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05.04.2002 - 

Nordeuropäischer TK-Riese entsteht

Telia will nun doch Sonera schlucken

MÜNCHEN (CW) - TK-Fusion der Nordlichter: Für über sieben Milliarden Euro will der schwedische Carrier Telia den finnischen TK-Konzern Sonera Oy übernehmen. Mit der Verschmelzung der beiden sich noch mehrheitlich im Staatsbesitz befindenden Companies entsteht das größte TK-Unternehmen Skandinaviens.

Nach mehreren gescheiterten Anläufen scheint nun die Fusion zweier skandinavischer TK-Konzerne endlich unter Dach und Fach zu sein. In der Vergangenheit war bereits eine mögliche Ehe zwischen Telia und der norwegischen Telenor gescheitert. Auch das Gespann Telia und Sonera ist kein neues Liebesspaar auf dem TK-Markt. Bereits im letzten Jahr beschnupperten sich beide Konzerne. Eine engere Beziehung scheiterte damals noch an den hohen Schulden sowie der unterschiedlichen Bewertung eines Zusammenschlusses.

Mittlerweile haben sich die beiden Konzerne wohl vor dem Hintergrund des schwierigeren TK-Geschäfts und aufgrund der Angst, die kritische Masse im globalen TK-Business nicht zu erreichen, geeinigt. Telia bietet den Sonera-Anteilseignern 1,51 Aktien pro Sonera-Papier. Je nach Berechnungsgrundlage dürfte das Volumen der Transaktion, die de facto eine Übernahme ist, zwischen 6,9 und 7,5 Milliarden Euro liegen.

In Analystenkreisen wurden die Fusionspläne positiv aufgenommen. Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen, für das noch ein Name gesucht wird, entsteht der größte TK-Konzern Skandinaviens mit einem Gesamtumsatz von rund neun Milliarden Euro und rund 34 000 Beschäftigten.

Auf der anderen Seite sind jedoch sowohl Telia als auch Sonera hochverschuldet. Verlustbringer ist bei Telia vor allem die Tochter Telia International Carrier. Sie betreibt eines der größten Glasfasernetze Europas und ist damit in einer Sparte tätig, die in letzter Zeit vor allem durch spektakuläre Pleiten (wie etwa die von Global Crossing) auf sich aufmerksam gemacht hat.

Bei Sonera drückt vor allem das UMTS-Abenteuer auf die Bilanz. Und der Geschäftsauftakt der gemeinsamen Mobilfunktochter Quam war hierzulande eher ein Flop: Bislang konnten lediglich 75000 Mobilfunkkunden gewonnen werden. Im vergangenen Jahr rutschte Sonera, einst als Technologieführer gefeiert, in die Verlustzone.

Vor diesem finanziellen Hintergrund setzen beide Unternehmen auf die Synergieeffekte einer Fusion. Bereits im Jahr 2003 wollen sie dadurch ihre Kosten um 150 Millionen Euro senken. Bis 2005 soll dieser Wert dann auf 300 Millionen Euro steigen. Ferner könnten Investitionen in die Infrastruktur künftig durch einen gemeinsamen Netzausbau reduziert werden. Analysten sind aber skeptisch, ob sich die angestrebten Synergieeffekte so schnell erzielen lassen. (hi)