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15.12.1978

Tesdata verfeinert Computer-Ressourcen-Steuerung:System-"Spionage" über transparente Box

Hard- oder Software-Monitoring? Diese Frage hat Tesdata - Spezialist und Marktführer für Systemmittelanalysesysteme - durch neue Produkte abgehakt. Die "Spione" von Tesdata können beides. Somit sind Einblicke in Betriebssystem- und Kanalaktivitäten mit kontinuierlichen Messungen möglich. Letzter Schrei: Das Modell MS 108 mit Prozessor für Kanalaktivitäten mißt auch alle Ereignisse bis hinunter zu angeschlossenen Terminals.

Kern der Management-Systeme (MS) von Tesdata ist ein Interdata-Minicomputer, der über Sensoren und Kollektoren an den zu analysierenden Host-Rechner angeschlossen wird. Dadurch kann diese Kontroll- und Steuereinheit autonom arbeiten. Beim "Probanden" werden weder Haupt- noch Plattenspeicherplatz, noch Rechnerzeit beansprucht. Die neue Gerätegeneration arbeitet mit hoher zeitlicher Auflösung und großer Genauigkeit. Von einem grafischen Bildschirm können Echtzeit-Systemereignisse abgelesen werden.

So kann festgestellt werden, wo Engpässe im Rechenzentrumsbetrieb, freie Kapazitäten sowie konfigurations- und andere lastabhängige Störfaktoren vorliegen.

Tesdata stellt für alle Testarbeiten entsprechende Software zur Verfügung, die unabhängig von Hardware und Betriebssystemart läuft.

Der neue Peripherie-"Spion" MS 108 wird einfach an den Host-Rechner über den Selektor- oder Blockmultiplexerkanal angeschlossen. Erstmals wird bei diesem Interface auf Sensoren verzichtet. Dafür übernimmt ein Mikroprozessor (Texas Instruments) die Signale auf und wandelt sie für die weitere Analyse durch das MS 108 um. Tesdata betont, daß dieses Kanal-Interface-Modul nicht "rückwärtsaktiv" ist und keinerlei Einfluß auf die Zentraleinheit ausübt. Das Interface wird als "transparente Box" bezeichnet. Derart ausgehorchte /370-Systeme dürften deshalb vom Hersteller nicht aus Wartungs- oder Garantieverträgen gefeuert werden. Überdies: IBM ist - wie fast alle Mainframer - seit Jahren selbst Tesdata-Anwender.

Um der hohen Datenrate mittlerer und großer Rechner zu entsprechen, wurde das MS 108 als Parallelprozessor ausgelegt Bis zu vier Prozessoren mit je 32 KB Programmspeicher können in einem System untergebracht werden. Jeder dieser Prozessoren hat darüber hinaus Zugriff auf ein zusätzliches Speichermodul von 32 KB, das von allen gemeinsam benutzt wird.

Die vorgelagerte Steuerung, Umwandlung und Datenredaktion wird auf Mikroprogrammebene abgewickelt.

Alle Systeminformationen, die über einen Blockmultiplexer laufen, werden vom MS 108 ausgewertet. Die Analysen reichen von Suchoperationen, Überlappungen und Blockgrößenfeststellung bis zu RPS (Rotational Position Sensing)-Messungen. Dabei kann beurteilt werden, ob beispielsweise die gewählte Blockgröße im Sinne eines getunten Systembetriebs beizubehalten ist oder ob der RPS-Effekt auch wirklich ausgenutzt wird.

Darüber hinaus sind alle Ereignisse über das MS 88 von angeschlossenen Datenstationen meßbar. Für die Auswertung stellt Tesdata eine Reihe von Softwarepaketen zur Verfügung.

Detaillierte Auswertungen, wie Exception Reports, oder regelmäßige Berichte über Spitzenbelastungen oder freie Kapazitäten werden auf dem MS 88 abgewickelt. Hierbei handelt es sich um ein Ressourcen-Management-System mit eigenem Prozeßrechner und angeschlossenem grafischem Bildschirm und Magnetplatten sowie Drucker. Das MS 108 arbeitet hier als eine Art von Front-end-Prozessor.

Zielrichtung dieses "Spion"-Pärchens sind vor allem Rechenzentrumsorganisationen, die ihre Tagesarbeit optimieren und die Kunden auch bei Spitzenbelastungszeiten gut bedienen wollen.

Die Kosten des MS 108 liegen bei 80 000 Mark mit vier Kanal-Interfaces sowie bei rund 120 000 Mark mit acht Interfaces.

In der Erprobung hat Tesdata ein Total Ressource-Management-System MS 10X. Es soll Mainframe-Anlagen ohne Einschränkung zentral und remotemessen und analysieren können. Gleich falls in Arbeit sind ein Analysegerät für Bytemultiplexer und TP-Installationen.

Zu den bisherigen Kunden von MS-Systemen zählen in Deutschland das Verteidigungsministerium, SEL, IBM und Siemens. Einer der ersten Anwender großen Stils war und ist bis heute die Deutsche Lufthansa.

Außer IBM-Anlagen können auch CDC-, Siemens-, Univac-, Burroughs- und SEL-Systeme an MS-Konfigurationen angeschlossen werden.

Informationen: Tesdata GmbH, Am Lindenbaum 24, 6000 Frankfurt am Main 50, Tel.: 06 11/

52 01 81

*Klaus Rosenthal ist freier EDV-Fachjournalist.