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Stuttgarter konzipierten neue Kongreßmesse mit hohem Anspruch:


15.07.1983 - 

Telematica will alles auf 8000 Quadratmetern

STUTTGART (bi) - Bildschirmtext und Kabelkommunikation sind die Schwerpunktthemen und Hauptpräsentationsbereiche der neugeschaffenen Kongreßmesse "Telematica". Stattfinden wird sie vom 18. bis 21. Juni 1984 in der Messe Stuttgart. Auf zirka 8000 Quadratmetern soll die Fachveranstaltung (mit einem Publikumstag) abrollen. Schätzungen über Ausstellerzahlen sind noch "hochspekulativ", wie Walter Gehring, Geschäftsführer der Messe- und Kongreß-GmbH, auf einer Pressekonferenz im Gebäude des baden-württembergischen Landtages bekannte. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Wolfgang Kaiser, ideeller Träger ist die Neue Mediengesellschaft Ulm mbH.

Das von Ministerpräsident Lothar Späth angeregte und geförderte neue Messespektakel im "Zentrum der deutschen Telekommunikationsindustrie", so die Stuttgarter Veranstalter, hat ein vielversprechendes Konzept. Wie Michaela Voltenauer-Lagemann, die dafür als Organisationsbeauftragte mitverantwortlich zeichnet erläuterte, soll die Telematica "Anwendersituationen formulieren und demonstrieren", ferner der Entwicklung der zusammenwachsenden Netze und ihrer "Multifunktion" Rechnung tragen. Integrierender Bestandteil wird das Thema "Mikroelektronik" generell sein. Auch Videotechniken werden - zunächst im Hinblick auf ihre Speicherfähigkeit - einen Platz im Messeangebot finden.

Erklärtes Ziel der Telematica ist es, "Geschäftspartner zusammenzuführen". In dieses Konzept paßt auch der Plan, einen speziellen AV-Markt für Fernsehproduzenten zu arrangieren, ferner den "Rechtehandel" zu unterstützen. Vorbild ist eine entsprechende eingeführte Veranstaltung in Cannes. Das Konzept erscheint umfassend. Von bisherigen Messen und Kongressen haben die Stuttgarter jeweils passende Teile herausgelöst und wollen sie nun zu einem neuen Gebilde zusammensetzen. "Politisches Umfeld, Rechtsfragen, Zulassungsbedingungen, Beraterleistung Ideenbörse" sind weitere Themenkreise, die den Anspruch der Veranstalter deutlich werden lassen.

Frau Voltenauer-Lagemann grenzte die Telematica gegen die bisher den Messemarkt beherrschenden Fach- und Publikumsveranstaltungen wie folgt ab:

- "Auf der Hannover-Messe ist Kommunikation ein Bereich unter vielen, das macht die Orientierung für Newcomer schwierig.

- Auf der Orgatechnik ist die Bürokommunikation dominierend; Neue Medien haben dort keinen eigenständigen Markt.

- Die Internationale Funkausstellung ist ausgerichtet auf ein Plastiktütenpublikum hin, und das Thema Kommunikation wieder nur eines unter vielen.

- Die Systems ist eine reine Computermesse, die nur zögernd auf Kommunikation eingeht.

- Der Diebold-Kongreß ist schließlich speziell auf Bildschirmtext ausgerichtet; Elemente der Kabelkommunikation würden dort verwirren."

Direkt auf den Online-Kongreß, Düsseldorf, hin angesprochen, der einen ähnlichen Anspruch wie die Telematica vertritt, meinte Frau Voltenauer, die Themenverknüpfung "Endgeräte und Netze" sei dort nicht so erfolgt, wie sich die Anwender das gewünscht hätten.

Messefachleute geben der Telematica trotz starker Konkurrenz, zum Beispiel auch durch den Telecom-Kongreß, Köln, gute Chancen aufgrund ihres Standortes und der Förderung durch das Land Baden-Württemberg, das in seinem Engagement für Neue Medien als führend gilt. Außerdem findet gleichzeitig die Tagung Btx-Anbieter-Vereinigung in Stuttgart statt, die bereits 1982 allein 2000 Teilnehmer hatte.

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