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15.08.1980 - 

Hannover Messe als Teststand:

Textverarbeitungssysteme zur Wahl

HANNOVER (to) - Dem zunehmenden Interesse an Textbe- und -verarbeitungssystemen entsprechend hat die Hannover Messe 1980 gleich zwei vergleichende Marktübersichten aus diesem Bereich hervorgebracht. Die "Marktübersicht Textsysteme mit Bildschirm" von der Handelsdienst GmbH, Hamburg, und die "i.f.t.-Marktübersicht Textautomaten" des Institutes für Textverarbeitung Rolf Schreiber GmbH, Stuttgart, sollen, so erklären die Anbieter, einen Überblick über das momentane Marktangebot ermöglichen, der sonst nur schwer zu erreichen sei. Gleichzeitig soll dem Anwender damit eine Vorbereitung auf das eigentliche Verkaufsgespräch geliefert werden.

Eine "ganz grobe Kenntnis über die Textautomaten mit Bildschirmen" möchte die Handelsdienst GmbH dem Interessenten vermitteln. Nach 40 Kriterien aufgeschlüsselt werden in deren tabellarischer Veröffentlichung 91 Systeme vorgestellt. Das sind, wie das Beratungsunternehmen angibt, zwischen 90 und 95 Prozent aller in Deutschland angebotenen Bildschirmgeräte. Ausgangsbasis waren die auf der Hannover Messe vertretenen Anbieter, von denen nur wenige darunter zwei in Deutschland ansässige Unternehmen - nicht in diese Übersicht aufgenommen werden wollten.

Warum nur Bildschirmgeräte herausgegriffen worden seien? Nach Meinung des Hamburger Beratungsunternehmens spielen Textsysteme ohne Display auf dem heutigen Markt keine große Rolle mehr.

Eine Abdeckung des Gesamtangebots in detaillierter Weise hat das Stuttgarter Institut versucht. Über 130 Merkmale wurden herausgearbeitet. Allerdings waren hier weniger Unternehmen zu einer Mitarbeit bereit: Knapp 80 Systeme werden im i.f.t.-Report tabellarisch dargestellt. Die mit Bildschirm ausgerüsteten Textautomaten bilden darunter die größte Teilmenge.

Zwei grundlegende Fragen sollte sich der Anwender vor einem Vergleich mit den Marktdaten durch den Kopf gehen lassen, heißt es im Vorwort zu der Hamburger Veröffentlichung: "Welche Aufgaben sollen durch das Textsystem gelöst werden?" und: "Welche Anforderungen sind an das einzusetzende System zu stellen hinsichtlich Hard- und Software?"

Die Empfehlung geht dahin, zunächst eine möglichst detaillierte Aufstellung der Aufgaben und Anforderungen an das System im eigenen Unternehmen zu erzielen und die dabei erarbeiteten Kriterien unternehmensintern zu gewichten. Anhand der Tabelle wird so eine Vorauswahl getroffen. Im persönlichen Gespräch und mittels Demonstrationen soll dann der eigentliche Entscheid herbeigeführt werden. " Bedienungsfreundlichkeit, Schnelligkeit und Sicherheit der Verarbeitung, Art der Programmierung, Qualität der Druckausgabe beziehungsweise Bildschirmwiedergabe sowie Unterstützung durch den Hersteller sind dabei zu beachten", rät die Handelsdienst GmbH.

Die Investitionsentscheidung - so die Hamburger - solle in einer stufenweisen Annäherung an das Idealsystem ablaufen; auch die Inanspruchnahme eines Fachberaters könne von Vorteil sein. Die erfolgversprechendste Vorgehensweise sehe folgendermaßen aus:

- Aufgabenanalyse für das einzusetzende Textsystem

- Aufstellung und Bewertung der betriebsindividuellen Anforderungen

- Vorauswahl der Lieferanten

- Beratungsgespräche und Demonstrationen am Beispiel betriebsindividueller Vorgänge

- Bewertung der Hard- und Software entsprechend der betrieblichen Anforderungen.

Einen anderen Weg schlägt das Institut für Textverarbeitung vor. Zur Hannover Messe hatten die Stuttgarter als Testprojekt sogenannte "Standard-Demos" erarbeitet, umfassende Aufgaben, die je nach Anwenderanforderungen demonstriert werden.

Die in der Textverarbeitung vom Anwender eventuell benötigten Optionen wurden in den Demonstrationstexten miterfaßt und auch in die Kriterienliste aufgenommen. Zeilenhalbschaltung, Fotosatzverbindung, Textbearbeitungssteuerung, mögliche Schrifttypen, Rechenfunktionen, Formularbearbeitung und Etikettenbehandlung werden darin abgedeckt. Der Interessent kann somit erstens eine ziemlich genaue Kenntnis der heute angebotenen Funktionen erhalten - ein Gespräch mit dem Hersteller eines nicht enthaltenen Systems kann von Anwenderseite sehr in die Tiefe gehen, da er genau weiß, was er sucht - zweitens ist ihm (mit genügend Geduld) die Beurteilung des Preis-/Leistungsverhältnisses der Konkurrenzsysteme in bezug auf die eigenen Erfordernisse recht gut möglich.

Diese Marktübersichten können, wie die Verfasser einräumen, dem Anwender keine Entscheidung abnehmen. Sie sollen vielmehr die Vorauswahl erleichtern, um dann gezielt Informationen über die Reputation des gewählten Herstellers, Erfahrungen Dritter und Einsatzmöglichkeiten einholen zu können und gleichzeitig eine bessere Basis für das Verkaufsgespräch schaffen.

Die Ordnung der Systemeigenschaften in einzelne Problemgruppen, die den Vergleich erleichtern soll, zeichnet die Broschüre der Unternehmensberatung Rolf Schreiber, die zu einem Preis von 48 Mark vertrieben wird, besonders aus, sagt der Werbetext.

Mit der komprimierten Darstellung in Tabellenform vesucht es die Handelsdienst GmbH, deren Publikation 75 Mark kostet.

Informationen: Institut für Textverarbeitung Rolf Schreiber GmbH, Walter-Flex-Straße 92, 7000 Stuttgart 75, Tel.: 0711/47 16 93. Handelsdienst GmbH, Kurze Mühren 2, 2000 Hamburg 1, Tel.: 040/33 71 97.