werden. Die immer kürzere Zeit bis zur Marktdurchdringung, die immer schnellere Abfolge von Innovationen bringen erhebliche Dynamik, aber auch entsprechende Risiken in die Märkte für Telekommunikation. Kapitalintensive Technologien wie etwa die digitale Vermittlungstechnik fördern Konzentrationstendenzen. Amerikanischen Schätzungen zufolge werden von den derzeit rund 20 großen Unternehmen der Fernmeldetechnik längerfristig nur etwa sechs überleben. Auf der anderen Seite begünstigen die zunehmende Tendenz zur Verringerung der Fertigungstiefe (outsourcing), die drastische Verbesserung des Preis/Leistungsverhältnisses und die Evolution der Mehrwertdienste mittelständische Unternehmen und Selbständige. Ein großer Teil des sich abzeichnenden Gründungsbooms ist auf die dynamische Entwicklung bei Mehrwertdiensten - dem expansivsten Sektor der Telekommunikation - zurückzuführen. Die Unternehmenstruktur der Fernmeldeindustrie wird sich also massiv verändern. Es gibt sowohl Konzentrations- als auch Dekonzentrationsprozesse. Unser Wissen verdoppelt sich gegenwärtig alle sieben Jahre,

doch ohne ein Mehr an Information werden wir es nicht nutzen können. Unsere Arbeitswelt ändert sich rapide, doch ohne eine Intensivierung des Informationsflusses lassen sich die Chancen flexibler Fertigung und flexibler Arbeitszeiten nicht voll ausschöpfen. Information wird in zunehmendem Maße zum vierten Produktionsfaktor - neben Arbeit, Boden und Kapital.

* Hans-Joachim Frank ist Leiter des Branchenreferats, Ekkehard Seifert Mitarbeiter der Konjunkturabteilung bei der Volkswirtschaftfichen Abteilung der Deutschen Bank in Frankfurt. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Deutsche Bank Bulletin 3/89".