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COMPUTERWOCHE und Gehaltsspezialist Christian Scholz organisieren sechste IT-Vergütungsstudie


25.06.2004 - 

Testen Sie Ihren Marktwert!

MÜNCHEN (hk) - IT-Gehälter stagnieren. Mit einem Plus können am ehesten Mitarbeiter rechnen, deren Know-how besonders gefragt ist. Um ein genaues Bild zu gewinen, betreibt die COMPUTERWOCHE gemeinsam mit Professor Christian Scholz von der Universität Saarbrücken, ihre sechste Vergütungsstudie für Unternehmen und Einzelne. IT-Profis erfahren hier, welches Gehalt sie realistischerweise erwarten können und in welche Richtung sie sich weiterentwickeln sollten.

Dirk Buschmann, Eigentümer des auf Mobile Computing spezialisierten Kölner Unternehmens Knowledge Intelligence, macht aus seinem Ärger keinen Hehl, wenn er sagt: "Die Kandidaten gehen für ein paar Euro mehr zu einem Konzern, ohne sich über die Aufgaben und die innovativen Produkte zu erkundigen und ohne den enormen Freiraum zu berücksichtigen, den ihnen ein mittelständisches Unternehmen gewährt."

Die Bewerber hingegen haben den Eindruck, dass nur derjenige genommen wird, der "bescheiden" auftritt, sprich den Einkommenswunsch hintanstellt und bereit ist, sich herunterhandeln zu lassen. Erfahrene Personaler raten indes von dieser Firmenpolitik ab, denn damit habe man bald einen demotivierten Mitarbeiter mehr auf der Gehaltsliste.

Leistungsträger sollen gefördert werden

Der Trend in der Vergütungspolitik der Unternehmen geht eindeutig in Richtung Leistungs- und Erfolgsorientierung sowie einer stärkeren Differenzierung der Gehälter. "Dadurch sollen insbesondere die Leistungsträger gefördert werden", beobachtet Dirk Ewert von der Vergütungsberatung Towers Perrin in Frankfurt am Main. Auch der Saarbrücker Professor Scholz fordert den "Leistungslohn statt die Anwesenheitsprämie". Er weiß aber auch, dass diese Forderung kaum umsetzbar ist, denn zum einen ständen tarifliche Regelungen im Wege. Zum anderen sei eine leistungsorientierte Bezahlung den Mitarbeitern nur schwer zu vermitteln, "wenn grobe Fehler der eigenen Vorstände ohne negative Konsequenzen für diese bleiben".

Einen Beitrag zu mehr Transparenz will nun die sechste CW-Gehaltsstudie liefern, die den Jobsuchenden in Gehaltsfragen mehr Sicherheit geben soll. Je sorgfältiger der Fragebogen ausgefüllt wird, desto besser ist die Qualität der Daten, desto genauer lassen sich die Gehälter vergleichen und desto detaillierter fällt die Antwort aus, die Professor Scholz den Teilnehmern zukommen lassen wird. Daher sind die Fragebögen nicht kostenlos: Die Erfahrung hat gezeigt, dass bei Untersuchungen, in denen ein kleiner Beitrag für die Teilnahme verlangt wird - in diesem Fall sind es 15 Euro - die Unterlagen gewissenhafter ausgefüllt werden.

Bereits auf der diesjährigen CeBIT in Hannover konnten sich Bewerber im Karriereforum der COMPUTERWOCHE ein Bild von ihren zu erwartenden Gehältern machen. In den Gesprächsforen und Podiumsdiskussionen beantworteten Personaler und Unternehmensvertreter offen die Fragen nach ihrer Gehaltspolitik. Dabei zeichnet sich ab, dass diejenigen Betriebe, die von der Flaute am wenigsten betroffen sind, auch wenig Anstalten machen werden, ihre Vergütungspolitik zu ändern. Einige kleine und mittelständische Softwarehäuser allerdings gaben zu, dass sie die Einstiegsgehälter etwa zehn bis zwanzig Prozent niedriger ansetzen als noch vor einem Jahr. Das betreffe vor allem Umschüler und Quereinsteiger. Vor diesem Hintergrund wird die Frage umso interessanter, wie sich die Einkommen in diesem Jahr entwickeln werden.

Die CW-Gehaltsstudien waren immer wieder für Überraschungen gut. Sie zeigten, dass die Absolventen der Berufsakademien, gemessen an den Fachhochschulabgängern, gut abschnitten und die reinen Informatiker den Wirtschaftsinformatikern den Rang abliefen. Eine Frage, die oft gestellt wird und jetzt wieder an Aktualität gewinnt, betrifft den Wert von Zusatzausbildungen. Die CW-Studien der vorigen Jahre ergaben beispielsweise, dass die Mitarbeiter mit dem höchsten Abschlüssen, also etwa MBA-Absolventen, noch mit einem Plus rechnen konnten, während Absolventen mit einem "normalen" Diplom wenig Verhandlungsspielraum hatten.

Kaum Gehaltssprünge sind beim Arbeitgeberwechsel drin. Galt früher eine Faustregel, dass man zehn bis 20 Prozent mehr herausholen könne als auf der alten Stelle, so empfehlen heute Personalberater Bescheidenheit. Pokern lasse sich dann, wenn das in der Stellenbeschreibung verlangte Know-how hundertprozentig mit dem eigenen Wissen übereinstimmt.

Keine Überraschung war, dass in den letzten beiden Jahren die Internet-Spezialisten im Vergleich zu den Jahren davor deutliche Gehaltsabstriche hinnehmen mussten. Mit dem Dotcom-Sterben ging auch die starke Nachfrage nach diesen Spezialisten zurück, so dass schnell ein Überangebot an Bewerbern mit zum Teil nicht fundiertem IT-Know-how entstand.

Abbau von Zusatzleistungen

Interessant ist die Studie auch unter dem Aspekt der Zusatzleistungen. Bewerber möchten, so ist aus vielen Unternehmen zu hören, ein hohes Fixgehalt. Auf das Abenteuer Aktienoptionen wollen sich die wenigsten einlassen, obwohl es gerade jetzt wieder interessant sein könnte. Die letztjährige Untersuchung zeigte aber auch, dass sich Arbeitgeber mit Zusatzangeboten wie Mobiltelefon, Notebook oder Sonderprämien zurückhalten. Krisenzeiten, so das Ergebnis, eignen sich besonders gut dafür, solche außergewöhnlichen Angebote für Mitarbeiter zu reduzieren.

Gehaltsstudie 2004

Der Fragebogen ist in dieser Ausgabe auf den Seiten 45 und 46 abgedruckt und über das Internet www.gehaltsstudie.de abrufbar. Er richtet sich sowohl an Einzelpersonen als auch an Unternehmen. Einsendeschluss ist der 30. Juli 2003. Wer als Einzelperson mitmacht, erhält am Ende gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro eine etwa 15-seitige allgemeine Auswertung und mit Hilfe einer Transaktionsnummer die Möglichkeit, seine individuelle Gehaltsberechnung über das Internet abzurufen. Wer nicht mit seinen Daten teilnehmen möchte, zahlt für eine allgemeine Auswertung 50 Euro. Unternehmen, die mitmachen, entrichten 160 Euro, für diejenigen, die die Auswertung wollen, ohne selbst teilzunehmen, erhöht sich der Betrag auf 550 Euro.

Alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen werden eingehalten und die Fragebögen - inklusive der Anschriften - nach Ende der Untersuchung vernichtet. Die Angaben werden ausschließlich in anonymisierter Form ausgewertet. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie werden auf der Münchner IT-Messe Systems im Oktober 2004 vorgestellt und außerdem auszugsweise in der COMPUTERWOCHE und auf der Web-Seite www.computerwoche.de veröffentlicht. Für inhaltliche Fragen zur Gehaltsstudie steht Maria Scholz unter der E-Mail-Adresse Maria. Scholz@internetbefragung.de zur Verfügung.