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18.03.1994

Temic liefert Know-how fuer die Hardware DV-Giganten sammeln sich um Infrarotkommunikations-Norm

SAN JOSE (CW) - Die Infrared Data Association (Irda) hat eine Spezifikation fuer die Infrarotkommunikation entworfen. Neben den treibenden Kraeften Hewlett-Packard, IBM, Apple und Microsoft haben sich mehr als fuenfzig namhafte DV-Hersteller dem Irda-Konsortium angeschlossen. Als deutsche Vertreter sitzen Siemens und Temic in der illustren Runde.

Grosse Namen verlangen nach grossen Taten. So gibt sich das Irda- Konsortium nicht mit der Verabschiedung von technischen Vereinbarungen zufrieden. Die Mitglieder haben sich bereits auf einige Spezifikationen geeinigt. Bei einer Uebertragungsrate von 115,2 Kbit/s soll laut Irda der kabellose Datenaustausch via Infrarot-Schnittstelle ueber eine Entfernung von drei Metern moeglich sein.

Mobile Anwender koennen sich am Kiosk bedienen

Darueber hinaus planen die Irda-Beteiligten, sogenante Infrarotkioske als Anlaufstelle fuer mobile Anwender einzurichten. Dort koennen die Kunden ihre mit einem Infrarot-Interface ausgestatteten Laptops oder PDAs drahtlos an Drucker, Faxgeraete oder Telefone anschliessen. Einige Irda-Mitglieder rechnen damit, dass auch die Anbindung remoter PCs an Server bewerkstelligt wird.

Bei der Spezifikation der Schnittstelle war ein deutsches Unternehmen massgeblich beteiligt: Neben Apple, HP, IBM, Intel, Microsoft und Sharp lieferte auch die Temic Telefunken- Microelectronic GmbH aus Heilbronn Schluesseltechniken zum Irda- Projekt. Temic - eigenen Angaben zufolge der viertgroesste Halbleiterhersteller Europas - hat bereits seit einigen Jahren Erfahrungen in der Fertigung von Bauteilen fuer die Infrarotuebertragung.

Fuer die Vorstellung des Irda-Projekts haben die beteiligten Firmen bewusst die CeBIT gewaehlt. Die Partner verstehen ihren Vorschlag als internationale Spezifikation und wollen in Hannover das Interesse des europaeischen Markts wecken. Dennoch beurteilt Larry Sisken, Siemens-Manager fuer optische Produkte, die Chancen der Infrarottechnik in der Alten Welt skeptisch: "Dies ist zunaechst ein von den Amerikanern forciertes Projekt. In Europa rechnen wir mit einer langsamer voranschreitenden Akzeptanz." Sisken erwartet weniger technische denn buerokratische Schwierigkeiten.

Motorola und Sharp beugen sich der Allianz

Die Mitgliederliste des Irda-Konsortiums liest sich wie ein Who- is-who der DV-Industrie. Neben den oben angefuehrten Unternehmen sind unter anderem Intel, Compaq, AST, AT&T, Olivetti, British Telecom, Digital Equipment, Matsushita, Texas Instruments sowie Sun Microsystems beteiligt.

Motorola und Sharp haben sich der Macht der Allianz gebeugt. Beide werden weiterhin Produkte mit ihrer proprietaeren Implementation einer Infrarot-Schnittstelle im Portfolio fuehren, sind gleichzeitig aber auch am Design der Irda-Norm beteiligt.

Auf der naechsten Irda-Versammlung Ende April soll die Spezifikation verabschiedet werden. Nichtmitglieder koennen das Dokument fuer 500 Dollar erwerben.