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10.07.1987 - 

Workstations mit speziellem Lisp-Prozessor:

Texas Instruments strebt bei KI Führung an

FREISING (CW) - Speziell für Zwecke der KI-Softwareentwicklung stellt Texas Instruments die beiden Workstations Explorer II und Explorer II LX vor. Ausgestattet mit einem für Lisp optimierten Mikroprozessor, sollen die Maschinen die bisherigen Modelle hinsichtlich der Leistungsfähigkeit um das Doppelte übertreffen. Damit erhebt TI den Anspruch, die derzeit leistungsfähigsten KI-Rechner auf dem Weltmarkt zu bauen.

Kern der neuen Systeme ist der erwähnte Lisp-Prozessor, ein VLSI-Chip mit der laut TI vierfachen Komplexität eines 68020. Der Prozessor verkörpert eine "tagged" Architektur, das heißt, er unterstützt Pointer die Objekte einander zuordnen. Ein weiteres Leistungsmerkmal ist das "Garbage Collection" per Hardware. Auf diese Weise, so ein TI-Sprecher, erziele der Prozessor einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs gegenüber Softwareroutinen vergleichbarer Funktion.

Während nun der Explorer II allein mit seinem Lisp-Prozessor arbeitet, besitzt das LX-Modell eine zusätzliche Prozessorplatine mit herkömmlichem 32-Bit-Mikroprozessor (68020) und eigenem Arbeitsspeicher von 1 MB. Für die Einbindung in Computernetze hat der Hersteller Schnittstellen zu IBM SNA, DECnet, TCP/IP und dem NFS von Sun Microsystems vorgesehen.

Neben den Hardware-Neuheiten hat Texas Instruments auch eine neue Version seiner Explorer-Software entwickelt. Sie trägt die Versionsnummer 3.0 und enthält einen interaktiven Frame-Editor, ein "Namespace Management" und einen "Flavor Inspector". Bei dem Programm mit dem blumigen Namen handelt es sich um ein Tool zur Verwaltung mengenalgebraischer Objektdefinitionen. Der Frame-Editor ist ein Dienstprogramm zur Codegenerierung für vordefinierte Frames, die wiederum in einzelne Fenster unterteilt sein können. Das Programm unterstützt den Anwender bei der Entwicklung von Benutzerschnittstellen für KI-Applikationen. Unter dem Namespace-Management ist ein tatenbankähnliches Informationsverwaltungssystem zu verstehen.

Neben den kompletten Explorer-Systemen als Entwicklungsrechner will TI in absehbarer Zeit auch Add-on-Boards für Workstations mit dem Lisp-Prozessor anbieten. Die Boards sollen auf der "Nubus"-Struktur aufbauen. Auf diese Weise will der Hersteller seinem Prozessor zu einer breiteren Akzeptanz verhelfen. Geplant ist in weiterer Zukunft auch die Vermarktung der Chips als solche.

Die ersten Explorer der neuen Serie sollen in den USA schon im Juli ausgeliefert werden. Für den September sind dann auch in der Bundesrepublik die ersten Installationen geplant; wie zu vernehmen war, gehören BASF und Dornier zu den Erstkunden. Der Explorer II wird je nach Konfiguration zwischen 150 000 und 300 000 Mark kosten, der Explorer II LX kommt zirka 50 000 Mark teurer.