Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

16.03.2006

Test: Der flinke UMTS-Bruder HSDPA

Die COMPUTERWOCHE konnte erste praktische Erfahrungen mit dem mobilen Datenturbo sammeln.

Die auf der CeBIT in Hannover viel propagierte mobile Breitbandrevolution in Form von HSDPA präsentiert sich in der Praxis recht unspektakulär. Die HSDPA-Testkarte von Vodafone unterschied sich äußerlich in keinster Weise von einer bereits im Dezember gekauften, Upgrade-fähigen UMTS-Datenkarte. Beide Modelle trugen die Bezeichnung "Option GT 3G+". Auch die Software zur Ansteuerung der Karte, der "Vodafone Mobile Connect-Client", war identisch.

Das bringt HSDPA

HSDPA wartet mit Datentransferraten auf, die vor kurzem noch bei DSL als neuester Stand galten. HSDPA steht für High Speed Downlink Packet Access. Im Download werden Transferraten von bis zu 1,8 Mbit/s und im Upload von bis zu 384 Kbit/s angepeilt.

Technisch gesehen ist HSDPA eine Weiterentwicklung des bisherigen UMTS-Standards, bei dem der Funkverkehr in einer Zelle besser organisiert wird.

Allerdings ist HSDPA mit 1,8 Mbit/s nur der erste Schritt der UMTS-Evolution. Bereits Ende des Jahres sollen erste Datenkarten mit 3,6 Mbit/s erhältlich sein. Und für 2007 oder 2008 sind schon Datenraten um die 14 Mbit/s im Gespräch, bevor zum Ende des Jahrzehnts die 20-Mbit/s-Grenze durchbrochen werden soll.

Hier lesen Sie …

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

573271: Vodafone startet UMTS-Broadband;

573916: Marktforscher: Mobiles Breitband wird nur mit Flatrate ein Erfolg;

572631: Konvergenz der Netze wird Realität;

570770: Die UMTS-Evolution.

Die Unterschiede zeigten sich erst, als der Proband ein Netz gefunden hatte und sich im System-Tray mit einer Verbindungsgeschwin-digkeit von 1,8 Mbit/s meldete. Eine genaue Analyse beider Karten mit der Client-Software zeigte dann die entscheidende Neuheit: Während unser UMTS-Modell noch die Firmware-Version 3.4.2 besaß, war das Testexemplar bereits auf dem Release-Stand 3.15.0. Besitzer von Upgrade-fähigen UMTS-Karten, die auf HSDPA aufrüsten wollen, finden diese Firmware seit kurzem auch auf dem Vodafone-Server unter http://www.vodafone.de/business/support_download/software/77772.html zum Herunterladen. Steht die Verbindung zum Netz, so bemerkt der User auf den ersten Blick nichts vom Aufbruch in ein neues Geschwindigkeitszeitalter. Die Client-Software informiert nämlich lediglich darüber, ob die Datenkarte eine GPRS- oder UMTS-Verbindung hat, nicht jedoch, ob das schnelle HSDPA zur Verfügung steht.

Das wahre Potenzial von HSDPA zeigt sich erst, wenn der Benutzer beispielsweise größere Dateien herunterlädt. Zeigte hier unsere UMTS-Karte im Internet-Explorer im Optimalfall beim Transfer einer 120 MB großen Datei von den Microsoft Internet-Seiten eine Datenrate von 44 KB/s an, so schaffte das HSDPA-Exemplar unter gleichen Bedingungen rund 165 KB/s. Die Client-Software von Vodafone meldete für das UMTS-Gerät Werte um die 500 Kbit/s, während mit HSDPA 1,8 bis 2,4 Mbit/s erreicht wurden. Allerdings waren die hohen HSDPA-Transferraten nur mit einem guten Empfangssignal zu erzielen und nicht überall. Zur Ehrenrettung von Vodafone ist allerdings anzumerken, dass sich das HSDPA-Netz offiziell noch in der Aufbauphase befindet und erst in München, Hannover, Frankfurt am Main und Düsseldorf verfügbar ist. Nach und nach will das Unternehmen alle 1800 bereits mit UMTS versorgten Städte auf HSDPA-Breitband aufrüsten. Zur Fußball-WM, so das Versprechen von Friedrich Joussen, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Vodafone, soll der breitbandige Dienst zumindest in den 14 WM-Austragungsorten verfügbar sein.

Eine gute Netzabdeckung vorausgesetzt, ließen sich mit HSDPA Daten deutlich schneller herunterladen als mit UMTS. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Anwender wirklich, wie die computerwoche im Test, täglich mehrere 100 MB große Dateien empfängt. Für ihn dürfte im Alltag ein ganz anderer HSDPA-Vorteil von Bedeutung sein: Die mit 100 Millisekunden deutlich geringere Latenzzeit im Vergleich zu UMTS. Ein Unterschied, der beispielsweise beim Arbeiten mit Citrix deutlich zu spüren war. Brachen mit UMTS teilweise die Sessions zusammen oder verhinderten lange Antwortzeiten ein flüssiges Arbeiten, war dies unter HSDPA kein Problem. Ebenso machte das klassische Videostreaming, etwa von computerwoche-TV, mit der neuen Technik richtig Spaß: Ruckler oder Aussetzer gehörten der Vergangenheit an. Etwas, was in der Vergangenheit unter UMTS nur mit optimierten Videostreams funktionierte.

Unter dem Strich überzeugte HSDPA in dem Kurztest durchaus und hat das Zeug dazu, sich als DSL-Alternative zu etablieren. (hi)