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17.11.2000 - 

Ab Januar 2001 gibt es keine Updates mehr

Tivoli beschließt das Aus für das Mittelstandspaket IT-Director

MÜNCHEN (jha) - Tivolis Versuch, mit dem erst Mitte 1998 auf den Markt gebrachten Management-Paket "IT-Director" den Markt für kleine und mittlere Unternehmen zu erobern, ist gescheitert. Im Januar 2001 wird das Produkt offiziell eingestellt.

Die aktuelle Version 2.1 des IT-Directors wird die letzte sein. Kunden, die diese Software im Einsatz haben, können noch bis Mitte 2002 mit Support-Leistungen rechnen. Tivoli reagiert mit diesem scharfen Schnitt auf die schwachen Absatzzahlen des Mittelstandspakets. Gerademal zwei Prozent des Umsatzes haben Tivolis Vertriebspartner mit dem IT-Director erwirtschaftet. 28 Prozent holten sie mit Sicherheitslösungen rein. Den Rest teilten sich bislang die Framework-Lösung "Tivoli Enterprise Software" und Produkte für das Speicher-Management.

Auf Komplettpaket folgen PunktlösungenTivolis Liaison mit dem Mittelstand wird auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. IT-Director war speziell auf Unternehmen mit bis zu 800 IT-Arbeitsplätzen zugeschnitten, um ihnen die aufwändige und teure Einführung einer kompletten Framework-Lösung zu ersparen. Mit gebündelten Funktionen etwa für das Netz- und Event-Management, die Softwareverteilung, Remote Control sowie das Applikations-Management (für Lotus Domino und Microsoft Exchange) wollte Tivoli dieser Klientel umfangreiche, aber leicht zu installierende Management-Werkzeuge bereitstellen.

Dass die umworbene Kundschaft Tivolis Offerte kühl ignoriert hat, erklärt sich der Hersteller mit einer sich zunehmend verschärfenden Marktsituation: So lieferten mehr und mehr Server-Hersteller ihre Rechner mit vorinstallierten und kostenlosen Management-Tools aus. Der IT-Director, dessen Anschaffungskosten schnell 20000 Dollar erreichen, biete in diesem Umfeld nur wenig Mehrwert zu einem stolzen Preis. Zudem spiegelten die gebündelten Funktionen nicht die aktuelle Nachfrage mittelständischer Unternehmen wider. Deren Interesse, so der Anbieter, konzentriere sich derzeit auf Sicherheits- und Speicherlösungen sowie auf das Management von E-Business-Installationen.

Tivoli hat es also nicht geschafft, in den vornehmlich von Hewlett-Packard und Computer Associates (CA) dominierten Markt einzubrechen. Der IBM-Tochter bleibt der Trost, bei den Großunternehmen nach wie vor gut im Rennen zu sein. Besondere Stärken zeigt der Hersteller insbesondere bei den deutschen Finanzinstituten. Speziell für diese Kundschaft, aber auch für Handelshäuser, hat Tivoli nun eine Management-Erweiterung für Bankautomaten auf den Markt gebracht. Unter Mithilfe des Computerkassen- und Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf entstand ein in die hauseigene Enterprise-Konsole integrierbares Management-Modul sowie Agenten für Bargeldautomaten.

Trotz der Pleite mit dem IT-Director ist das Thema Mittelstand für Tivoli dennoch nicht abgeschlossen. Mit den über Partner vertriebenen Punktlösungen für das Speicher-, Sicherheits- undE-Business-Management plant der System-Management-Spezialist, weiterhin kleine und mittlere Unternehmen zu bedienen. Große Hoffnungen setzt Tivoli zudem auf das Geschäft mit Service-Providern. Die sollen das Management-Framework des Herstellers nicht allein für die Verwaltung der eigenen Infrastruktur, sondern auch für das remote Management der IT im Mittelstand nutzen.