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27.04.1979 - 

IDC-Analyse für US-Markt reduziert Hoffnungen für Minicomputer:

Terminalboom durch Distributed Processing

MÜNCHEN (ee) - Eine gigantische Distributed-Processing-Welle wächst gegenwärtig in den USA. So prophezeit eine aktuelle IDC-Prognose, daß sich die Auslieferung von Distributed-Processing-Produkten bis 1982 im Jahresvolumen verzehnfachen werde und statt 300 Millionen Dollar im Jahr 1977 dann 3 Milliarden Dollar betragen wird.

Von 100 befragten Organisationsleitern in Großunternehmen äußerten alle die Absicht, früher oder später Distributed Data Processing einzuführen. 53 Prozent der Befragten hatten bereits mit der Implementierung begonnen.

Vor allem IBM bringe ein "übervolles Angebot" (IDC-Originalton) an arbeitsplatzorientierten Rechnerprodukten. Honeywell und einige andere Hersteller versuchten ebenfalls, das "Distributed-Processing-Rad in Bewegung zu bringen", wie die Zukunftsdeuter der IDC formulieren. Wesentliche Aussage der Prognose: Die vom Zentralrechner gesteuerten "Terminal-based-Systems" würden im Distributed-Processing-Markt schneller wachsen als Mini- und Small-Business-Computer-Organisation.

Da sich auf diesen Trend die gesamte Datenverarbeitungs-Industrie gestürzt hat, herrscht bei dem, was der einzelne Hersteller unter Distributed Processing versteht, nach wie vor (oder mehr denn je) Begriffsvielfalt. Dies veranlaßte die IDC dazu, selbst eine Definition nachzuschieben.

- Zum Distributed Processing ist ein Netzwerk mit verarbeitungsfähigen Netzknoten erforderlich. Diese Knoten können entsprechend ihrer Funktionalität oder auch regional verteilt sein, jedoch gehört jeder Knoten zu einer ganz bestimmten organisatorischen Einheit des Unternehmens. Die Verbindungen zwischen diesen Knoten - ein Knoten kann zum Beispiel die Zentrale sein - ist durch DFÜ-Leitungen hergestellt, doch kann die Datenübertragung in einigen Fällen auch auf andere Art und Weise gelöst werden, zum Beispiel durch Datenträgeraustausch.

- Die Elemente einer einzigen Datenbank sind über das Netzwerk verteilt. Diese Elemente werden in bestimmten Netzknoten gespeichert, aktualisiert und dort wird auch darauf zugegriffen. Das alles geschieht mit einem Minimum an Redundanz. Distributed Processing bedingt also physikalisch verteilte Datenbanken, deren Verteilung logisch einheitlich organisiert ist.

- Ein bestimmtes Ausmaß an zentraler Kontrolle ist erforderlich, um diese halbautonomen Netzknoten sinnvoll arbeiten zu lassen. Im allgemeinen wird diese Kontrolle mindestens die Koordinierung des Systemkonzeptes umfassen, insbesondere die Definition und Hierarchie gemeinsamer Datenbanken und die Spezifikation von netzwerkkompatiblen

Hardwareschnittstellen .

Neben kommerziellen Großrechnern die in einem Netzwerk meist als Zentrale fungieren, kommen sowohl Minicomputer, Terminal-based-Systeme als auch Small-Business-Computer zum Einsatz.

Tabelle 1 zeigt eine Prognose über den Einsatz dieser Systeme in Netzwerken für die Jahre 1977 bis 1982 in den USA.

- Pro Jahr erwartet IDC für den Zeitraum von 1977 bis 1982 eine durchschnittliche Wachstumsrate für DDP-Systeme von durchschnittlich 59 Prozent.

- Trotz der Anstrengungen der Mini und Small-Business-Computer-Hersteller (allen voran IBM mit dem System 8100) werden sich die Terminal-based-Systeme schneller durchsetzen. Die Zuwachsrate für 1978 weist zwar nur 34 Prozent für diese Systemgruppe aus, bis 1982 werden die Terminal-Systeme fast 50 Prozent des Umsatzes am DDP-Markt auf sich vereinigen. Die Leidtragenden dieser Entwicklung werden die Mini-Hersteller sein.

IDC schätzt den Umsatz aller Minicomputer-Hersteller auf dem US-Markt im Jahr 1978 auf annähernd 2,2 Milliarden Dollar. Wie Abbildung 2 und 3 verdeutlichen, wird sich diese Zahl bis 1982 auf 5,7 Milliarden Dollar erhöhen. Trotz dieses dynamischen Wachstums wird ein nur verhältnismäßig geringer Teil der Auslieferungen für den DDP-Einsatz Verwendung finden.

Positive Terminal-Zukunft

Mit Ausnahme von Datapoint und Four-Phase taten sich die übrigen auf dem DDP-Sektor tätigen Terminalhersteller im Vergleich zu den Minicomputer-Herstellern anfangs sehr schwer, auf diesem Gebiet Fuß zu fassen. Die IDC-Untersuchung ergab jedoch, daß sowohl Hersteller als auch Anwender die

Zukunft für den Einsatz von Terminalbased-Systemen im Bereich des Distributed Data Processing außerordentlich positiv sehen. Insgesamt schätzt IDC den Wert der Auslieferungen im Jahr 1978 auf über 830 Millionen Dollar auf dem US-Markt. Hiervon waren zwar nur 25 Prozent (= 210 Millionen Dollar) der Geräte für den Einsatz als DDP-System bestimmt, das Erscheinen des IBM-Terminalsystems 8100 wird dieser Prozentsatz jedoch rapide in die Höhe schnellen lassen.

(Siehe Abbildungen 4 und 5)

Die DDP-Zukunft für Small-Business-Computer

Es liegt ganz einfach an der Konzeption der Small-Business-Systeme: Sie sind nicht für den Einsatz in Netzwerken geschaffen worden. Doch auch hier ist durch das Erscheinen von IBM's System /34 und durch das Engagement von Wang und Basic/Four eine Veränderung eingetreten. Wertmäßig liegt derzeitig in den USA der Anteil der Small-Business-Computer für den Einsatz als DDP-System gemessen an sämtlichen Auslieferungen bei nur 6 Prozent. Bis 1982 wird sich dieser Satz auf 10 Prozent erhöhen.

Ähnlich wie bei den Minicomputern erwartet IDC also keine dominierende Rolle der Small-Business-Systeme in Sachen Distributed Data Processing.

Die Abbildungen 6 und 7 veranschaulichen die Marktanteile der wichtigsten Hersteller. Mit 32 Prozent hat IBM die Führungsrolle übernommen, gefolgt von Wang mit immerhin 22 Prozent. Bemerkenswert sind auch die Erfolge von DEC, Burroughs und Basic/Four.