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17.10.1975 - 

Sieger bleibt nüchtern

Tells Geschoß: Schachmatt

DORTMUND - Bei der Siegerehrung in der DAB-Brauerei herrschte überschäumende Fröhlichkeit: nur Johann Joss blieb alkoholfrei und stocknüchtern. Mit zwei gewonnenen und einer durch Programmfehler unentschieden gespielten Partie im I. GI-Computer-Schachturnier in der Dortmunder Stadthalle (8.-10. 10. 1975) war der Züricher Mathematiker mit seinem Programm "Tell" unangefochten Turniersieger geworden. Sein Werkzeug war bescheiden: ein Minicomputer HP 2100 A in der Uni Dortmund. Den 2. Platz belegte das Programm DAJA (Autoren S. Jahn und L. Zagler, TR 440 an der Uni München). Schach MV 5.6 von Helmut Richter (DPD 10 an Uni Hamburg) wurde Dritter in der Konkurrenz von sieben Schachprogrammen.

Keiner der Programme hatte eine Chance gegen den internationalen Großmeister und Turnierleiter David N. L. Levy. Nach dem Turnier meinte Levy: "Ich sehe keinen Grund, meine Voraussage zu revidieren, daß mich vorläufig kein Schachprogramm schlagen wird." Auch der Inter. Großmeister Hans Joachim Hecht, Solingen, trat mehrfach gegen die Computer an und siegte immer.

Die Computer waren im Stadthaus allerdings nur am Telefonhörer präsent. Ihre Entscheidungen wurden von den jeweiligen Standorten übertragen: rund 1500 Mark Gebühren kassierte die Post dem Turnier. Übertragungspannen gab es häufig, Computerpannen auch . So flippte die IBM 370/168 im RZ der Uni Bonn (Programm SA-MIEL) gleich mehrfach aus. Die vorwiegend jugendlich-akademischen Teilnehmer verdroß das nicht. Bei der Siegesfeier kreierte Turnier-Organisator Reinhard Zumkeller die neue Studenten-Hymne: "Chesseamus igitur, compusterum tum sumus!"