Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.08.2000 - 

Die Zukunft des PCs/Vom dummen Terminal zum multifunktionalen Arbeitsplatz

Thin Clients überbrücken die Kluft zwischen Terminal und PC

Wegen ihrer hohen Gesamtkosten sind PCs für viele Unternehmen ein finanzielles Problem. Daher findet die Thin-Client-Idee allmählich größere Verbreitung. Heinz Url* erläutert die Einsatzbereiche und Möglichkeiten der modernen Terminals.

Web-Browser sind heute selbstverständlicher Bestandteil von Endgeräten und übernehmen immer häufiger den Zugriff zu Unternehmensdaten und -anwendungen. Ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung ist der Kostenvorteil, der sich aus schlanken, standardisierten Arbeitsplätzen ergibt. Als Einheits-Frontend reduziert ein Web-Browser in Verbindung mit X-Terminal- und Client-Funktionen für den Terminal-Server die Betriebskosten. Gleichzeitig überbrücken Thin Clients und multifunktionale Arbeitsplätze die Kluft, die bis vor kurzem noch zwischen spartanischem Terminal und PC bestand.

Web-basierende Lösungen lassen sich mittlerweile genauso flexibel einsetzen wie Client-Server-Architekturen und ebenso robust betreiben wie Host-Terminal-Konfigurationen. Das Internet und die mit gleicher Architektur aufgebauten Intranets und Extranets nehmen damit in den Unternehmen einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Auf der Basis von etablierten Internet-Standards lassen sich unterschiedliche IT-Lösungen und Datenbestände auf eine einheitliche Benutzerschnittstelle zusammenführen. Der Anwender ruft mit dem Browser von seinem Arbeitsplatz aus sowohl firmeninterne als auch weltweit verstreute Informationen ab.

Zunehmend ist auch der Zugriff auf viele traditionelle IT-Systeme wie Warenwirtschaft, SAP R/3 und Transaktions-Systeme mit dem Browser möglich. Unternehmens- und individuelle Daten werden für die gesamte Organisation zur Verfügung gestellt. Wesentlicher Vorteil des Browsers ist dabei auch die organisationsweit einheitliche Oberfläche, welche die Einarbeitung neuer Mitarbeiter und die Einführung neuer Verfahren erleichtert. So ist es nicht verwunderlich, dass die Vorzüge der Web-Technologie von den Unternehmen auch und vor allem für die interne Kommunikation eingesetzt werden.

Trotz immer leistungsfähigerer Endgeräte wachsen zum Leidwesen der PC-Befürworter die Rationalisierungserfolge nicht automatisch proportional mit. Die PC-Nutzer selbst verursachen durch Konfigurationsänderungen, Installation von Spielen und Fehlbedienung hohe Betriebskosten. Virenangriffe, Attacken aus dem Internet und möglicher Datenklau bedrohen die PC-Netze zusätzlich. Gerade der Mittelstand verfügt nicht über genügend spezialisierte Systemadministratoren und benötigt oft teure Hilfe von außen, um den Betrieb sicherzustellen. Bei professionell eingesetzten PCs übersteigen die Total Cost of Ownership (TCO) mit 8000 bis 14000 Euro pro Jahr den Kaufpreis des PC um ein Vielfaches. Der Anteil der Endanwender-Betreuung an den Gesamtkosten eines PC über einen Zeitraum von fünf Jahren beträgt anerkanntermaßen zirka 60 Prozent. Diese Betriebskosten können durch Maßnahmen wie zum Beispiel zentrale Administration und Festlegung der Funktionen entscheidend gesenkt werden.

Das Spektrum der Aufgaben in Unternehmen und Organisationen aller Art ist vielfältig. Es reicht von der verfahrensgeprägten Bearbeitung von Vorgängen bis zu multifunktionalen Anforderungen und der Bearbeitung unstrukturierter Daten. Naturgemäß wird der Einsatz von Thin Clients heute vorrangig bei verfahrensgeprägten Arbeitsplätzen erwogen und weniger bei der Bearbeitung unstrukturierter Daten. Die weitaus überwiegende Zahl der großen Unternehmen muss aber mit heterogenen Infrastrukturen leben, in denen im Laufe der Zeit Großrechner, Unix-Server und Workstations neben PC-Netzen mit Novell- und Windows-NT-Servern installiert wurden. Die Vorstellung, dass in einem Unternehmen innerhalb kurzer Zeit ein homogenes Client-Umfeld geschaffen werden kann, ist daher unrealistisch. Die Firmen brauchen viel Zeit, um die Migrationen ihrer Anwendungen und Services durchzuführen sowie Web-Clients als Zugangsmethode für interne Unternehmensdaten und externe Daten einzuführen.

Thin Clients und schlanke PCsAufgrund des heterogenen Status quo benötigen Firmen auf absehbare Zeit Arbeitsplatzsysteme, die alte und neue Anwendungen gleichermaßen unterstützen. Um die Installations- und Betreuungskosten in diesem Umfeld zu reduzieren, bieten viele IT-Hersteller Netz- und System-Management-Produkte an. So dienen beispielsweise "ServerView" und "DeskView" von Fujitsu Siemens dazu, die Verwaltung firmenweiter Netze, lokaler Server und LANs zu erleichtern. Ziel derartiger Softwareentwicklungen ist die einfachere Nutzung der Ressourcen mit Intranet-Methoden wie Browser und Hyperlinks. Auch die Netzverwaltung durch Werkzeuge für den Administrator wird dabei berücksichtigt. Der Einsatz dieser Tools wird gemeinsam mit den Kunden geplant und in Verbindung mit der eingesetzten Hardware an die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden angepasst.

Um die Kosten auch von Seiten der Hardware zu senken, wurden neue Client-Plattformen konsequent für den Einsatz im LAN optimiert. So unterstützen die Thin Clients alle benötigten Kommunikationsprotokolle und Terminalemulationen, um auf die gebräuchlichsten Server zugreifen zu können. Ein Thin Client arbeitet ohne störanfällige Festplatte. Das Betriebssystem ist in einem schreibgeschützten Flash-Speicher untergebracht, alle Daten liegen auf dem zentralen Server. Werden Windows-Programme eingesetzt, laufen diese, wie vom Großrechner gewohnt, auf dem Multiuser-Server ab. Hier kommen in der Regel der Terminal-Server für Windows NT/2000 oder Metaframe von Citrix auf einem Windows-Server zum Einsatz. Die Thin Clients beschränken sich darauf, die Benutzereingaben entgegenzunehmen und den Bildschirminhalt anzuzeigen. Viele Unternehmen forcieren so die Zentralisierung der Netzwerk-Administration, um die Total Cost of Ownership zu reduzieren. Die noch vor wenigen Jahren als inflexibel kritisierte zentrale Datenverarbeitung erfährt mit dem Windows-Terminal-Server eine regelrechte Renaissance.

In der Lücke zwischen klassischem NC und voll ausgebautem IT-Arbeitsplatz sind neue Produkte entstanden, die - als Thin-Client-Terminal konzipiert - bei Bedarf mit zusätzlichen Speichermedien (Diskettenlaufwerke, Festplatten und CD-ROM-Laufwerke) und Sicherheitsoptionen erweitert werden können. Damit ist eine flexible Anpassung an Kundenanforderungen auch beim Thin Client möglich.

Als Betriebssysteme bieten die Hersteller von Thin Clients verschiedene Alternativen an. Neben "Windows CE" kommen dabei oftmals auch schlanke, individuell konfigurierte Linux-Systeme mit obligatorischem Browser zum Einsatz. In diesem Browser können vom Server geladene Java-Programme ablaufen. Zur einfachen Zusammenarbeit mit Windows-Servern findet auch "Embedded Windows NT" Verbreitung. Damit lassen sich die üblichen Netzadministrations-Tools, lokale Business-Anwendungen und der "Internet Explorer" einsetzen.

Anders als beim PC hat der Anwender beim intelligenten Terminal gar keine Möglichkeit, die Stabilität des Betriebssystems durch Bedienfehler zu beeinträchtigen, da das Betriebssystem sicher und unveränderbar in einem Flash-Speicher abgelegt ist. Die Daten liegen auf dem Server. Damit ist der Betrieb genau so sicher wie mit Terminals.

Die Geräte basieren auf PC-Hardware. Je nach Ausstattung können alle Standard-PC-Schnittstellen (USB, seriell, parallel, Maus, Tastatur Port), Grafik, Audio und Ethernet LAN integriert sein. Zur Unterstützung der Fernadministration sind Thin Clients in der Regel über "Wake on LAN" vom Server aus ansprechbar.

Zur Erhöhung der Sicherheit im Netzbetrieb sind Zugangsberechtigungen mit Passwortschutz oder per Chipkarte in Verbindung mit moderner Sicherheitssoftware möglich. Ein CD-ROM- oder Diskettenlaufwerk kann nicht ohne Weiteres eingebaut werden, was die Gefahr durch Computerviren und den missbräuchlichen Einsatz von Spielen und privater Software weitgehend ausschließt. Die Zerstörung der lokalen Konfiguration durch (oft ungewolltes) Überschreiben wichtiger Systemdateien beim Laden fremder Programme von der Diskette ist ebenfalls unmöglich, was einen häufigen Grund für Servicecalls beseitigt.

Thin-Client-Konzepte bieten sich vor allem für Unternehmen an, die in hohem Maße auf Sicherheit angewiesen sind. Dazu zählen besonders Banken, Versicherungen und die öffentliche Verwaltung, aber auch mittelständisch geführte Unternehmen.

*Dr. Heinz Url ist Presales-Consultant für Thin Clients bei Fujitsu-Siemens Computersin Augsburg.

Abb: Viele Thin Clients verzichten auf lokale Laufwerke, um die Datensicherheit zu erhöhen. Lokale Anwendungen und Standardemulationen residieren im Flash-Speicher. Quelle: Fujitsu-Siemens