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14.02.1975 - 

Umstrittener IBM-Freispruch:

Telex legt Berufung ein

DENVER - Die Entscheidung des Tenth Circuit Court of Appeals in der Revisionsverhandlung des Antitrust-Falles Telex gegen IBM ist for die wichtigsten Prozeßgegner der IBM kein Anlaß, ihre Antitrust-Klagen zurückzunehmen. Das Denver Revisionsgericht hatte IBM vom Vorwurf der Wettbewerbsbehinderung im Mixed Hardware-Markt freigesprochen und die Erstinstanz-Entscheidung aufgehoben, in der IBM zur Zahlung von 259,5 Millionen Dollar an die Telex Corp. verurteilt wurde.

Kein definierbarer Teilmarkt

Grundlage für diese Entscheidung war die Überzeugung des Gerichtes, daß es keinen speziellen, abgrenzbaren Markt für IBM-kompatible Peripheriegeräte gäbe. Solch ein Teilmarkt sei eine Fiktion, der die Erstinstanz erlegen sei, denn nach Zeugenaussagen wäre es relativ einfach für Peripherie-Hersteller, durch Interfaces ihre Geräte auch für den Anschluß an Nicht-lBM-Zentraleinheiten auszurüsten. Den Gesamt-Peripherie-Markt habe IBM gar nicht beherrschen können, es sei Telex's freie Entscheidung gewesen, sich auf Produkte für IBM-Zentraleinheiten zu spezialisieren und den Restmarkt zu vernachlässigen. Auf einem aus Sicht des Gerichtes gar nicht vorhandenen Markt habe IBM auch keine Monopol-Macht mißbrauchen können.

Eine Schlacht ist noch nicht der ganze Krieg

Telex begründete die Entscheidung nunmehr in die letzte Instanz vor den Supreme Court zu gehen: "Nur weil man eine Schlacht verloren hat, gibt man den Krieg nicht auf." Telex-Vice-Präsident, J. B. Bailey: "Es ist eine Schande, daß die Richter solch einen Fehler machten. Was soll's - IBM wäre sowieso in die nächste Instanz gegangen." Für den IBM-Prozeßgegner Sanders erklärte Rechtsanwalt J. Millimet: "Unser Fall ist viel weitgefaßter, als der von Telex . . . Es ist schier unglaublich, daß das Revisionsgericht tatsächlich meint, IBM verhalte sich systemkonform". Calcomp-Chairman, Lester, L. Kilpatrick, der die Kosten seiner Antitrust-Klage gegen IBM auf jährlich etwa 250 000 Dollar schätzt, wird deutlicher: "Dies Gericht wird meine Meinung über IBM nicht ändern. Die können mir doch nicht weismachen, es gäbe nicht, was wir täglich erleben. Wir fühlen IBM's Peitsche!

Eine seltsame Entscheidung

Memorex-Präsident, Robert C. Wilson, ist über das Urteil "enttäuscht", wird aber ebenfalls seine Klage gegen IBM weiterführen. Der Vorsitzende der Computer Industry Association (CIA), einer Vereinigung und Lobby von Peripherie- und Terminal-Herstellern, A. G. W. Biddle, berichtet, er wäre vom Urteil geschockt gewesen: "Es ist doch eine recht seltsame Entscheidung, wenn IBM selber in ihren vertraulichen Papieren den Markt für steckerkompatible Peripherie als eindeutig abgrenzbar bezeichnet."