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10.07.1981 - 

Signallaufzeit-Unterschiede verursachen Chaos:

Timelag auf dem Satellitenweg kalkulieren

10.07.1981

In seinem bei Prentice-Hall erschienenen Werk "Communications Satellite Systems" spricht James Martin, international bekannter Fachmann auf dem Gebiet der Telekommunikation und Autor mehrerer Computer-Bestseller, von drei Problemen, mit denen beim Ersatz terrestrischer (erdgebundener) Systeme durch Satelliten-Verbindungen gerechnet werden muß.

Diese Probleme ergeben sich bei Satelliten-Übertragungen.

- Erstens kann die Bitrate stark abfallen und geht manchmal, verglichen mit dem entsprechenden terrestrischen Datenweg, um 50 Prozent und mehr zurück.

- Zweitens sind die Einrichtungen zur Steuerung von Datenfluß und Taktgabe störungsanfällig, so daß in manchen Fällen ein entferntes Endgerät, beispielsweise ein Drucker, nicht mehr einwandfrei arbeitet.

- Drittens nimmt die Antwortzeit beträchtlich zu, und zwar um manchmal bis zu einer halben Sekunde, in manchen Fällen sogar bis zu mehreren Sekunden, wenn mit Sendeaufruf und ähnlichen Verfahren gearbeitet wird.

Die Signallaufzeit muß die Datenübertragung aber nicht beeinflussen, stellte Martin in seinem Buch fest, wenn die Laufzeitunterschiede im Systementwurf und in den Protokollen entsprechend berücksichtigt worden sind. Martin schrieb 1978 vorausschauend, daß bei öffentlichen Datenverbindungen Probleme auftreten können, wenn der Verkehrsträger gelegentlich von einer terrestrischen auf eine Satellitenverbindung oder umgekehrt umschaltet. Falls ein solcher Vorgang im Bereich der Möglichkeit liegt, muß das beim Systementwurf berücksichtigt werden. Eine konstante Laufzeitverzögerung von etwa 0,54 Sekunden ist bei interaktivem, über einen Nachrichtensatelliten geführten Datenverkehr unvermeidlich, betonte Martin, weil, der Rundweg der Signale, die Lichtgeschwindigkeit haben, etwa 81 000 Kilometer beträgt. Der Wert von 0,54 ist eben das Zweifache des Verhältnisses 81 000:300 000.

Wie Martin weiter in seinem Buch erklärt, kann sich eine solche Zweiwegverzögerung chaotisch auf die Steuereinheiten von Druckern auswirken.

Martins Wert von 0,54 Sekunden gilt aber nur für den Signalaustausch zwischen Endstationen. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die gesamte Signallaufzeit noch eine weitere Verzögerung von 0,15 bis 0,25 Sekunden durch die Endgeräte enthält. Sie ist eine Folge der Datenpassage durch die Hardware zwischen den Bodenstationen und den Endgeräten an beiden Enden des Übertragungskanals sowie der Passage durch den geostationären Satelliten.

*Brad Schultz ist Mitglied der Redaktion der Computerworld, aus Computerworld von 18. Mai 1981, übersetzt durch Hans J. Hoelzgen, Böblingen.