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03.07.1981 - 

Durch Integration qualitativer Sprung in die totale Bürokommunikation:

Textverarbeitung als Zusatznutzen der EDV

Seit etwa einem Jahr scheint der Bann gebrochen: Die Textautomation beginnt sich auf breiter Front durchzusetzen, nachdem sie zuvor im Schatten der vorangaloppierenden Datenverarbeitung mühsam hochgepeppelt wurde. Einmal erwiesen sich komfortable Geräte wie Speicherschreibmaschinen als marktbereitende Vorläufer. Bildschirm-orientierte Ein- und Mehrplatzsysteme zu attraktiven Preisen stoßen in immer größerer Zahl nach: Wachsender Kosten- und Konkurrenzdruck veranlaßt viele Unternehmen, nach der Daten- nun auch konsequent die Textverarbeitung zu nutzen.

Damit verliert die DV im betrieblichen Organisationsgefüge ihre bisher unangefochtene Dominanz. Im Rückblick erscheint sie eher als Initialzündung für die Entwicklung der Informationstechnologie schlechthin, deren weitere Zukunft nicht nur von der jetzt anrollenden TV-Welle, sondern vor allem von integrierten Systemen, Nachrichtentechnik und Netzwerken geprägt sein wird.

Zwischen der Phase der DV-Vorherrschaft und der totalen Bürokommunikation der späten achtziger Jahre spielt die TV gegenwärtig geradezu eine katalysatorische Rolle - sie bildet die Brücke vom eindimensionalen, computerorientierten Denken hin zur neuen, vielschichtigen Struktur des betrieblichen Informationswesens.

In dieser Übergangsphase gewinnt die TV deutlich den Rang eines Mediums, mit dem sich brachliegende Rationalisierungs-Reserven in der Verwaltung ausschöpfen lassen.

Freilich führt diese Einsicht den investitionsfreudigen Anwender noch nicht weit; sie kann ihn sogar in eine organisatorische Misere hineinkatapultieren, wenn er frischen Mutes sein TV-Gerät ordert - denn: Wer eine DV-Anlage vom Hersteller X besitzt und nun vom Lieferanten Y eine TV-lnstallation bezieht, wird häufig Opfer einer antagonistischen und funktionsinsularen Produkt- und Verkaufsstrategie. Er trägt zweimal die entsprechenden Hard- und Softwarekosten jeweils für TV und DV gesondert und muß später feststellen, daß sich beide Funktionskreise nur mit außerordentlichem Organisations- und Softwareaufwand kompatibilisieren und in ein organisatorisches Gesamtkonzept einfügen lassen. Der Zusatznutzen der Textverarbeitung liegt dann ausschließlich beim umsatzfixierten Hersteller!

Die wenigsten TV- oder DV-Geräte arbeiten zweifunktional

Erfreulicherweise hat sich dieser Dreh des Doppelgeschäfts so weit herumgesprochen, daß doch eine ganze Reihe von Anbietern TV- oder DV-Geräte anbieten, die zweifunktional ausgestattet sind. Diese Small-Business-Systeme - meist schon unter 50 000 Mark zu haben - werden allerdings auch schon mißbraucht: Man dient sie den Anwendern als integrierte. Lösungen an, obwohl es sich dabei zum Beispiel lediglich um Computer handelt, auf denen auch Textpakete - oft nicht einmal gleichzeitig sondern nur alternativ - gefahren werden können; an den Anschluß anderer Funktionen wie Telex, Teletex Telefax oder Kopierwesen ist dabei nicht ZU denken. Diese Marketing-Masche hat der Integrationsphilosophie bereits beträchtlich geschadet. Immerhin: Textverarbeitung als kostengünstiger Zusatznutzen der Datenverarbeitung ist dabei - wenn auch begrenzt - gegeben.

Nur der "echte" Systemverbund garantiert "totale" Bürokommunikation

Der Erfolg des echten Systemverbunds hat jedoch gleichwohl den Markt wachgerüttelt für das Büro der Zukunft. Immer mehr Anwender begreifen, daß diese von wenigen Herstellern angebotenen Integrationslösungen einen qualitativen Sprung in eine neue Dimension darstellen: nämlich in die totale Bürokommunikation, die geprägt ist von allen Leistungseinheiten der Informationstechnologie, die miteinander - gleichsam emanzipiert - in einem organischen Konnex stehen.

TV und DV müssen gleichwertig kooperieren

Spätestens dann wird die TV gegenüber der DV nicht mehr als eine Ergänzungs-, sondern als gleichwertige Kooperationsfunktion definiert. Beide haben dann mit ihren jeweiligen Potentialen zum höchstmöglichen Nutzen des gesamten Informationswesens der Unternehmen beizutragen.

Wer heute einen Computer erwirbt, muß diese Zukunft ins Kalkül ziehen. Auch wenn man zunächst nur Daten verarbeiten will, muß die zu beschaffende Anlage doch so ausgelegt sein daß sie sich problemlos auf TV erweitern und schließlich zum vielseitig befähigten Multisystem ausbauen läßt eine Forderung, die zunehmend auch für kleinere Anwender gilt. Wer weiterhin, soviel steht fest, eindimensional ausgestattete Geräte quasi nur aneinanderreiht, erntet keinen Zusatznutzen, sondern muß immer neue Zusatzkosten in Kauf nehmen.