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Messe in New York zeigt die aktuellen Trends


28.06.1996 - 

Themen der PC-Expo: Laptops und das Internet

Die Eröffnungsvorträge bestritten Suns CEO Scott McNealy und der General Manager von IBMs Global Network, John Whiteside.

McNealy trug seine altbekannte Argumentation vor, PCs seien für den durchschnittlichen Anwender zu kompliziert, Daten und Applikationen ließen sich besser im Netzwerk speichern. Außerdem betonte er erneut die große Bedeutung von Suns Internet- Programmiersprache Java. Am Rande seines Vortrags gab McNealy auch die Absicht von Sun bekannt, die Firma Lighthouse Design Ltd. mit Sitz in San Mateo, Kalifornien, aufzukaufen. Lighthouse produziert Software-Tools für objektorientierte Entwicklung, die kompatibel zu "Openstep" von der Next Software Inc. sind.

John Whiteside von IBMs Global Network sieht ein allmähliches Zusammenwachsen von Computern, Inhalten und Telekommunikation. Damit ähnelt aus seiner Sicht das Internet, bisher stets als dezentrales Modell betrachtet, immer mehr dem bisher zentralisiertesten Stück Informationsverarbeitung, dem Mainframe.

Was die Aussteller zu bieten haben

Diese neue Variante zentralisierter Organisation wird nach Meinung von Whiteside Firmen hervorbringen, die Hard- und Software- Integration, Netzwerk-Management, den Kundendienst und die Entwicklung von Applikationen betreiben. Intranets müßten zunächst in Firmen etabliert werden, danach sei auch eine Ausweitung auf den Consumer-Markt möglich. Und natürlich werde die IBM sich schnellstmöglich zu einem solchen Versorgungsunternehmen der nächsten Generation entwickeln, versprach Whiteside - allerdings nicht als Generalanbieter wie beispielsweise AT&T, die Aufgabe seines Unternehmens sieht der Manager eher in der Unterstützung solcher Generalisten.

Die Netzwerkspezialisten der 3Com Corp. wollen ihre "Office- Connect"-Produktlinie noch im laufenden Jahr erweitern. Die Produkte, die für kleinere Büros gedacht sind, basieren auf einem Hub mit acht Anschlüssen und bieten derzeit Print- und Fax-Server- Dienste sowie ISDN-Verbindungen. Künftig sollen auch Router, Sicherheits-Server und Kabelmodems unterstützt werden, sagte der President und CEO von 3Com, Eric Benhamou.

Die Acer America Corp. hat ihre kürzlich vorgestellte "Aspire"- Desktop-Familie durch das Notebook "Acernote Nuovo" ergänzt. Mit einer Lithium-Ionen-Batterie, energiesparenden Komponenten und Power-Management soll das Gerät bis zu zehn Stunden netzunabhängigen Betrieb gestatten. Das Acernote Nuovo kommt mit einem 133-Megahertz-Pentium, 16 MB Arbeitsspeicher in EDO- Ausführung und 256 KB Second-Level-Cache, 2 MB EDO-Videospeicher, einer 1,2-GB-Festplatte sowie einer 128-Bit-Grafikkarte. Das Aktiv-Matrix-LCD ist 11,8 Zoll groß. Außerdem verfügt das Notebook über ein Stereo-Soundsystem mit integriertem Mikrofon und UKW- Radioempfänger, ein Modem mit einer Geschwindigkeit von 28800 Bit/s, zwei PC-Karten-Steckplätze und einen Multifunktionsschacht für ein Disketten- oder CD-ROM-Laufwerk. Eine passende Docking- Station ist ebenfalls erhältlich. Ab 1. August soll das Gerät zu Preisen ab 3500 Dollar zu haben sein.

Computer Associates Inc. (CA) und Cheyenne Software Inc. gaben ihre Zusammenarbeit beim Massenspeicher-Management für CAs geplante System-Management-Software "Unicenter" bekannt. CA will die "Intelligent Application Agent Technology" von Cheyenne, die ein Backup von Programmen gestattet, während diese in Benutzung sind, in Unicenter integrieren. Außerdem soll eine speziell angepaßte Version der Backup-Software "Arcserve" das Paket ergänzen.

Compaq versucht, verlorenen Boden im Notebook-Markt zurückzugewinnen. Die Texaner stellten eine neue Familie mit der Bezeichnung "Armada" vor und erweitern gleichzeitig ihre "LTE- 5000"-Serie.

Auch die Toshiba America Information Systems Inc. hat ihre Notebook-Serien einem Facelifting unterzogen und im Rahmen der "Tecra"-, "Portege"- und "Satellite"-Familien einige neue Modelle mit Pentium-CPU vorgestellt.

Die Lotus Development Corp. präsentierte nach zahlreichen Vorankündigungen offiziell eine Reihe von Applikationskomponenten für die firmeneigene Groupware "Notes", die in der Version 4.1 künftig mit jedem PC-Server der Lotus-Mutter IBM ausgeliefert werden soll.

Lotus muß ohne Netscape-Produkte auskommen

Diese Komponenten - Chart, Kommentar, Grafik, Dateibetrachter, Kalkulationstabelle und Projektplaner - lassen sich kompatibel zu Microsofts Active-X-Objekttechnologie in Notes-Dokumente einbinden oder bei der Erstellung von Notes-Applikationen nutzen. Nach Aussagen des zuständigen Produkt-Managers Peter Cohen arbeitet Lotus auch an der Portierung der Applets auf andere Groupware- Anwendungen und Betriebssysteme. Eine sofortige Umsetzung auf OS/2 und Mac-OS sei allerdings nicht geplant.

Um dem steigenden Ansturm auf die firmeneigenen Web-Server besser standhalten zu können, wird die Netscape Communications Corp. innerhalb der nächsten zwei Wochen eine komplette "Mirror-Site" in den USA aufbauen. Auf diesen Servern werden die gesamten Inhalte des Herstellers von Zugangs- und Server-Software für das Netz der Netze identisch vorgehalten.

In Kürze sollen nach Aussagen des CEO und President von Net- scape, Jim Barksdale, zwei weitere Mirrors in Paris und Asien eingerichtet werden.

Barksdale widersprach außerdem Gerüchten, seine Firma diskutiere eine Allianz mit der IBM, in deren Rahmen nicht konkreter spezifizierte Netscape-Produkte in Lotus Notes integriert werden sollten.

Die Sharp Electronics Corp. zeigte den ersten Prototypen eines Notebooks mit dem vieldiskutierten "Thin-and-wide"-Formfaktor, das im vierten Quartal 1996 erhältlich sein soll. Das Gerät mit einer Baugröße von 40 x 20 x 4 Zentimetern und rund zwei Kilogramm Gewicht soll ein LC-Display mit Maßen von 285 x 140 Millimetern und einer Diagonale von knapp 32 Zentimetern haben. Dieses wird erstmalig ein Größenverhältnis von sechszehn zu neun aufweisen - herkömmliche Displays arbeiten mit drei zu zwei - und eine Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten bieten. Nach Angaben von Sharp ist das neu entwickelte Display bei einem um ein Drittel niedrigeren Energieverbrauch rund 50 Prozent lichtstärker als bisherige LC-Bildschirme.

Die Sony Corp. weitet ihre Aktivitäten nun auch auf den PC-Bereich aus. Der japanische Hersteller will sich mit seinen "Vaio"- Multimedia-Maschinen auf Basis von Intels Pentium-CPU Anteile am weltweiten Geschäft sichern. Die Rechner verfügen über mindestens 16 MB Arbeitsspeicher, einen Universal-Serial-Bus-(USB-)Anschluß, ein CD-Laufwerk mit achtfacher Standardgeschwindigkeit sowie über eine 64-Bit-Grafikkarte mit MPEG-Video-Fähigkeiten und ein 28800- Bit/s-Modem mit Sprachfunktionen. Ohne Monitor sind die PCs zu Preisen ab 2000 Dollar erhältlich.

Network Computer verzweifelt gesucht

Vergeblich suchten die Interessierten nach dem von Oracle und seinen Partnern propagierten "Network Computer" für unter 500 Dollar - keiner der Hardwarehersteller war in der Lage, ein derartiges Gerät zu präsentieren.

Einzig der eher unbekannte Hersteller JCC USA, ein Tochterunternehmen der Japan Computers Corp., präsentierte mit der "Ibox" ein Produkt, das Ellisons Vision nahekommt. Das Gerät im Design eines Videorekorders beinhaltet eine 32-Bit-CPU, 4 MB Hauptspeicher, 1 MB Video-RAM, ein CD-Laufwerk und ein Modem mit einer Geschwindigkeit von 28800 Bit/s. Das Gerät unterstützt auch ISDN, über parallele und serielle Schnittstellen können Drucker und Peripheriegeräte angeschlossen werden. Die Bedienung kann sowohl über eine spezielle Fernbedienung als auch mit einer normalen Tastatur erfolgen. Die Bildwiedergabe erfolgt bei der Ibox über ein Fernsehgerät.

Ein Ausblick: Die Zukunft der Home-PCs

In einer Gesprächsrunde, an der aus der Industrie Vertreter von Hewlett-Packard, Compaq, IBM, Intel und Gateway 2000 teilnahmen, wurde die Frage "Home-PC: Was bringt die Zukunft?" diskutiert.

In der Runde herrschte Einigkeit darüber, daß die meisten Benutzer nicht die Geduld aufbrächten, Treiber und Modems so zu konfigurieren, wie dies notwendig sei der PC in seiner heutigen Form werde sicher nicht die Massenakzeptanz von Computern ermöglichen.

Umstritten hingegen war der Ausweg aus diesem Dilemma. Als Hürden für die Verbreitung von Netzwerk- und TV-Computern nannten die Teilnehmer technische Probleme, unter anderem die zu geringen Bandbreiten in den weltweiten Datennetzen.

Michael Aymar von Intel geht davon aus, daß 90 Prozent aller Netzzugänge in diesem Jahrzehnt über herkömmliche Telefonleitungen laufen. Auch das in Europa beliebte ISDN stellt für ihn keinen Ausweg dar: "Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich allzu viele Leute in ihrem Wohnzimmer durch die Konfiguration ihres ISDN- Modems quälen wollen - so etwas macht man einfach nicht in seiner guten Stube."

Alle an der Runde teilnehmenden Hersteller untersuchen derzeit die Möglichkeiten künftiger Hybridprodukte aus Fernseher und Computer, Gateway 2000 hat ein solches Gerät mit seinem "Destination" sogar bereits im Angebot. Einige Diskutanten hinterfragten allerdings den Nutzen solcher Geräte für die Anwender von PC-Programmen. Es sei unsicher, ob speziell in den Schlüsselbereichen Spiele und Unterhaltung die Verbraucher derartige Funktionalität in einem PC wünschten, wenn diese in Form billigerer Videospiel-Konsolen bereits erhältlich sei.