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03.08.1990 - 

Teleaction Services auf der Basis der bestehenden Infrastruktur

Temex-Dienst: wirtschaftlich auch bei kleinen Datenmengen

Für Anbieter von Fernwirk-Anwendungen wird der Dienst Temex in Zukunft unentbehrlich sein, um bestehende sowie neue Marktpotentiale auszuschöpfen. Unternehmen verschiedenster Branchen können den Dienst nutzen, um Fernwirk-Anwendungen zu entwickeln. Michael Lukas* beschreibt den derzeitgen Status und zeigt zukünftige Möglichkeiten auf.

Bereits heute sind zahlreiche Fernwirk-Anwendungen auf dem Markt; im einzelnen zählen dazu Gefahrenmeldung, Verbrauchs-Datenerfassung und Verbrauchssteuerung, Gebäude-Leittechnik, Projekte der Kommunen für die Öffentlichkeit, interne Anwendungen großer Unternehmen sowie Hausnotruf und Gesundheitsüberwachung. Selbstverständlich sind weitere Anwendungen mit Temex auch als Mischformen der genannten Anwendungen denkbar.

An Temex- oder, wie es international heißt, an Teleaction-Services sind zahlreiche Partner beteiligt: Fernmeldeverwaltungen und Netztechnik-Lieferanten sorgen für die notwendige Infrastruktur, Hersteller von Hard- und Software entwickeln und produzieren die Fernwirk-Endeinrichtungen und die Leitstellen, das Handwerk sowie Errichterfirmen für technische Anlagen installieren die technischen Einrichtungen beim Leitstellenbetreiber und beim Nutzer.

Anwendungsbereiche als wichtiges Kriterium

Die Marktsegmente können nach den unterschiedlichsten Merkmalen gebildet werden. Ein wichtiges Einteilungskriterium sind die Anwendungsbereiche, ein weiteres basiert auf zwei typischen Leistungsmerkmalen des Temex-Dienstes: auf der großen Übertragungssicherheit bei hoher Verfügbarkeit sowie auf der Übertragung kleiner Datenmengen zu adäquaten Kosten. Eine Unterscheidung nach diesen Kriterien scheint sinnvoll, weil sie zu zwei Marktsegmenten beziehungsweise Teilmärkten führt, die einerseits gut abzugrenzen sind, andererseits innerhalb ihrer Bereiche viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Der erste Teilmarkt deckt alle sicherheits- und zeitkritischen Fernwirk-Anwendungen ab, das zweite Marktsegment umfaßt Anwendungsbereiche in denen überwachte Leitungen nicht im Vordergrund stehen. Als ein Beispiel sei hier die Verbrauchs-Datenerfassung genannt. Wichtig ist, daß die Datenübertragung in diesem Bereich in verhältnismäßig großen Zeitabständen erfolgt, um durch einen geringen Gebührenanfall wirtschaftlich mit Temex arbeiten zu können

Einheitliche Protokolle helfen

Die von IEC TC 57 erarbeiteten Fernwirk-Übertragungsprotokolle, die vom nationalen Komitee 935 "Fernwirktechnik" der Deutschen Elektrotechnischen Kommission im DIN und VDE (DKE) umgesetzt wurden,bildeten die Grundlage für die bundesdeutsche Norm DIN 19244. Diese befaßt sich mit spezifischen Anforderungen und Bedingungen für die Datenübertragung in Fernwirk-Systemen und zeigt Wege auf, wie solche Anforderungen eingehalten werden können. Im Sinne des OSI (Open System Interconnection-) Referenzmodells von ISO-CCITT mit seiner Unterteilung der Kommunikation in sieben Schichten legt dieses Schriftstück Normen für die zwei niedrigsten Schichten, die physikalische und die Verbindungsschicht, fest.

Eine weitere Norm, die für Temex eine Rolle spielt, ist die nationale Norm DIN 66019, die das Steuerungsverfahren im Übermittlungsabschnitt eines Datenübermittlungs-Systems beschreibt (Übertragungs-Steuerzeichen nach DIN 66003 und die Darstellung der Zeichen nath DIN 66022 Teil 1).

Während der letzten Jahre wurde eine Vielzahl von Anwendungen im Bereich der Datenübermittlung und -fernverarbeitung entwickelt. Die meisten Fernmeldeverwaltungen und Betriebsgesellschaften bieten

mittlerweile ihren Kunden paket- oder leitungsvermittelte Datennetze an, um den entstandenen Bedarf zuverlässig befriedigen zu können. Im Juni des Jahres 1988 wurden von einer Arbeitsgruppe der CEPT (Sousgroupe CEPT SF1) erstmals "Recommendations on Teleaction Service" festgelegt, die als Basis für einen gemeinsamen Standard in Europa dienen sollen. Entsprechende Teleaction-Realisierungen lassen sich innerhalb Europas bereits in Frankreich, der Bundesrepublik und der Schweiz finden.

Obwohl durchaus den Bereich der Datenübermittlung berührend, soll Teleaction kein vollwertiger Datenübermittlungs-Dienst sein, sondern für spezielle Anwendungen - geringe Datenmengen, relativ niedrige Geschwindigkeiten, keine extremen Zeitbedingungen - eine wirtschaftliche Alternative bieten. Aufgrund dieser Vorgaben werden möglichst auch keine speziellen Teleaction-Netze installiert, sondern der jeweilige Anbieter muß sich vielmehr weitestgehend auf eine bereits bestehende Infrastruktur abstützen

Fernwirk-Anwendungen mit Temex sind in den vielfältigsten Bereichen denkbar. Die Tabellen 1 und 2 zeigen die zu erwartende Marktbreite für den Temex-Dienst. Die Zahlen wurden vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ermittelt und sollten Anlaß für eine durchaus positive Betrachtung des Dienstes sein .

Ausblick

Temex optimiert die gestellten Forderungen und bietet daher eine Möglichkeit, das Übermitteln von Fernwirk-Informationen, insbesondere auch sehr kleinen Datenmengen, wirtschaftlicher und sicherer zu gestalten. Zudem ist der Temex-Dienst auch deswegen besonders kostengünstig, weil der Rechner der Zentrale die Informationen bereits komprimiert und nach bestimmten Vorgaben ordnet.