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29.11.2005

Thyssen-Krupp vergibt Großaufträge an HP

Hewlett-Packard (HP) gewinnt drei Aufträge im Gesamtwert von 100 Millionen Euro. Das HP-Management wertet den Zuschlag als Bestätigung der Triaton-Übernahme.

Die Aufträge umfassen den Aufbau und Betrieb eines weltweiten Weitverkehrsnetzes, die Konsolidierung und Verwaltung der E-Mail-Installation sowie die Harmonisierung der ERP-Landschaft. Die Vorhaben erstrecken sich über einen Zeitraum von drei bis sechs Jahren. Mitarbeiter wurden nach den vorliegenden Informationen nicht übernommen.

Gemeinsam mit dem Servicepartner British Telecom (BT) wird HP für Thyssen-Krupp ein Wide Area Network (WAN) aufbauen und betreiben, das sich über 900 Niederlassungen und 22 Länder erstreckt und insgesamt etwa 184 000 Mitarbeiter mit Kommunikationsdiensten versorgt. Die Infrastruktur soll verschiedene lokale Netze ablösen und weltweit einheitliche Leistungen bieten. Technische Basis der Installation ist das MPLS-Netz (Multi-Protocol Label Switching) von BT.

Außerdem übergibt Thyssen-Krupp seinen E-Mail-Betrieb für rund 50 000 Nutzer an HP. Dem IT-Dienstleister obliegt damit die Aufgabe, die unterschiedlichen E-Mail-Systeme des Konzerns zu vereinheitlichen und die neue Installation zu betreiben. Sie wird auf HP-Servern und -Speichersystemen sowie Microsofts "Exchange 2003" basieren.

Weltweiter Service

Last, but not least haben HP und Thyssen-Krupp ein Rahmenabkommen über ein ERP-Projekt vereinbart (Enterprise Resource Planing). Das Vorhaben umfasst Prozesse im Material-Management, in der Produktion, im Controlling sowie in der Distribution. Der Industriekonzern wird die Applikationen im eigenen Shared Service Center betreiben. HP wurde dafür als einer der Dienstleister ausgewählt, die weltweit Services liefern.

Richtige Entscheidung

Für HP-Chef Hans-Ulrich Holdenried hat sich mit diesem Erfolg die Übernahme von Triaton, der ehemaligen IT-Tochter von Thyssen-Krupp, bewährt. "Eine strategische Überlegung für die Übernahme von Triaton war, einen Zugang zu Thyssen-Krupp zu finden", sagte Holdenried. "Die Entscheidung, Triaton zu kaufen, war gut." HP hatte den konzerngebundenen IT-Dienstleister vor rund 18 Monaten für etwa 340 Millionen Euro übernommen. Die Höhe des Kaufpreises wurde von Kritikern moniert.

Die Integration ist nicht reibungslos verlaufen. Teile des Triaton-Geschäfts wurden verkauft und Mitarbeiter entlassen. Im Mai 2005 kehrte zudem der langjährige Triaton-Chef Peter Chylla dem Unternehmen den Rücken. Holdenried zieht trotzdem eine gute Bilanz: "Die letzten 18 Monate sind sehr positiv zu bewerten. Wir fühlen uns wohl damit." Trotz der gewonnenen Aufträge rückt HP nicht von seinen Entlassungsplänen ab. Bis zum Jahr 2007 muss die deutsche Tochter im Zuge der weltweiten Sparmaßnahmen 1500 Stellen streichen. (jha)