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24.11.1978 - 

Korrespondenz dezentralisieren:

Textverarbeitung in der Fachabteilung?

HEIDENHEIM (hö) - Anläßlich des sechsten europäischen Kongresses für Textverarbeitung - "Intertext" - (vom 7. bis 10. November 78 in Friedrichshafen) standen am 9. 11. 1978 Vorträge, Vorführungen und Diskussionen zum Thema Korrespondenzabwicklung an Terminalarbeitsplätzen im Blickpunkt des Tages. Moderator dieser Veranstaltung war Rudolf Nechutniß - Leiter Organisation und Datenverarbeitung der Voith GmbH, Heidenheim, der auch den Einführungsvortrag hielt.

Wenn man eine Umfrage startet mit der Frage: "Was verstehen Sie unter organisierter Textverarbeitung?" fällt sehr schnell die Bezeichnung "zentraler Schreibdienst". Es ist nicht anzunehmen, daß bei einer Umfrage nach den Vorstellungen von "organisierter Datenverarbeitung" genauso schnell die "zentrale Lochzahl" genannt wird. Genausowenig wie bei der Datenverarbeitung die Erfassung der Daten primäres Problem war und ist, gilt das für die Textverarbeitung. Aufgrund veränderter Hardwareentwicklungen sollte man sich auch hier von diesen Vorstellungen lösen. Fachbezogener Mensch-Computer-Dialog ist nicht nur für die Datenverarbeitung aktuell, sondern für die gesamte Informationsverarbeitung, zu der selbstverständlich auch die Textverarbeitung zählt.

Wenn auf diesem Kongreß Anwendungen vorgestellt werden, bei denen Terminals bereits im Dialog mit den zentralen Computern verkehren, dann deshalb, weil zunächst jedes Unternehmen, das über eine DV-Anlage verfügt, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit prüfen sollte, ob diese Anlage auch für die Textverarbeitung nutzbar ist.

Fällt diese Prüfung objektiv negativ aus, dann müßte der Begriff des "Distributed Processing" auch auf die Textverarbeitung anwendbar sein. Die für Textverarbeitung eingesetzten dezentralen Computer sollten sich allerdings ohne hard- und softwaretechnische Schnittstellenprobleme harmonisch in den Unternehmenscomputerverband einfügen lassen.

Ob zentrale oder dezentrale Hardware ist mithin sekundär. Im Vordergrund steht der Terminalarbeitsplatz mit seinen Möglichkeiten der fachbezogenen Eingabe in der Fachabteilung.

Diesen Möglichkeiten sollte man bewußt Aufmerksamkeit schenken beziehungsweise für das eigene Unternehmen die Anwendungsmöglichkeiten daraus ableiten.

Wer über einen zentralen -Schreibdienst verfügt, sollte dennoch überlegen, ob bestimmte Abwicklungen: nicht besser wieder dezentral in den Fachabteilungen erledigt werden.

Wer nicht über einen zentralen Schreibdienst verfügt, hat endlich Gelegenheit, die Textverarbeitung unter bereitwilliger Mitwirkung der für die Texte Verantwortlichen zu organisieren. Als Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen wird nicht ein "zentraler Schreibdienst" - ausgestattet mit Schreibautomaten herauskommen, sondern die wirtschaftliche Korrespondenzerstellung für das Unternehmen durch Arbeitsentlastung aller an dieser Abwicklung Beteiligten.

In den fünf Intertext-Referaten würden keine hard- und softwaretechnischen Verfahren verglichen und bewertet, sondern im Vordergrund standen die organisatorischen Lösungen, die allerdings alle auf einen zentralen Computer zurückgreifen. Die Einspielung einer Probeanwendung aus dem Rechenzentrum in Düsseldorf sollte dazu beitragen, die Referenten in ihren grundsätzlichen Aussagen zu bestätigen. Wortlaut und Unterlagen zu den Vorträgen können angefordert werden bei: IPO-Messe-GmbH - Intertext 7990 Friedrichshafen 1