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Neue Kommunikationstechniken im Büro:

Teletex - der Fernschreiber der 80er Jahre

14.11.1980

Jetzt wird es in der Bundesrepublik langsam ernst mit den modernen Kommunikationsteckniken der 80er Jahre, über die schon seit längerer Zeit in Fachkreisen eifrig diskutiert wird. "Unmittelbar vor dem Einzug in die Büros", so das Bonner Forschungsministerium, steht jetzt mit "Teletex" ein System kommunikationsfähiger Schreibmaschinen beziehungsweise Textautomaten, mit denen Briefe etc. nicht mehr nur geschrieben und, per Textspeicher, redigiert werden können, sondern die den Brief dann auch automatisch der entsprechenden Partner-Maschine im Büro des Empfängers zuleiten. Die Texte nehmen ihren Weg dabei über "IDN", das neue integrierte Fernschreib- und Datennetz der Post.

Na und, fragt da wohl so manchergibt's das nicht längst schon in Form des guten alten Fernschreibers? Im Prinzip ja, kann man antworten, aber Teletex leistet eben doch ein gut Stück mehr: Teletex bietet nämlich den vollen Zeichenvorrat der Schreibmaschine mit Groß- und Kleinschreibung sowie Sonderzeichen und rekonstruiert einen Brief auf der Empfangsstation fast exakt in der Form, in der er den Sender verläßt - also mit allen Absätzen, Einrückungen, Unterstreichungen etc. Und vor allem: Einen Text zu übertragen, geht bei Teletex rund 50mal schneller als mit dem guten alten Fernschreiber.

Ausdruck auf Kommando

Auch die Bedienung der Teletex-Stationen wird einfacher sein als der Umgang mit dem ratternden Fernschreiber,- versprechen die Väter des neuen Systems. Wenn die ersten Apparate etwa 1981 allgemein eingeführt werden, genügt es, über die Tastatur ein paar einfache Steuerbefehle und die Nummer des Empfängers einzutippen. Das Senden selbst läuft weitgehend automatisch ab, auch dann, wenn ein Text nacheinander verschiedenen Empfängern zugeschickt werden soll. Und während noch der eine Brief über den Draht geschickt wird, kann die Sekretärin bereits das nächste Schreiben zu tippen beginnen. Ebenso umgekehrt: Arbeitet man gerade an einem Text und läuft plötzlich ein Schreiben ein, so geht dieses zunächst in den Textspeicher der Maschine, ohne die laufende Arbeit zu stören. Ausgedruckt werden die eingegangenen Texte erst auf ein entsprechendes Kommando hin.

Kampf gegen Monotonie

Zur Zeit läuft bereits ein vom Forschungsministerium geförderter Feldversuch mit diesem neuen System, bei dem man unter anderem feststellen will, wie die Anwender mit den neuen Apparaten zurechtkommen, und an welchen Punkten das System etwa noch verbessert werden sollte. Dabei interessiert besonders, wie intensiv die neuen Möglichkeiten genutzt werden, wie stark sie die Arbeit im Büro zu beschleunigen vermögen und welche alten Kommunikationsformen die Hauptverlierer werden dürften: Wird man im Zeichen von Teletex in erster Linie weniger telephonieren, weniger Fernschreiben loslassen oder vor allem die herkömmlichen Briefe hintanstellen?

Interessant ist auch die Frage, welche neuen Arbeitsanforderungen durch die neuen Apparate auf die Anwender zukommen und ob die Hoffnung gerechtfertigt ist, Teletex werde

die Einrichtung dezentralisierter Mischarbeitsplätze begünstigen, also im Kampf gegen Monotonie, Zentralisierung und Spezialisierung eine Hilfe sein können.

Der kürzlich gestartete Feldversuch umfaßt ein Kommunikationsnetz von etwa 100 Einzelsystemen an 30 Standorten; beteiligt sind unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Versicherungen und Industrie. Neben den Teletex-Stationen wird dabei gleichzeitig auch der Einsatz von Fernkopierern einer kritischen Bewertung unterzogen.

-Egon Schmidt ist freier Fachjournalist in München.