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01.05.1992 - 

Cetia vermerktet RS6000 auf OEM-Basis

Thomson-Töchter arbeiten mit RISC-Technologie von IBM

Von CW-Mitarbeiter Lorenz Winter

PARIS - Nach der Groupe Bull entschied sich jetzt auch der Thomson-CSF-Konzern für die Verwendung von IBMs RISC-Prozessoren des Typs Power-PC, und zwar in neuen Systemen der Militär- und Zivilelektronik.

Die Thomson-Komponententochter TMS wird die Power-PC-Prozessoren für den Einsatz in den von Thomson-CSF gelieferten Steuer- und Kontrollgeräten für Verteidigung und Avionik anpassen und gegen Strahlenbelastung im Weltraum geschützte Versionen entwickeln. Für bestimmte Sonderanwendungen in der Funk- und Radartechnik oder bei der Signalverarbeitung will TMS zudem eigene Mikrocontroller im Rahmen einer Lizenzvergabe für Power-PC durch Big Blue fertigen.

Das Unternehmen soll darüber hinaus von IBM hergestellte Prozessoren weltweit an ihre der Luft- und Raumfahrtkunden verkaufen. Schließlich nutzt die Thomson-Tochter Cetia, Hersteller von Workstations und VME-Boards, IBM-RISC-Chips zur Implementierung von Echtzeit-Lösungen der Industrieelektronik, etwa im Fernmeldewesen oder bei der Bildverarbeitung.

Weder Thomson noch IBM wollten bisher finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung nennen. Seit Monaten jedoch, so Roger Chevrel, Leiter der Abteilung Services et Informatique bei Thomson-CSF, habe ein "intensiver Austausch von Know-how" mit Big Blue stattgefunden.

Zuvor hatte Thomson Gespräche über mögliche gemeinsame RISC-Entwicklungen offenbar auch mit Hewlett-Packard und Digital Equipment geführt. Die Franzosen entschieden sich dann aber doch für IBM, weil deren seit März 1991 eingegangene Allianzen dem Pariser Konzern Zugang zu mehr als der Hälfte des Weltmarktes in diesem Technologiesegment verschaffen würden.

Logisch war die Entscheidung von Thomson freilich auch, weil die Gruppe schon seit Mitte der 70er Jahre bevorzugt Motorola-Prozessoren verwendet und als einer der ersten europäischen Kunden dieses Unternehmens dessen VME-BUS- und Eurocard-Normen unterstützte.

Hinsichtlich der Eigenentwicklungen von Cetia auf Power-PC-Basis soll nach Angaben von Firmenchef Claude Bozzo schon Ende 1992 ein erstes Produkt vorgestellt werden, "das zu den Workstations der Serie RS/6000 von IBM kompatibel ist". Cetia wird die RS/6000 unter eigenem Namen als OEM-Anbieter vertreiben, während die Armonker ihrerseits Cetia-Produkte in ihren Katalog aufnehmen.

Kurzfristig erwartet Thomson von den Vermarktungsabsprachen noch keine wesentliche Angebotsveränderung bei der Tochterfirma. Chevrel und Bozzo erklärten jedoch, daß für später auch an RISC-Implementierungen gedacht sei.