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27.04.2001 - 

Jugendschutz im Internet

Tipps: So surfen Kinder sicherer

MÜNCHEN (CW) - Fürsorgliche Eltern würden ihre Kinder niemals unbeaufsichtigt auf dem Marktplatz einer Stadt zurücklassen - doch genau das tun sie, wenn die Kleinen allein im Web surfen.

Vor die totale Kontrolle setzen professionelle Kinderschützer die Aufklärung und das Gespräch mit den Kids über die im Web lauernden Gefahren. Die Tipps: Der PC, an dem Kinder im Web surfen, sollte nicht im stillen Kämmerlein platziert werden, sondern im Wohnzimmer.

Zudem müssen Regeln aufgestellt werden: Niemals den richtigen Namen, die Adresse, die Telefonnummer oder Passwörter angeben! Ein Rat an die Eltern: Keine Familien- oder Kinderfotos auf allgemein zugänglichen Websites, sondern nur in passwortgeschützten Bereichen veröffentlichen. Böswillige Zeitgenossen könnten sonst Schindluder damit treiben.

Zusätzlich empfehlen die Experten den Einsatz von Filterprogrammen. Solche Software arbeitet entweder nach dem Negativlisten-Verfahren, bei dem in einer von den Eltern selbst erstellten Datenbank zu sperrende Sites gelistet werden. Die zweite Methode basiert auf Positivlisten: Zunächst ist der komplette Internet-Zugang blockiert - nur erlaubte Inhalte werden definiert. Auch E-Mails lassen sich sortieren, um beispielsweise Werbung herauszufiltern.

Trotzdem sollte man von dieser Softwaregattung keine Wunder erwarten. "Hinter allen Anbietern stecken amerikanische Firmen, die ihr Filterprogramm nach dem amerikanischen Wertesystem ausgerichtet haben. Es fehlt ein deutschsprachiges Programm, das auch die Kulturunterschiede berücksichtigt", kritisieren beispielsweise die "Netzhüpfer", eine Projektgruppe von Lüneburger Studenten, die sich mit dem Thema "Mensch im Netz" beschäftigen.

Vorzuwerfen sei den Programmen auch, dass sie zu grobe Raster bei der Auswahl ihrer Begriffe verwenden. Wird beispielsweise der Begriff "nude" (nackt) auf die Liste gesetzt, kann es vorkommen, dass das Programm den Zugriff auf Sites mit dem Suchbegriff "Nudel" verwehrt. Außerdem: Alle Schutzmechanismen können von PC-erfahrenen Kids ausgehebelt werden.

Kontrolle gibt es auch von staatlicher Seite. So durchforstet beispielsweise Jugendschutz.net, das 1997 von den Jugendministern der Länder eingerichtet wurde, das Netz laufend nach jugendgefährdenden Inhalten. Stößt man auf bedenkliche Sites, wird der Anbieter aufgefordert, sein Angebot in geschlossene Nutzergruppen zu stellen.

Weitere Initiativen: Die Freiwillige Selbstkontrolle Multi-Media-Dienste Anbieter (FSM). Sie fordert die Eltern auf, sich über Sites mit fragwürdigen Inhalten zu beschweren. Der Verein gibt die Beschwerden dann weiter oder leitet Sanktionen ein.

Eine freiwillige Selbstkontrolle von Website-Anbietern ist in der ICRA (Internet Content Rating Association) und im RSAC (Recreational Software Advisory Council) organisiert. Bei der ICRA, hierzulande mit der Bertelsmann-Stiftung als Vorreiter, sollen die Anbieter vorweg selbst einschätzen, wie jugendgefährdend ihre Inhalte sind, und ihre Sites auf einer Skala entsprechend einstufen.

Die Anwender können dann entscheiden, ob sie solch ein Rating-System nutzen. Anwender von Microsofts "Internet Explorer" beispielsweise haben die Möglichkeit, das RSAC-Filtersystem zu aktivieren (im Menüpunkt "Optionen" unter "Filter").

Links

www.Jugendschutz.de

www.FSM.de

www.netzhuepfer.de

www.stiftung.bertelsmann.de

www.secorvo.de/projekt/jugendschutz.htm

www.rsac.org

Filtersoftware

Cybersitter

Der "Cybersitter" kostet knapp 40 Dollar - Updates sind kostenlos. Kategorien lassen sich aktivieren und blockieren. Zudem kann die Zeit im Web mit dem "Cybertimer" begrenzt werden.

http://www.solidoak.com

Netnanny

Das Kindermädchen "Netnanny" arbeitet mit einer Negativliste, die durch weitere Gratislisten von der Netnanny-Homepage ergänzt werden kann. Dialoge lassen sich unterbinden. Die Eltern können bis zu zwölf individuelle Listen mit Zugriffsrechten einrichten. Das Programm kostet knapp 40 Dollar.

www.netnanny.com

Cyberpatrol

Für knapp 50 Dollar ist "Cyberpatrol" erhältlich. Die Software basiert auf dem Negativlisten-Verfahren. Das umfangreiche Paket verwaltet den Internet-Zugriff, begrenzt auf Wunsch die Zeit im Netz und sperrt den Zugang zu bestimmten Seiten. Positivlisten können ebenfalls genutzt werden. Ein "Chatwächter" verhindert, dass Kids persönliche Informationen herausgeben.

http://www.surfcontrol.com

Netsnitch

Zum Preis von knapp 40 Dollar gibt es Netsnitch. Das Programm hat nur eine einzige Aufgabe: Es protokolliert, welche Sites besucht werden. Im Unterschied zur "Verlaufs"-Funktion im Browser ist der Aufruf der Liste passwortgeschützt, die Kids können ihre Web-History nach dem Surfen damit nicht einfach löschen.

http://www.netsnitch.com