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15.12.2000 - 

Produktlinie der IBM-Tochter wird eingestellt

Tivoli überlässt Peregrine das Helpdesk-Geschäft

MÜNCHEN (CW) - Tivoli Systems gibt einen Markt nach dem anderen verloren. Das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen hat die IBM-Tochter schon vor einigen Wochen mit der Einstellung des "IT Director" der Konkurrenz überlassen, nun wurde auch noch die Helpdesk-Produktlinie an Peregrine verkauft.

Für 105 Millionen Dollar in Aktien und Barmitteln erwirbt der Helpdesk-Spezialist Peregrine Systems aus San Diego, Kalifornien, Tivolis Problem-, Change- und Asset-Management-Lösungen. Mit dem Verkauf an Peregrine war dieser Produktlinie innerhalb des Portfolios der IBM-Tochter kein langes Gastspiel gewährt, denn Tivoli hatte die Helpdesk-Lösungen erst im Mai 1998 mit der Akquisition von Software Artistry erworben.

Damals stieg Tivoli in den Markt für Helpdesk-Lösungen ein und wurde zu einem direkten Wettbewerber von Peregrine. Kein Wunder ist es daher, dass der Jubel unter den hiesigen Peregrine-Mitarbeiter groß war, als die Übernahme des Konkurrenz-Tools bekannt wurde. Der neue Eigentümer hat bereits konkrete Pläne mit der erworbenen Software: Mittelfristig soll der übernommenen Kundschaft (etwa 1000 Unternehmen weltweit) ein Migrationspfad zum eigenen Produkt "Servicecenter" angeboten werden. Letztlich, so ließ die deutsche Niederlassung in Frankfurt am Main ausrichten, liege es in der Entscheidung der heutigen Anwender, diesen dann anzunehmen. Im Klartext heißt dies: Tivolis Helpdesk-Linie wird eingestellt. Das "Wall Street Journal Online" will es noch genauer erfahren haben. In der Online-Ausgabe heißt es, die erworbene Software solle Mitte 2002 auslaufen.

Zeitgleich mit der Akquisition von Tivolis Helpdesk-Tools vereinbarte Peregrine auch eine engere Bindung an IBMs Dienstleistungsarm IBM Global Service. Eine Partnerschaft, in deren Rahmen der Dienstleister Peregrine-Lösungen in Unternehmen installiert, besteht zwar schon seit Jahren, nun soll IBM Global Service jedoch die tiefe Integration der Helpdesk-Tools in die unternehmensweite Management-Plattform von Tivoli forcieren.

Konkurrent ausgebootet, Servicereichweite ausgebaut - für Peregrine scheinen die Verträge Gold wert. Doch was treibt Tivoli um? Ende November erst kündigte das Unternehmen die Weiterführung des Mittelstandspakets IT-Director auf, und nun folgt der Abschied aus dem Helpdesk-Markt. US-Analysten mutmaßen bereits, der System-Management-Spezialist plane nur noch mit ManagementProdukten für drahtlose und mobile Internet-Infastrukturen. Dabei, so der Vorwurf, vernachlässige das Unternehmen die installierte Kundenbasis. Die hiesige Niederlassung klärte auf: Künftig will man sich auf das Security-, Storage- und E-Business-Management konzentrieren. Mit einer weiteren Reduzierung des Portfolios sei zunächst nicht zu rechnen. Aber: "Jedes Unternehmen überprüft ständig seine Produktpalette", sagte Michael Obst, Marketing-Leiter bei Tivoli Deutschland.