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01.02.2007

Test: Datei-Manager Directory Opus

Das Programm zeigt, wie viel Verbesserungspotenzial im Windows Explorer steckt.

Es gibt kaum eine grundlegendere Arbeit an Server und Client als die Dateiverwaltung. Anspruchsvolle Anwender sind mit dem in Windows integrierten Datei-Manager kaum zufrieden zu stellen; zahlreiche Tools in unterschiedlichen Preisklassen versuchen, die Lücken des Windows-Explorers zu füllen. Aus der Fülle der angebotenen Alternativen sticht besonders "Directory Opus 8.2" vom australischen Hersteller GP Software (http://www.gpsoft. com.au/) hervor, der hierzulande von Haage & Partner (http:// www.haage-partner.de/dopus/) aus Glashütten angeboten wird. Wer seine ersten Computerschritte mit dem Home-Computer "Amiga" von Commodore gemacht hat, erlebt bei Directory Opus ein Déjà-vu: Das Werkzeug kommt ursprünglich aus der Welt des Amiga-OS.

Kurz gefasst

Hersteller: GP Software

Produkt: Directory Opus

Produktgruppe: Datei-Manager

Verfügbarkeit: sofort

Preis: 50 Euro (Einzelplatz)

Directory Opus 8.2 ist einer der leistungsfähigsten Datei-Manager für Windows.

- Fast grenzenlos konfigurierbar;

- sehr umfangreiches Funktionsangebot;

- übersichtliche Darstellung.

- Umständliche Registrierung;

- Einarbeitung notwendig.

Umständliche Registrierung

Leider schreckt die Software auf den ersten Blick ab. Die Entwickler haben der auch als Demo angebotenen Download-Version einen recht umständlichen Registrierungsprozess vor die erste Benutzung gestellt: Zunächst erhält der Benutzer per Mail einen Produktcode und eine in die Mail eingebettete Lizenzdatei. Diese Daten müssen dann in den Datei-Manager übertragen werden, bevor er sich zum ersten Mal auf dem Monitor präsentiert. Ist diese Hürde gemeistert, folgt die grundlegende Konfiguration. Directory Opus kann etwa den Standard-Datei-Manager von Windows komplett ersetzen, als Packer fungieren oder auch zum Default-Programm für die Fotoorganisation ernannt werden. Erst wenn der Nutzer diese Einstellungen vorgenommen hat, sticht ihm die enorme Funktionsfülle ins Auge.

Einarbeitung muss sein

Der Leistungsumfang von Directory Opus ist zunächst etwas verwirrend. Über acht Ansichten, die direkt über Schaltflächen ausgewählt werden können, präsentiert das Tool das Dateisystem. Darunter befinden sich auch die bei der Arbeit mit mehreren Verzeichnissen oder Datenträgern hilfreichen Zwei-Fenster-Masken, wahlweise mit horizontaler oder vertikaler Einteilung. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Fenster mit den Dateibäumen als "Lister" bezeichnet werden, eine zweigeteilte Baumstruktur heißt entsprechend "Dual Lister". Bei jedem Fenster im Dual-Lister-Modus kann das Erscheinungsbild einzeln konfiguriert und so an den aktuellen Ordnerinhalt angepasst werden. Sehr hilfreich sind zudem Ansichten für bestimmte Dateitypen, zum Beispiel für Bilder. Damit lassen sich im Lister eine zusätzliche Spalte mit skalierbarer Bildvorschau zuschalten sowie Filme in einem Vorschaumodus anzeigen.

Directory Opus bringt alle Funktionen zur Arbeit mit Dateien mit, die man von einem professionellen Datei-Manager erwarten kann: Neben dem üblichen Verschieben, Kopieren oder Umbenennen einzelner Files beherrscht das Tool auch den Umgang mit größeren Dateimengen. Dazu zählt unter anderem, Verzeichnisse eines lokalen und entfernten Datenträgers zu synchronisieren. Zudem kann der Benutzer mehrere Dateien nach vorgegebenem Muster umbenennen, wie es zum Beispiel bei der Arbeit mit Bildarchiven oft vorkommt. Ferner steht eine Dubletten- und Volltextsuche im Dateisystem zur Verfügung. Dateiattribute und Zeitstempel vermag der Anwender beliebig zu editieren. Eine Funktion für das sichere Löschen von Dateien sowie Anzeigeprogramme ("Viewer") für die gängigsten Dateitypen (Office-Dokumente, Grafikformate und Flash-Animationen) gehören ebenso zum Funktionsumfang. Somit muss zum Anschauen etwa von Tabellen kein spezielles Programm gestartet werden. Sehr komfortabel ist der Datei-Manager auch beim Umgang mit Multimedia-Daten: Das Programm erkennt automatisch, wenn sich in einem Verzeichnis ausschließlich Bilder oder MP3-Dateien befinden, und zeigt dann selbständig die dazugehörigen Metainformationen an - bei Liedern den Interpreten und die Spieldauer.

Bequemer arbeiten

Neben den Vorschauoptionen bietet Directory Opus noch einfache Bildbearbeitungsmöglichkeiten sowie Diashows. Auch an Musikfreunde hat der Hersteller gedacht: MP3-Tags können sie direkt mit dem Tool editieren und WAV-Klangdateien in einem integrierten Player abspielen. Leichter wird auch die Arbeit mit ZIP-Archiven: Die Software kann sowohl Archivinhalte darstellen als auch Archive erzeugen.

Administratoren, die häufig wiederkehrende Aufgaben mit dem Datei-Manager erledigen müssen, können auf ein integriertes Scripting-Tool zurückgreifen, mit dem sich mehrere Arbeitsschritte automatisieren und dann über eine Schaltfläche per Mausklick starten lassen. Für Dateiübertragungen hält sich der integrierte FTP-Client bereit.

Directory Opus ist einer der leistungsfähigsten Datei-Manager am Markt. Wer die kleine Hürde der Einarbeitung in das Programm auf sich nimmt, kann zahlreiche Alltagsaufgaben schneller und komfortabler meistern, als das mit Windows-Bordmitteln möglich ist. Eine zeitlich befristete Demoversion können Interessierte aus dem Web laden. Die Einzelplatzlizenz kostet 50 Euro. Optional ist für weitere zehn Euro ein Secure-FTP-Client zu Directory Opus erhältlich. Firmen kommen über Volumenlizenzen beim Preis pro Rechner günstiger weg. (fn)