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22.01.2007

Test: Device Manager hält Smartphones an der kurzen Leine

Bis auf kleine Macken kann die Management-Lösung für mobile Endgeräte Intellisync von Nokia überzeugen.
Nokia Device Manager
Nokia Device Manager

Egal ob PDA, Blackberry oder ein anderes Smartphone - praktisch jedes Unternehmen hat inzwischen mobile Endgeräte im Einsatz. Mit dieser Entwicklung, die sich aus Sicht von Marktforschern in der nahen Zukunft unvermindert fortsetzen wird, wächst allerdings nicht nur die Mobilität und Effizienz der Mitarbeiter. Mobile Endgeräte werden gleichzeitig zu Key Assets des Unternehmens, die es zu hegen und zu pflegen gilt: Über den gesamten Lebenszyklus fallen im Support Aufgaben an - von der Anschaffung, Installation und Konfiguration bis hin zur Fehlerbeseitigung sowie dem Löschen installierter Daten und Anwendungen bei Ersatz oder Verlust des Mobilgeräts. Wie umfassend der Servicebedarf ist, zeigen Schätzungen, wonach der Anschaffungspreis nur 20 Prozent der Gesamtkosten von mobilen Endgeräten ausmacht - die übrigen 80 Prozent sind Betriebskosten.

Hier lesen Sie ...

- wie das Device-Management over the air funktioniert;

- wie benutzerfreundlich der Intellisync Device Manager ist;

- welche Probleme beim Test auftraten.

Steckbrief

Produkt: Intellisync Device Manager OMA DM Edition

Anbieter: Nokia

Funktion: Verwaltungs-Tool für mobile Business-Geräte

Preis: 90 Dollar pro Lizenz

Plus Minus

+ breites Funktionsspektrum

+ gute Dokumentation

- Aussetzer bei der ansonsten intuitiven Benutzerführung

- hoher Preis

- keine Unterstützung von Fremdgeräten

Entlastung für das Budget versprechen spezielle Management-Lösungen für mobile Endgeräte. Wie die Geräte-Verwaltung over-the-air (OTA) funktioniert, konnten wir bei einem Test des "Intellisync Device Manager" von Nokia eruieren. Genauer gesagt handelte es sich dabei um die OMA-DM-kompatible Version (Open Mobile Alliance Device Management). Die über eine Web-GUI oder Command Line Interface (CLI) zu bedienende Server-Software unterstützt Smartphones aus Nokias E-Series, N-Series und weitere Geräte des finnischen Anbieters mit S60-Plattform.

Die Eingewöhnungsphase in das Programm ist überraschend kurz. Bei der Benutzung fällt zunächst positiv auf, dass die Web-Oberfläche des Device Manager neben dem Internet Explorer auch Netscape- und Firefox-Browser unterstützt. Außerdem ist sie erfreulich übersichtlich angeordnet: Auf der linken Bildschirmseite befindet sich eine Menüleiste mit verschiedenen Aufgabengebieten. Die jeweils ausgewählte Rubrik, beziehungsweise ein Unterpunkt davon erscheint in der Mitte, in Klickweite sitzt praktischerweise ein Druck- und Hilfe-Button. Auch das Icon am linken oberen Rand besitzt eine Funktion - hier erscheinen nach einem Mausklick Informationen über laufende Aufgaben.

Die beiden Testgeräte (zwei Nokia E61) lassen sich problemlos anlegen. Dazu registriert man im Menü-Unterpunkt "Devices" die Mobilfunknummern der Smartphones und ordnet diesen entsprechend anzulegende Nutzer zu - Optional lassen sich User-Profile via LDAP aus einer bestehenden Datenbank importieren beziehungsweise synchronisieren. Weitere Basisinformationen über die Geräte holt der Device Manager beim ersten Zugriff ab und legt sie im Bereich Devices an.

Zur Kontaktaufnahme ist es als nächstes erforderlich, den auf den Smartphones installierten DM-Client zu aktivieren. Dies geschieht mit Hilfe einer per Häkchen aktivierten SMS-Kurzmitteilung, die aus einem individuellen DM-Profil die Zugangsdaten - bestehend aus Host-Name oder IP-Adresse des DM-Servers, Kommunikationsprotokoll sowie Benutzername und Passwort - übermittelt. Nach dem Öffnen der PIN-geschützten Mitteilung und dem Speichern der Konfigurationsanleitung auf den Mobiltelefonen erbittet der integrierte Geräte-Manager vom Nutzer die Erlaubnis, über eine gesicherte HTTPS-Verbindung Kontakt mit dem Server aufzunehmen. Überraschenderweise ist die Geräteoberfläche auch in deutsch erhältlich - im Gegensatz dazu werden von den Administratoren zumindest rudimentäre Englischkenntnisse verlangt.

Der Kontaktaufbau geht völlig problemlos vonstatten. Wie sich später allerdings herausstellt, wählt das Programm dazu trotz eines vorhandenen Wifi-Netzes eine, ohne entsprechenden Datenvertrag teure, GPRS/UMTS-Verbindung. Die Funktion "WLAN-Access" muss bei einem neuen Gerät erst installiert werden.

Nachdem die Verbindung steht, fällt die erste administrative Aufgabe, das Aktivieren der Corporate Policy Control, nicht schwer. Diese Funktion stellt sicher, dass der Administrator uneingeschränkten Zugriff auf das Device erhält und sich nicht jeden Schritt vom Nutzer absegnen lassen muss. Die "Generalvollmacht" sei für einen reibungslosen Ablauf äußerst hilfreich, meint der Hersteller. Zwar würden 50 Prozent der Benutzer jeder Anfrage zustimmen, ebenso viele würden jedoch zumindest kurz überlegen.

Das Sperren, Neu-Booten oder "Säubern" (Wiping) eines Geräts erweist sich als ähnlich einfach. Das liegt unter anderem daran, dass es verschiedene Wege gibt, diese Funktionen anzusteuern: Zum einen kann man unter der Rubrik "Device Management" ein Gerät auswählen und eine entsprechende Maßnahme im Unterpunkt "Advanced Actions" auswählen. Alternativ ist es möglich, den Bereich "Tasks" aufzurufen, eine neue Aufgabe anzulegen und verschiedenen Nutzern oder Geräten, beziehungsweise Gruppen davon zuzuweisen.

Je nach Dringlichkeit der Maßnahme kann der Administrator den sofortigen Aufbau einer Verbindung einleiten oder für die Aktion eine niedrige bis sehr hohe Priorität auswählen. Das bei Verlust oder Diebstahl notwendige Wiping eines Geräts besitzt automatisch höchste Priorität - ist jedoch nur erfolgreich, wenn es angeschaltet ist und noch eine bei der Verwaltungssoftware registrierte SIM-Karte besitzt.

Beim Aufspielen eines neuen Smartphone-Themas (Hintergrund, Klingeltöne) auf den beiden Nokia-Handys stößt die bisher recht erfolgreiche intuitive Vorgehensweise an ihre Grenzen; das mit 164 Seiten relativ dünne Benutzerhandbuch beweist seine Daseinsberechtigung. Optional können aber auch die im Programm selbst enthaltene Online-Hilfe sowie die Konfigurationsbeispiele assistieren. Im aktuellen Fall ergab sich nach Konsultation dieser Helfer, dass auf den Geräten zunächst ein Erweiterungs-Set installiert werden muss. Außerdem gilt es zu beachten, dass dieser Task eine höhere Priorität erhält, da sich die Reihenfolge bei mehreren laufenden Aufgaben nach deren Dringlichkeit richtet. So weit, so klug. Unnötig kompliziert erscheint jedoch das Procedere zur Aufbereitung des Themas: Obwohl bereits auf dem Server installiert, muss es zuerst auf dem lokalen Rechner gespeichert und anschließend als neuer Content geladen und gegebenenfalls angepasst werden.

Als diese Klippen umschifft waren, traten aber keine gravierenden Probleme auf: Das türkise Thema lässt sich ebenso bereitwillig installieren wie die Einstellungen für den lokalen WLAN-Zugang. Eine angenehme Eigenschaft des Intellisync Device Manager sind die verschiedenen Möglichkeiten, Gerätedaten abzurufen. Dazu zählen Funktionen wie das Anzeigen des Task-Status, sowohl allgemein wie auch für individuelle Geräte. Hilfreich ist unter anderem auch, dass die Eingriffe verschiedener Administratoren im Bereich Server Monitoring ausgiebig dokumentiert werden.

Zu bemängeln ist indes, dass die Lösung keine OMA-DM-kompatiblen Smartphones anderer Hersteller unterstützt. Eine homogene Endgerätelandschaft mag im Sinne des Handy-Anbieters Nokia sein, spiegelt jedoch keinesfalls die Situation in Unternehmen wider. Die vielen Funktionen des Device Manager haben zudem ihren Preis: Der von Nokia empfohlene Verkaufspreis beträgt 90 Dollar - pro verwaltetes Endgerät wohlgemerkt. Müssen viele Geräte verwaltet werden, räumt der Anbieter Rabatte ein. Die Software vermag gut zehntausend Nutzer beziehungsweise Devices zu verwalten. (mb)