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09.12.1977 - 

Herstellerunabhängiges SL1 von gfs:

Testsystem gegen teure Individualisten

MÜNCHEN - Während Softwaretechniken wie normierte, strukturierte oder modulare Programmierung dem "Codierer" strenge Richtlinien vorgeben, ist das Testen bis heute ein Tummelplatz für Individualisten geblieben. Und das kann ins Geld gehen, i meint man bei der gfs, gesellschaft für systementwicklung mbH. Das Münchner Softwarehaus hat mit SL/1 (Systemtest-Language 1) eine weitgehend an PL/1 angelehnte Testhilfe entwickelt, "die bei jeder Testarbeit einsetzbar ist", wie es in der Einführungsschrift heißt. Es handelt sich nach gfs-Angaben bei SL/1 um eine spezielle Sprache zum Testen komplexer Software-Systeme. Die Steuerung aller Funktionen des Testsystems erfolgt durch einheitliche Sprachelemente was den Vorteil hat, daß einmal erlernte Sprachelemente bei späteren Tests - auch für völlig andere Aufgaben - wiederverwendbar sind. Die Grundidee von SL/1 war, wie ein gfs-Sprecher erklärt, "ein herstellerunabhängiges Testsystem zu schaffen". Denn es gäbe zwar eine Vielzahl unterschiedlichster Testhilfen, "die sind in der Regel jedoch nur einem engen Kreis vertraut und werden oft nur einmal verwendet". Mit SL/1 wurde - so gfs - der Versuch gemacht, "alle diese Insellösungen (zunächst für die IBM- und Siemens-Märkte) durch eine einheitliche und umfassende Gesamtkonzeption zu ersetzen".

Zielvorstellung war, dem Programmierer mit der Programmspezifikation zugleich entsprechende Vorgaben in die Hand zu geben, wie die von ihm zu erstellenden Moduln - bezogen auf die nach außen sichtbaren Schnittstellen - zu testen sind.

Der nächste Sehritt in diese Richtung war die Entwicklung einer speziellen Sprache, in der die durchzuführenden Tests eindeutig beschrieben werden können. Da SL/1 unmittelbar vom Testsystem verstanden wird, ergibt sieh ein weiterer Vorteil:

Die Testprotokolle, die das System aufgrund der SL/1-Anweisungen erstellt, sind nicht mehr ein nur dem jeweiligen Programmierer verständliches Durcheinander, sondern liegen in einer Form vor, die jederzeit von der Stelle, die die Tests vorgegeben hat, auf ihre Richtigkeit kontrolliert werden kann.

Mit SL/1 können folgende Aufgaben übernommen werden:

- Testrahmen für Moduln

- Generator für D-Moduln

- Aufruf von Überwacherleistung (SL/1-C)

- Schnittstellenüberwachung

- Monitoring von Programmen

- Ablauf-Überwachung (Trace)

- Überwachung vorgegebener Adressen (Hooking)

- Periodische Überwachung (Timesnap)

- Stand-Alone-Testdatengenerator

- Online-Diagnose-Steckdose

Wesentlich an SL/1 ist, daß die Funktionen nicht unabhängig voneinander bereitgestellt werden, sondern in die Benutzersprache eingebettet sind.

Das SL/1-System besteht aus zirka 100 KB Assembler-Coding (Interpreter, Executor und Linkmodul). Der tatsächlich benötigte Speicherplatz beträgt - aufgrund von Überlagerungstechnik - 60 KB. Bei zeitlich unbegrenzte Nutzung kostet SL/1, je nach Umfang, 20 000 bis 40 000 Mark.

Informationen: gfs, gesellschaft für systementwicklung mbh, Hofbrunnstraße 46, 8000 München 71.