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25.05.1984 - 

Aktionärsbrief nennt Sanierungskonzept:

Tewidata AG revidiert Jahresabschluß 1984

MÜNCHEN (CW) - In ihrem jüngsten Aktionärsbrief für das erste Quartal 1984 bedauert die Tewidata, daß sie entgegen früherer Aussagen das Geschäftsjahr 1983 nicht mit einem Gewinn, sondern einem Verlust in Höhe von rund 3,5 Millionen Mark abgeschlossen hat.

Die Schuld an dieser Fehlinformation weist die Aktiengesellschaft für technisch-wissenschaftliche Datenverarbeitung in München ihrem ehemaligen für den kaufmännischen Bereich zuständigen Vorstandsmitglied Günter Hesse zu. So hätten seine im letzten Aktionärsbrief des vergangenen Jahres verbreiteten Geschäftsergebnisse "auf einer nicht zu verantwortenden Fehlinformation beruht". Hesses Nachfolger Dieter Reichel erklärte dazu vorsichtig: "Wir gehen davon aus, daß Hesse zur Zeit, als der Aktionärsbrief geschrieben wurde, nicht über die richtigen Informationen verfügte. Möglicherweise ging er von Prämissen aus, die er dann hochgerechnet hat".

Eines scheint zumindest sicher zu sein: Hesse hat offenbar nicht alle ihm zur Verfügung stehenden Informationen mit der notwendigen Sorgfalt ausgewertet. In einem Bericht der Nachrichtenagentur VWD räumt der ehemalige Tewidata-Finanzchef Fahrlässigkeit ein. Auf Anfrage der COMPUTERWOCHE sagte er seine Aussagen seien von dem Wirtschaftsdienst nicht korrekt wiedergegeben worden. Weitere Erklärungen wollte er nicht abgeben. Hesse, wollte Aufsichtsrat der Tewidata am 16. April geschaßt, arbeitet unbestätigten Angaben zufolge heute als Geschäftsführer bei der in München ansässigen "Techno-Venture". Der amtsenthobene Manager wehrt sich jedoch laut VWD gegen eine einseitige Schuldzuweisung gegen seine Person. Auch tritt er der Behauptung entgegen, auf Wunsch von seinem Posten zurückgetreten zu ein. Er habe lediglich seinem Nachfolger Reichel Platz gemacht, um bei der Durchführung des geplanten Sanierungskonzeptes personelle Kontinuität zu leisten.

Tewidata hat jetzt Konsequenzen gezogen. So wurden personelle Veränderungen vorgenommen und Anpassungsmaßnahmen durchgeführt. Insbesondere in den Bereichen Service und Materialwirtschaft. Nach den Worten Reichels, der von AEG-Telefunken kommt, soll der Personalbestand von derzeit 180 auf 150 abgebaut werden. Weiterhin erfolgten organisatorische Umstrukturierungen innerhalb des Service- und Lagerbereiches. Aufgegeben wird der mit unterdurchschnittlichen

Deckungsbeiträgen arbeitende PC/OEM-Bereich. Gleichzeitig wird die Service- Außenstelle in Dortmund aufgelöst.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Hesses Jahresabschluß testieren sollte, stellte einen erhöhten Wertberichtigungsbedarf beim Umlaufvermögen und einen erhöhten Rückstellungsbedarf für Vertragsrisiken und Garantieleistungen fest. Zum anderen wird die Abweichung auf einen überhöhten Materialeinsatz im Servicebereich sowie auf die Umsatzabgrenzung zurückgeführt.