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23.01.1976 - 

Neues DECsystem-20

Timesharing-Kraftpaket

23.01.1976

MÜNCHEN - Im oberen Bereich der DEC-Produktskala liegt das neue DECsystem-20, "ein Timesharing-Computer mit Maxileistung zum Minipreis" (DEC-Werbung), der am 15. Januar weltweit angekündigt wurde.

Bei der Ankündigungs-Pressekonferenz in München schwelgte Helmuth Coqui, Geschäftsführer der Digital Equipment GmbH, in Analogien: Er bezeichnete DEC als "BMW", IBM dagegen als "General Motors" unter den Computerherstellern. Weiter: DEC sei im Gegensatz zu anderen Anbietern, "die im Krankenhaus liegen und künstlich ernährt werden müssen", absolut gesund.

Für das neue DECsystem-20 wurde ein vergleichbar griffiger Slogan nicht geboren .

Der Neuling, US-Bezeichnung bezeichnenderweise "Large-Scale Minicomputer, liegt eindeutig zwischen den Rechnerfamilien PDP-11 und DECsystem 10, wenngleich eine voll ausgebaute PDP-11/70 sich preislich in einzelnen Fällen mit dem neuen "Timesharing-Kraftpaket" überschneiden kann und dieses wiederum in der Maximalkonfiguration die Leistungen eines DECsystem-10 erreicht.

Zögernd auf den kommerziellen Markt

DEC wendet sich mit der Neuankündigung an den "mündigen" Anwender, dem ein "Werkzeug" an die Hand gegeben werden soll, um Timesharingsowie Batch-Aufgaben im Multiprogramming-Betrieb zu bewältigen. Als Teilmarkte, an die DEC in erster Linie herantreten will, wurden genannt: Hochschulen, Dienstleistungs-Rechenzentren und Groß-Anwender, die "Im-Haus-Timesharing" machen wollen. Daneben natürlich DEC's traditionelle Domänen wie wissenschaftliche Institute, Großforschungsanlagen und Ingenieurbüros. Mit "vorsichtiger Energie" - so Coqui - wolle man auch die kommerziellen und datenbankorientierten Anwendungen ins Visier nehmen.

Das DECsystem-20 ist ein kompakter 36-Bit-Rechner, der nur 3 Quadratmeter Stellfläche und keine Klimatisierung benötigt - Zentraleinheit, Hauptspeicher und Ein-/Ausgabe-Kanäle sind in einer einzigen Einheit untergebracht. Der Hauptspeicher, bei dem nach wie vor "Kerne" verwendet werden, kann von 64 KW bis zu 256 KW - was einer Kapazität von 256 bis 1024 K Bytes entspricht - erweitert werden. Die Lesezykluszeit für ein 36-Bit-Wort beträgt 1280 Nanosekunden.

Front End für Ferndiagnose

Bemerkenswerte Neuerung ist ein integrierter Front-End-Rechner PDP-11, der als Konsole, als Steuerwerk für Terminals sowie - und das ist der Clou - als "Prozessor" zur DFÜ-Ferndiagnose von Systemfehlern fungiert.

Die Einstiegskonfiguration des neuen DEC-Timesharing-Rechners besteht aus: CPU mit 256 KB-Hauptspeicher, Diagnose-Prozessor (Front-End), 100 MB-Plattenstation, Magnetbandeinheit sowie Leitungsanschlüssen für 8 Terminals. Kaufpreis: 800 000 Mark.

Insgesamt können bis zu acht 100-MB-Platten, maximal acht Magnetband-Einheiten, Kartenleser, Drucker sowie 64 Online-Terminals angeschlossen werden. Ein vollständig ausgebautes System kostet rund 1.6 Millionen Mark.

Sechs Sprachen und eine Datenbank

Ein Novum ist auch das Timesharing-Operating-System TOPS 20, das virtuell arbeitet so daß Programme ablaufen können die größer sind als die verfügbare Hauptspeicher-Kapazität.

Für das DECsystem-20 stehen (...) Programmiersprachen Algol, APL, Basic, Cobol, Fortran und Makro-Assembler zur Verfügung - desweiteren das bereits vom DECsystem-10 bekannte Datenbanksystem DBMS.

Mögliche Konkurrenzsysteme dürften "Midi-Computer" wie Data General's Eclipse, die Modcomp-Rechner sowie Hewlett-Packard-Timesharing-Anlagen sein.