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19.03.2007

Teures Outsourcing

Computacenter hat nach 2005 auch im vergangenen Jahr rückläufige Zahlen bei Gewinn und Umsatz erwirtschaftet. In Deutschland stiegen zwar die Erlöse, aber das operative Ergebnis sank aufgrund einer offensichtlichen Fehleinschätzung deutlich.

Von Alexander Roth

Der Systemhaus-Riese Computacenter hat im vergangenen Geschäftsjahr 2006 weltweit einen Umsatz von 2,27 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 3,3 Milliarden Euro) erwirtschaftet. Wenn auch deutlich gebremst - 2005 hatte der Erlös bei 2,29 Milliarden Pfund und 2004 noch bei 2,41 Milliarden Pfund gelegen - setzte sich der rückläufige Trend in puncto Gesamterlös beim Konzern damit fort.

Auch beim operativen Ergebnis kann Computacenter kein Plus melden: Im vergangenen Jahr betrug das EBIT, der Gesamtgewinn vor Steuern und Zinsen, 33,6 Millionen Pfund (etwa 49,2 Millionen Euro), nach 34 Millionen Pfund in 2005 und noch 67,9 Millionen Pfund in 2004.

Verkalkuliert bei den Shared Services

Computacenter Deutschland, das rund 3.600 Mitarbeiter beschäftigt, konnte zumindest beim Erlös zulegen: Der Umsatz hierzulande stieg im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent auf 654,7 Millionen Pfund (umgerechnet 958,4 Millionen Euro). Das operative Ergebnis sank dagegen deutlich auf 2,8 Millio- nen Pfund (umgerechnet 4,1 Millionen Euro) im Vergleich zu fünf Millionen Pfund im Vorjahr und neun Millionen Pfund vor zwei Jahren.

Den starken Ertragsrückgang in Deutschland begründet Computacenter mit dem Aufbau des neuen Outsourcing-Angebots "Shared Services" im vergangenen Jahr. Das Aufstellen dieser Abteilung, mit welcher der Systemhaus-Riese vor allem größeren Unternehmen umfangreiche Outsourcing-Dienste anbietet, sei teurer gekommen als ursprünglich angenommen, wie der Konzern zugibt. Man habe aber bereits Maßnahmen ergriffen, um die Kosten des neu errichteten Angebots zu senken.

Zahlen überschatten Erfolge

Während Branchenexperten die neue Umsatzrendite, die bei Computacenter Deutschland nur noch rund 0,4 Prozent beträgt, als bedenklich einschätzen, will der Konzern selbst von einer schlechten Bewertung der Geschäftszahlen nichts wissen, zumal diese das eigentlich zufriedenstellende deutsche Geschäft überschatten: Im Handel mit internationalen Services seien Fortschritte erzielt worden, auch sei das Jahresendgeschäft diesmal "stark" verlaufen.

Das Umsatzwachstum in Deutschland werde zudem vom verbesserten Managed-Services-Geschäft getragen. So meldet der Dienstleister, im vergangenen Jahr in Deutschland die Zahl der langfristigen Serviceverträge um 22 Prozent gesteigert zu haben.

"Das (neue) Ergebnis der Gruppe zeigt erste Anzeichen des Fortschritts aus den in den Vorjahren begonnenen Aktivitäten, die Positionierung und das operative Geschäft von Computacenter zu verbessern. Der Umsatzrückgang der vergangenen Jahre konnte 2006 gestoppt werden. Trotz des Preisdrucks lagen die Umsätze mit 2,27 Millionen Pfund nur geringfügig unter denen des Vorjahres", kommentiert Computacenter-Chef Ron Sandler die Zahlen.