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Bauknecht installierte Speicher-Vermittlungsanlage:

Telex verhilft zu billiger Kommunikation

10.10.1980

STUTTGART (rs) - Immer größer wurde der Aufwand für das Senden und Empfangen von Fernschreiben bei der Bauknecht GmbH. 1970 tat das Unternehmen mit der Installation von Telexvorlochgeräten einen ersten Schritt in Richtung Rationalisierung des Fernschreibwesens. Abteilungsleiter Karl Heinz Steinbach erzählt, wie es weiterging.

Zwischen 1970 und 197S installierten wir insgesamt 20 Telexvorlochgeräte dezentral, wobei die Lochstreifenstanzer in der Fernschreibübermittlung aufgestellt wurden.

Dabei haben wir je nach Schreibaufwand ein, zwei oder drei Telexgeräte auf einen Locher geschaltet. Mit dieser Maßnahme wurde der Telexverkehr nicht nur dezentralisiert, sondern in abgehender Richtung auch um einiges schneller gemacht. Leider war der Zeitaufwand für das Sortieren, Einlegen von Lochstreifen und Anwählen, das Verteilen der Rückläufe, das Warten am Eingabeterminal sowie das mehrfache Anwählen besetzter Telexteilnehmer immer noch sehr hoch.

Effektivere Auslastung

Größere Schwierigkeiten bereitete uns aber nach wie vor der ankommende Verkehr.

Eine Kraft war mit Schneiden, Stempeln (Tag und Uhrzeit) und dem Verteilen beschäftigt. Der Stempel mit Tag und Uhrzeit war wegen verzögerter Zustellung an die Abteilungen nötig. Es kam nicht selten vor, daß Verzögerungen von zwei Tagen auftraten. In dieser Zeit waren 5 Fernschreibkräfte ausschließlich mit dem Einlegen von Lochstreifen, Anwählen des Teilnehmers und mit dem Verteilen ankommender Fernschreiben beschäftigt.

Nachtschicht günstiger

Außerdem hatten wir eine Nachtschicht, um den günstigen 18-Uhr-Tarif auszunutzen und Fernschreiben an schwer erreichbare Teilnehmer abzusenden.

Bedingt durch Personalprobleme befaßten wir uns im Jahre 1976 intensiv mit den Vorteilen einer Fernschreibspeicher-Vermittlungsanlage .

Dabei hatten wir sehr schnell erkannt, wie wertvoll uns eine solche Anlage sein würde. Den ersten Kontakt mit der MSX-Anlage der Deutschen Eurotech, Düsseldorf, hatten wir 1976 auf der Hannover-Messe.

Die bisher gemachten Erfahrungen bestätigen die von uns angestellten Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. Mit der Installation der MSX-Anlage erreichten wir durch das Zusammenlegen von Telefon- und Fernschreibvermittlung eine effektivere Auslastung der Bedienungskräfte. Unser Fernschreibaufkommen hat zur Zeit eine Größenordnung von je 400 FS in beiden Richtungen, wobei im Mittel etwa 15 Zeilen gesendet werden.

Keine Falschwahl

Der eigentliche Effekt liegt bei der enormen Geschwindigkeit, die ein Fernschreiben durch die Vermittlungsanlage bekommt. Folgende Punkte sind dabei hervorzuheben:

Abgehender Verkehr

O Rundschreiben (früher bei 10 Teilnehmern etwa 1 Stunde) pro Tag 3-4 Stuck.

O Wahlwiederholungen bei Besetztsein (im Schnitt wird für jedes FS 2,5mal angewählt).

O Verzögerte Nachrichten - rund 80 Prozent Einsparung innerhalb der Bundesrepublik.

O Senden mit maximaler Geschwindigkeit. Im Haus fahren wir mit 200 Baud - auf der Telexleitung 50 Baud.

O Kurzwahlcodes - wir haben 400 Ziele gespeichert. Keine Falschwahl

O Keine Anwählzeiten (normale Anwählzeit 30 Sekunden).

O Keine Wartezeit am Terminal.

O Terminal am Arbeitsplatz erspart erhebliche Wegzeiten.

Ankommender Verkehr

O Durchwahl (schon heute haben wir etwa 50 Prozent Durchwahlverkehr)

O Weiterleiten von Fernschreiben ist Sekundensache.

O Keine manuelle Verteilung (Botengange).

Unsere Mitarbeiter haben in sehr kurzer Zeit erkannt, daß das Fernschreiben wieder schnell und aktuell ist. Es geht schneller als ein Telegramm oder Eilbotenbrief und ist sicherer als ein Einschreiben. Durch die wesentlich kürzere Formulierung gegenüber Briefen und die dadurch geringeren Nebenkosten wird das Fernschreiben das billigste Kommunikationsmittel, das die Deutsche Bundespost anbietet.