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13.02.2009

Tibco beseitigt Messaging-Engpass

Damit Transaktionen in modularen IT-Systemen nicht zum Flaschenhals werden, hat der Anbieter eine Messaging-Appliance auf "Rendezvous"-Basis vorgestellt.

Für Konsumenten wird Echtzeittechnik zunehmend zur Selbstverständlichkeit: Bei Flugbuchungen beispielsweise klappt mittlerweile sogar der Check-in inklusive Sitzplatzwahl via Web oder Handy, und Wertpapiere möchte man natürlich auch übers Web zu sekundenaktuellen Kursen handeln. Doch dass dieser schöne Schein trügt, wissen IT-Verantwortliche nur zu gut. Tatsächlich verbrauchen derlei Anwendungen im Backend deutlich mehr Verarbeitungszeit, als gemeinhin bekannt ist. So sind beispielsweise Kreditinstitute bis heute nicht in der Lage, einen Echtzeit-Alarm auszulösen, wenn gleichzeitig mit ein und derselben Kreditkarte in der Münchner Maximilianstraße und im Berliner KDW eine Buchung erfolgt. Die schiere Menge der gleichzeitig zu verarbeitenden Transaktionsdaten vereitelt in komplexen Anwendungsszenarien bis heute eine Echtzeitkontrolle.

Hardware beschleunigt

Mit einer Neuvorstellung verspricht nun Tibco, dem Ideal einer Echtzeit-IT einen großen Schritt nähergekommen zu sein. So soll die neue Messaging-Appliance "P-7500" die Kommunikation zwischen IT-Systemen und Anwendungskomponenten deutlich beschleunigen. Der Hersteller betritt damit Neuland, denn es handelt sich dabei um sein erstes Hardwareangebot. Jedoch sei dieser Schritt notwendig gewesen, da man mit bisherigen Softwaremethoden an Grenzen gestoßen sei, erklärt Rourke McNamara, Marketing-Direktor bei Tibco: "Mit der bisher üblichen Kombination aus Server, Betriebssystem und Messaging-Software können wir nicht mehr alle Leistungsanforderungen erfüllen. Damit ist es einfach nicht möglich, zehn Millionen Nachrichten pro Sekunde mit einer Latenz im Mikrosekundenbereich abzuwickeln."

Da immer mehr Unternehmen bei bestimmten Anwendungen ein Nachrichtenvolumen von über einer Million Ereignisse pro Sekunde mit stark steigender Tendenz verzeichnen, wachse auch die Notwendigkeit für leistungsfähigere Systeme. Als anschauliches Beispiel nennt der Tibco-Manager den Mobilfunksektor: Dort entständen beim Versand einer einzigen SMS zwischen zehn und 40 Nachrichten, die zwischen den Backend-Anwendungen hin- und hergeschickt werden müssen.

Aus dieser Erkenntnis heraus hat man die Entwicklung einer Appliance gestartet, um mit Hilfe optimierter Hardware deutlich mehr Transaktionen bei niedriger Latenzzeit zu ermöglichen. Zum Einsatz kommen dabei programmierbare Logikbausteine, so genannte Field Programmable Gate Arrays (FPGA), die typischerweise im Bereich schneller Signalverarbeitung eingesetzt werden, sowie Application Specific Integrated Circuits (Asics).

Rendezvous einfach austauschen

Auf Softwareseite bleibt sich Tibco treu und installiert eine angepasste Variante der Messaging-Applikation "Rendezvous". Tibco-Anwender können daher laut Hersteller ohne besondere Anpassungen bis zu zehn Rendezvous-Server einfach gegen eine neue Appliance austauschen. Für den Fall, dass individuelle Zusatzapplikationen für Rendezvous vorhanden sind, sichert der Anbieter eine Kompatibilität ab der Version 5.x und aufwärts zu.

Gegenüber einer herkömmlichen Rendezvous-Implementierung soll die Appliance das zehnfache Nachrichtenvolumen bewältigen sowie die Latenzzeit um 50 Prozent reduzieren. Branchen, die derzeit großen Bedarf an schnellen Messaging-Lösungen haben, sind laut McNamara die Finanz- und die Telekommunikationsindustrie. Jess Thompson von Gartner sieht darüber hinaus künftig einen verstärkten Bedarf an solchen Hochleistungs-Messaging-Lösungen im Zuge von Cloud-Plattformen sowie als Messaging-Komponenten in Service-orientierten Applikationsstrukturen.

Leasing und niedrigere TCO

Die P-7500 wird in drei Varianten angeboten: mit vier oder acht 1-Gigabit- beziehungsweise mit zwei 10-Gigabit-Anschlüssen. Untergebracht ist die Hardware in einem 4U-Rackformat, der Stromverbrauch beträgt 375 Watt. Zur Preisgestaltung wollte das Tibco-Management bislang keine Angaben machen. Anders als im bisherigen Softwaregeschäft setzt man nun allerdings auf ein Leasingmodell. Zumindest eine grobe Einschätzung ließ sich McNamara entlocken: Die Total Cost of Ownership (TCO) der Appliance soll im Vergleich zu einer herkömmlichen Rendezvous-Implementierung um etwa 50 Prozent niedriger sein. (ue)

P-7500 im Überblick

  • Durchsatz: Bis zu zehn Millionen Nachrichten pro Sekunde (50 Bytes), 50 Prozent geringere Latenzzeit als mit Softwarelösungen;

  • Messaging-Optionen: publish/subscribe, request/relay, point-to-point, multicast, synchron/asynchron;

  • Netzwerk: Link Access Control Protocol (LACP), LAN, WAN;

  • Schnittstellen: optional vier oder acht 1-Gigabit- oder zwei 10-Gigabit-Anschlüsse;

  • Kompatibilität: Tibco Rendezvous 5.x oder höher;

  • Skalierbarkeit: ersetzt bis zu zehn Rendezvous-Server und unterstützt bis zu 6000 Clients.