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02.11.2006

Test: UMTS mit Express-Geschwindigkeit

Vodafone beschleunigt den mobilen Datentransfer mit neuer HSDPA-Karte auf 3,6 Mbit/s.

Auf der CeBIT im März galten im Mobilfunk Breitband-Transferraten von bis zu 1,8 Mbit/s im Download noch als revolutionär. Knapp sechs Monate später gehören die entsprechenden HSDPA-Datenkarten (HSDPA = High Speed Downlink Packet Access) bereits zum alten Eisen: Mit der neuen "Mobile Connect Card UMTS Broadband" von Vodafone soll der Anwender nun unterwegs mit theoretisch bis zu 3,6 Mbit/s Daten empfangen können. Durch die Möglichkeit eines späteren Software-Updates soll der Benutzer selbst für künftige Übertragungsraten von bis zu 7,2 Mbit/s gerüstet sein.

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Die UMTS-Evolution

• Mit HSDPA führten die Mobilfunker Anfang des Jahres Datentransferraten ein, die vor kurzem noch bei DSL als neuester Stand galten.

• HSDPA steht für High Speed Downlink Packet Access. Im Download wurden bislang Transferraten von bis zu 1,8 Mbit/s und im Upload von bis zu 384 Kbit/s erzielt. Technisch gesehen ist HSDPA eine Weiterentwicklung des bisherigen UMTS-Standards, bei dem der Funkverkehr in einer Zelle besser organisiert wird.

• Allerdings war HSDPA mit 1,8 Mbit/s nur der erste Schritt der UMTS-Evolution. Mit den jetzt erhältlichen Datenkarten werden nun 3,6 Mbit/s erreicht. In der nächsten Stufe sind dann 7,2 Mbit/s angepeilt. Und für 2007 oder 2008 sind schon Datenraten um die 14 Mbit/s im Gespräch, bevor zum Ende des Jahrzehnts die 20-Mbit/s-Grenze durchbrochen werden soll.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

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572631: Konvergenz der Netze wird Realität;

570770: Die UMTS-Evolution.

Kommentar

UMTS im Alltag

Die Bilanz nach einem Jahr praktischer Erfahrung mit UMTS und dem flinken Bruder HSDPA fällt gemischt aus. Ganz klar auf der Habenseite stehen die gewonnene Freiheit und größere Flexibilität: Statt lange nach einem WLAN-Hotspot zu suchen oder sich mit Modem und den Eigenarten der jeweiligen Hoteltelefonanlage herumzuärgern, genügen wenige Mausklicks, um Online zu gehen und Beiträge an die Redaktion zu versenden. Manchmal, wie etwa angesichts der total überlasteten WLAN-Infrastruktur des 3GSM Worldcongress in Barcelona, erwies sich die Datenkarte als letzte Rettung.

Auch privat möchte ich den Datenfunk nicht mehr missen, denn die Option, jederzeit und an jedem Ort - auch im Urlaub - kurz online gehen zu können, hat etwas für sich.

Diesen positiven Eindruck trübten technische Probleme und last, but not least die Preispolitik der Provider. Technisch war anfangs UMTS mit seinen hohen Latenzzeiten schlicht eine Krücke, wenn mit terminalbasierenden Anwendungen gearbeitet werden musste - doch dies hat sich dank HSDPA gebessert.

Nachholbedarf haben die Mobilfunkbetreiber dagegen noch hinsichtlich der Zuverlässigkeit. Mehr als einmal ging schlicht gar nichts, die HSDPA-Verbindung stand zwar, es konnten aber keine Daten übertragen werden, so dass als Ausweg nur das langsamere GPRS übrig blieb. Besonders ärgerlich ist dabei, dass die Software dem User keine Hinweise auf Netzprobleme gibt und er so per Trial and Error herausfinden muss, welche Übertragungsvariante momentan funktioniert.

Apropos Software, richtig teuer kann es im Ausland werden, wenn sich das Programm nicht im Partnernetz einbucht, sondern in einem Fremdnetz. Dann werden die Datenpakete zehn-Kilobyte-weise mit der Goldwaage gewogen. Ist es denn so schwierig, in die Software einen entsprechenden Warnhinweis zu integrieren? Jürgen Hill

Neuer Formfaktor

Am stärksten fällt auf, dass die neue Datenkarte, die vom Hersteller Novatel stammt, deutlich schmäler als die bisherigen Modelle ist. Vodafone liefert seine UMTS-Karte nämlich als einer der ersten Mobilfunkbetreiber im kompakten Expresscard-Format aus. Für Besitzer älterer Notebooks, die noch nicht über das neue Bussystem verfügen, legt Vodafone einen Adapter für die klassischen PCMCIA-Typ-II-Steckplätze bei.

Die Einrichtung der Karte erfolgt, wie bei Vodafone gewohnt, über die Software "Vodafone Mobile Connect Client". Darüber wird die Karte später auch angesteuert, wobei sich am Bedienkonzept nichts geändert hat. Um die neue Karte verwenden zu können, benötigt der Benutzer allerdings die aktuelle Version 7.03. War auf dem Rechner bereits ein älteres Release aufgespielt, so sollte dies unbedingt deinstalliert werden. Bei unseren Tests brach nämlich die Installation der aktuellen Variante über einen vorhandenen Vodafone-Client mit einer Fehlermeldung ab.

Mehr Speed mit Klappantenne

Ist die neue Software aufgespielt, steht dem mobilen Arbeiten mit dem Broadband UMTS eigentlich nichts mehr im Weg. Beim Einbuchen der Karte in das Mobilfunknetz muss der Benutzer allerdings etwas Geduld aufbringen, denn das Scannen der Funknetze dauert seine Zeit, zumal die Connect Card erst das Vorhandensein des GPRS-Datendienstes prüft und sich dann im zweiten Schritt beim HSDPA-Netz anmeldet.

Der eigentliche Verbindungsaufbau erfolgt anschließend recht flott, und Windows meldet, dass der PC mit 3,6 Mbit/s mit dem Netz verbunden sei. Um auch unter ungünstigen Empfangsbedingungen hohe Transferraten zu erzielen, sollte der User auf alle Fälle die integrierte Antenne verwenden. Diese befindet sich unscheinbar als Klappantenne auf der Gehäuseoberseite.

Mit dem Internet verbunden, ließ sich mit der Karte - fast wie vom Arbeitsplatz gewohnt - im globalen Netz surfen. Seit der Einführung von HSDPA gehören die Zeiten, als beim mobilen Surfen Internet-Seiten quälend langsam aufgebaut wurden, glücklicherweise der Vergangenheit an. Das wahre Potenzial von UMTS Broadband zeigt sich allerdings erst, wenn der Benutzer beispielsweise größere Dateien herunterlädt. Als Versuchsdatei diente uns hierzu die rund 800 MB große Demoversion des neuen Flugsimulators von Microsoft. Zeigte der Internet-Explorer hier mit einer klassischen UMTS-Karte eine Transferrate von 44 KB/s, so schaffte die Expresscard über 180 KB/s. Die Client-Software von Vodafone meldete dabei Maximalwerte von bis zu 2,4 Mbit/s, während die klassische UMTS-Karte nur Geschwindigkeiten um die 500 Kbit/s erreichte. Eine Überprüfung der Messwerte mit dem Software-Tool "Bandwidth Monitor" von Bwmonitor.com zeigte für die Broadband-Express-Karte Nettotransferraten von maximal 1,9 Mbit/s an.

Angesichts der 2,8 Mbit/s (die 3,6 Mbit/s werden nur in ausgewählten Testnetzen erreicht), die Vodafone heute als mobile Übertragungsrate angibt, ist dies ein respektabler Wert. Im Vergleich zu den bisherigen HSDPA-Karten (siehe Kasten "Mehr zum Thema") war der Geschwindigkeitszuwachs aber eher marginal. Vodafone ist allerdings gerade dabei, sein Netz auszubauen, so dass später eventuell noch höhere Geschwindigkeiten erzielt werden.

Kürzere Latenzzeiten

Im Alltag dürfte aber für viele Anwender noch ein anderer Wert relevant sein: die Latenzzeit. Diese lag bei verschiedenen Messungen mit anderen Internet-Seiten zwischen 115 und 162 Millisekunden. Damit fallen die Antwortzeiten zwar deutlich kürzer aus als bei reinen UMTS- oder GPRS-Verbindungen, liegen aber noch weit vom Festnetzniveau entfernt (an einem ADSL2+-Anschluss erzielten wir bei den gleichen Internet-Sites Vergleichswerte zwischen 13 und 39 Millisekunden). Die niedrigeren Latenzzeiten erlauben es nun endlich, auch mobil vernünftig mit terminalbasierenden Anwendungen oder Applikationen wie SAP R/3 zu arbeiten, was unter UMTS aufgrund der höheren Latenzzeiten häufig nicht möglich war.

Unter dem Strich überzeugte die Mobile Connect Card UMTS Broadband durchaus. Mit den jetzt angepeilten Geschwindigkeiten stellt sich zudem die Frage, ob beispielsweise ein Außendienstler im Home Office überhaupt noch einen DSL-Anschluss benötigt oder besser gleich nur auf die mobile Datenlösung setzt.

Für den Einstieg in die UMTS-Breitband-Welt berechnet Vodafone für die Datenkarte rund 400 Euro. Schließt der User einen neuen Vertrag ab, so ist die Karte je nach Vertragsart bereits für einen Euro erhältlich.