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04.08.1995

Test-Tools auf dem Pruefstand von Butler Bloor Client-Server: Das Testwerkzeug Enterprise QA ist Klassenprimus

BLETCHLEY (CW) - Im Sog des Client-Server-Trends ist die Nachfrage nach Testwerkzeugen fuer Anwendungsentwickler gestiegen. Je weiter ein Projekt im Software-Entwicklungszyklus fortgeschritten ist, desto kostspieliger wird die Fehlerbeseitigung. Sogenannte Computer Aided Software Testing (CAST) Tools zielen denn auch darauf ab, Fehler moeglichst frueh aufzuspueren.

Aufgabe der CAST-Werkzeuge ist es, den gesamten Testprozess zu rationalisieren und zu automatisieren. Die im britischen Bletchley beheimatete Butler Bloor Organisation erklaert in ihrer neuesten Studie "CAST Tools", welche Werkzeuge dazu am besten geeignet sind. Dabei weisen die Englaender ausdruecklich darauf hin, dass auch die besten Tools versagen, wenn sich Unternehmen nicht zunaechst grundsaetzliche Gedanken ueber ihre Testmethoden machen. Zu oft seien die Verantwortlichen nicht ausreichend trainiert, und zu haeufig ende die Testphase zu frueh - naemlich bereits mit dem Entwicklungsprojekt.

Die Analysten differenzieren zwischen statischen und dynamischen Testwerkzeugen. Waehrend erstere ausschliesslich den Sourcecode analysieren und somit Fehler aufspueren, ohne dass ein Programm laeuft, eignen sich die dynamischen Tools fuer die Untersuchung laufender Anwendungen. Sie werden mit simuliertem Daten-Input gefuettert, um festzustellen, wie eine Applikation unter bestimmten Bedingungen reagiert. Mit den statischen Tools lassen sich etwa 60 Prozent aller Fehler aufspueren; die verbleibenden 40 Prozent werden - zumindest theoretisch - mit den dynamischen Tools beseitigt.

Butler Bloor unterscheidet unter den dynamischen Werkzeugen drei Gruppen voneinander: Tools, die zum Testen von Client-Server- Anwendungen in Multiuser-Umgebungen verwendet werden oder sich zum Checken von GUI-Oberflaechen beziehungsweise von Programmen mit alphanumerischer Oberflaeche eignen.

Unter den Client-Server-Tools sticht "Enterprise QA" von der Mercury Interactive Corp. im kalifornischen Sunnyvale als "bester Allrounder" hervor. Es stellt laut Analyse eine brauchbare Kombination an Werkzeugen fuer den GUI- und Datenbanktest sowie fuer die Simulation von Multiuser-Systemen auf einer einzelnen Maschine bereit. Ausserdem verfuegt das Paket ueber eine gute Komponente fuer das Konfigurations-Management - ein Gebiet, auf dem andere Werkzeuge Defizite aufweisen.

Konkurrierende Produkte haben jedoch ebenfalls ihre starken Seiten. So bietet beispielsweise "Prevue" von der Performance Awareness Corp. in Raleigh, North Carolina, die besten Moeglichkeiten, um Client-Server-Systeme auf einer Einzelmaschine zu testen. Fuer die Simulation besonders grosser Client-Server- Systeme auf der jeweils vorhandenen Hardware ist die "Automated Test Facility" (ATF) von der Softbridge Inc., Cambridge, Massachusetts, ausgelegt. Mit dieser Loesung lassen sich potentielle Probleme in Multiuser-Umgebungen aufspueren.

Auch "QA Partner" von Segue Software in Newton Center, Massachusetts, eignet sich zur Simulation einer Multiuser- Konstellation in der bestehenden Hardwarewelt.

Die Loesung bietet darueber hinaus Moeglichkeiten, Anwendungen zu testen, die auf verschiedene Hardwaresysteme portiert wurden.

Eine Kombination aus dynamischen und statischen Testwerkzeugen enthaelt das Paket "Software Testworks" (STW) von der kalifornischen Software Research Inc. in San Franzisko. Nutzt man beide Tools gemeinsam, lassen sich Client-Server-Umgebungen, insbesondere wenn die Anwendungen in C oder C++ geschrieben sind, laut Butler Bloor hinreichend checken.

Meist auf Mainframes oder proprietaeren Midrange-Maschinen laufen Anwendungen mit alphanumerischer Benutzeroberflaeche. Die hierfuer verfuegbaren Tools sind entweder direkt auf dem Mainframe oder auf anderen Plattformen installierbar, auf denen man die Zielumgebung simulieren kann. Die Mainframe-Werkzeuge eignen sich vor allem zur Abbildung extrem grosser Konfigurationen - so hat die in Darmstadt ansaessige Computer Associates GmbH mit "CA-Verify" ein System mit 32 000 virtuellen Terminalnutzern dargestellt.

Mehr Flexibilitaet, so haben die Butler-Bloor-Analysten herausgefunden, bieten jedoch die Werkzeuge "Playback" und "Hiperstation" von der Duesseldorfer Compuware GmbH. Vor allem Playback ueberzeugte, weil das Werkzeug auch die Ueberpruefung von Datenbankaktivitaeten erlaubt - hierzu muessen Anwender sonst Utilities anschaffen, die ebenfalls bei CA und Compuware erhaeltlich sind. Hiperstation bietet als einziges Tool die Moeglichkeit, noch vor Fertigstellung der Applikation Test-Scripts anzufertigen. Dadurch reduziert sich die Dauer des Testzyklus insgesamt.

Unter den Produkten, die nicht auf dem Mainframe eingesetzt werden, favorisiert Butler Bloor erneut "Prevue" von Awareness sowie die "V-Test"-Tools von der Performance Software Ltd. im englischen Berkshire. Beide bieten die Moeglichkeit, Multiuser- Programme zu testen, und mit beiden lassen sich Multiuser-Systeme auf virtuellen Terminals simulieren. Die Vorteile von Prevue zeigen sich ausserdem in der Pruefung von Datenbankfunktionen, waehrend V-Test im Bereich Konfigurations-Management ueberzeugt.

Fuer das Checken von Benutzer-Schnittstellen gibt es eine Reihe von Spezialwerkzeugen, die es saemtlich ermoeglichen, zu Testzwecken definierte Bildschirmfunktionen automatisch nacheinander ablaufen und pruefen zu lassen. Diese Tools testen in der Regel auch den Anwendungscode, der hinter dem GUI liegt. Sie koennen meistens fuer den Test von Multiuser-Systemen konfiguriert werden und unterstuetzen - abgesehen von "Microsoft Test" - auch Terminalemulationen, so dass ebenfalls alphanumerische Systeme gecheckt werden koennen. Das Microsoft-Tool ermoeglicht ausschliesslich den Test von Windows-Oberflaechen, wobei auch DDE- und OLE-Links geprueft werden.

McCabe ist Spitze bei statischen Testwerkzeugen

Was Test-Management und die Unterstuetzung von Qualitaetsstandards angeht, favorisiert Butler Bloor das "Automator QA Center" von der New Yorker Direct Technology. "SQA Teamtest" von der Software Quality Automation Inc. in Woburn, Massachusetts, erhaelt dagegen den Vorzug, wenn es um die Entwicklung in Teams sowie um Techniken des Rapid Application Development (RAD) geht.

Die Analyse von sogenannten Low-Level-Funktionen auf der Client- Seite gestattet der "Evaluator" von der Eastern Systems Inc. in Westboro, Massachusetts. Geht es um Benutzerfreundlichkeit, hat der "Autotester" vom gleichnamigen Softwarehaus im texanischen Dallas gute Karten. Dieses Werkzeug unterstuetzt die enge Zusammenarbeit von Testern und Entwicklern. Ausserdem erlaubt es Endbenutzern, wartbare Test-Scripts zu schreiben.

Tonangebend unter den statischen Testwerkzeugen ist das "McCabe Toolset" vom gleichnamigen US-Hersteller in Columbia, Maryland. Die McCabe-Metriken haben sich als Industriestandard durchgesetzt, sie werden von nahezu allen Tools auf diesem Gebiet in irgendeiner Weise unterstuetzt.

Sie bieten einen allgemein akzeptierten Massstab fuer die Qualitaet und Wartungsfreundlichkeit von Programmcode. Ausserdem hat McCabe inzwischen einen Satz von Metriken zum Test objektorientierter Codes im Angebot. Andere Werkzeuge ermoeglichen es, alten Code daraufhin zu untersuchen, welche Bestandteile am besten durch neu zu entwickelnde Objekte ersetzt werden koennen.

Butler Bloor erwaehnt ausserdem das "LDRA Testbed" von der britischen LDRA Ltd. in Liverpool sowie erneut STW von Software Research. Beide bieten eine breite Palette von Werkzeugen fuer die statische und dynamische Analyse - letztere ist nicht zu verwechseln mit dem dynamischen Testen, das STW allerdings auch unterstuetzt.

Die Werkzeuge werden nicht zuletzt wegen ihrer Visualisierungsmoeglichkeiten fuer gut befunden. Fuer die Pruefung besonders grosser Programme sowie sicherheitskritischer C++- Anwendungen empfehlen die Marktforscher ausserdem "QA C++" von der Programming Research Ltd. im englischen Surrey und "Cantata" von der Information Processing Ltd. im britischen Avon.