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28.04.2009

ThyssenKrupp will Konzernumbau am 13. Mai beschließen

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Ungeachtet der Proteste aus dem Arbeitnehmerlager hält der Stahlkonzern ThyssenKrupp am geplanten Konzernumbau fest. "ThyssenKrupp soll künftig von einer starken Zentrale effizient geführt und gesteuert werden", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Ein strategisches Gesamtkonzept solle bis zur Aufsichtsratssitzung am 13. Mai erarbeitet werden.

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Ungeachtet der Proteste aus dem Arbeitnehmerlager hält der Stahlkonzern ThyssenKrupp am geplanten Konzernumbau fest. "ThyssenKrupp soll künftig von einer starken Zentrale effizient geführt und gesteuert werden", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Ein strategisches Gesamtkonzept solle bis zur Aufsichtsratssitzung am 13. Mai erarbeitet werden.

Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG habe in seiner Sitzung am 27. März der neuen Konzernstruktur zugestimmt. Es sieht die Bildung von zwei neuen Divisions "Materials" und "Technologies" vor.

Die Divisions als Zwischenholdings entfallen und sollen in acht neue Geschäftseinheiten aufgeteilt und direkt angebunden werden. Die bisherigen Segementführungsgesellschaften gehen in der neuen Struktur auf, teilte ThyssenKrupp mit.

Das Konzept zur strategischen Neuordnung soll laut ThyssenKrupp Kosteneinsparungen von bis zu 500 Mio EUR bringen. Es soll bis spätestens 1. Oktober 2009 rechtlich und organisatorisch umgesetzt werden.

Die neue Struktur stößt bei den Arbeitnehmervertretern auf Kritik. Sie seien in den Prozess nicht ausreichend eingebunden und wenden sich gegen den Verlust der Eigenständigkeit der Sparten. Zudem befürchten sie betriebsbedingte Kündigungen.

Kapitalseite und Arbeitnehmervertreter hätten sich am 27. März im Aufsichtsrat grundlegend auf den Umbau des in Duisburg und Essen ansässigen Konzerns geeinigt, sagte Thomas Schlenz, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der ThyssenKrupp AG, vergangenen Freitag Dow Jones Newswires. Demnach sollten die bisher fünf Segmente zu zwei zusammengeführt werden und einige hundert Stellen in der Verwaltung eingespart werden.

Die Arbeitnehmervertreter hatten bereits im Vorfeld ihre Zustimmung von dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen abhängig gemacht. Auch der bestehende Tarifvertrag und die Vereinbarungen zur Mitbestimmung sollten beibehalten werden, hatte die Belegschaft gefordert. Mit der Auflösung der bisherigen Segmente entfallen nach jetzigen Plänen auch die entsprechenden Aufsichtsräte. Davon betroffen wären nach Angaben eines ThyssenKrupp-Sprechers jeweils rund 40 Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter.

Am 27. März habe man sich auf ein Eckpunktepapier verständigt, wonach im Zuge der Neuaufstellung "betriebsbedingte Kündigungen nicht erfolgen werden", sagte Schlenz. Der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Schulz hatte nach dem Treffen des Aufsichtsrats jedoch ein solches Vorgehen nicht ausgeschlossen. Auch das über die wegfallenden Verwaltungsstellen hinaus gehende Streichen von Arbeitsplätzen wollte Schulz damals nicht ausschließen.

Dass nun das Umbaukonzept ohne Absprache verändert wurde, werten die Arbeitnehmervertreter als Wortbruch. "Die Konzernspitze rückt von dem ab, was sie erst vor vier Wochen mit uns vereinbart hat", sagte Schlenz. Dies widerspreche auch der bisher geübten Kultur der Mitbestimmung. Ein Sprecher der IG Metall bezeichnete das Vorgehen des Unternehmens als "Eskalation".

In Medienberichten war über Stellenstreichungen im Umfang von bis zu 3.000 spekuliert worden. Der Konzern geht von einem Verlust in seinem zweiten Geschäftsquartal aus und sieht einen bereinigten Vorsteuergewinn im Geschäftsjahr 2008/09 (30. September) nur, wenn sich die konjunkturelle Situation im zweiten Halbjahr entspannt.

Schulz wies die Kritik des Betriebsrats an seiner Führung zurück. Er habe nie betriebsbedingte Kündigung ausgeschlossen, "habe allerdings noch letzten Donnerstag den Betriebsräten gesagt, dass ich sehr sicher bin, dass wir den Umstrukturierungsprozess ohne betriebsbedingte Kündigungen hinbekommen", sagte Schulz der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstagsausgabe). Insofern hätten die Betriebsräte seine Aussagen in der Öffentlichkeit fast schon ins Gegenteil verkehrt.

Laut ThyssenKrupp werden die in der Aufsichtsratssitzung vom 27. März angesprochenen Fragen zu den Mitbestimmungsstrukturen bei der Entwicklung des Gesamtkonzepts aufgegriffen. Derzeit fänden entsprechende Gespräche mit den Mitbestimmungsgremien statt. Das Gesamtkonzept solle dann am 13. Mai dem Aufsichtsrat zur Diskussion und Beschlussfassung vorgelegt werden.

Webseite: http://www.thyssenkrupp.de

DJG/has/smh

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