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20.10.2000 - 

Kongress UMTS 2000 in Barcelona offenbart Mangel an Produkten

TK-Branche schwankt zwischen Euphorie und Unsicherheit

BARCELONA (ave) - Produktankündigungen im Bereich Terminals und Basisstationen gab es auf dem Kongress "UMTS 2000" in Barcelona reichlich. Allerdings sind die meisten Geräte noch nicht verfügbar, außerdem fehlen noch überzeugende Applikationen.

Geschätzte 1900 Besucher und rund 75 Aussteller drängten sich auf dem Fachkongress UMTS 2000 im spanischen Barcelona. Doch das rege Interesse der internationalen Fachwelt konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auf dem Gebiet des Mobilfunks der nächsten Generation noch einige Fragen zu klären gibt.

Lediglich hinter vorgehaltener Hand war zu erfahren, dass es beim Aufbau der Netze in Europa durchaus zu Lieferengpässen bei den Herstellern kommen könnte. Außerdem ist noch unklar, wie die Carrier nach den teuren UMTS-Lizenzauktionen in den kommenden Jahren den Aufbau der nun nötigen Netzstrukturen finanzieren wollen. Es ist durchaus vorstellbar, dass Hersteller hier einiges Entgegenkommen zeigen und sich auf ungewöhnliche Finanzierungskonzepte einlassen müssen, wollen sie die milliardenschweren Verträge an Land ziehen. Beide Parteien sitzen im selben Boot und müssen kooperieren, damit der Übergang zu UMTS möglichst schnell vonstatten geht und neue Services die Kassen klingeln lassen.

Gute Anwendungen sind MangelwareDoch gerade in dieser Hinsicht schaut es momentan noch düster aus. Überzeugende Applikationen für den Mobilfunk der Zukunft sind Mangelware. Zwar war in Barcelona immer wieder vom mobilen Internet, ortsspezifischen Services und personalisierten Inhalten zu hören, doch durchschlagende Konzepte, die den UMTS-Nutzer künftig ködern könnten, fehlten. Réné Obermann, der neue Geschäftsführer von T-Online, verlieh der allgemeinen Ratlosigkeit ungewollt Ausdruck, als er in seinem Vortrag erklärte, es seien vor allem "Dienste, die man sich heute nicht einmal vorstellen kann", die im UMTS-Umfeld neue Einkommensquellen erschließen würden.

Bei Lucent Technologies zog man sich aus der Affäre, indem man das Micro-Billing zur Killerapplikation erhob. Die Fähigkeit, gleich welche Dienste für die Nutzung über UMTS sehr fein zu tarifieren, sei der Schlüssel zum Erfolg der Technologie. Neue Services würden dann von selbst folgen, gibt sich der Anbieter sicher. Am eigenen Stand zeigte Lucent jedoch wenig Aufregendes. So konnten Dienste wie Unified Messaging und mobiler Internet-Zugang auf einem "Ipaq" von Compaq, der via Funk-LAN mit einer UMTS-Basisstation kommunizierte, nicht so recht überzeugen.

Auf der den Kongress begleitenden Ausstellung herrschte der größte Andrang bei Anbietern wie Motorola, Ericsson, Siemens oder Nortel Networks. Nortel, aber auch Konkurrent Nokia, führten Lösungen für den Aufbau von UMTS-Mobilfunknetzen vor. Nortel vermeldete, es habe sich damit schon Aufträge im Wert von etwa 880 Millionen Dollar sichern können. BT Cellnet in Großbritannien und Airtel in Spanien gehören zu den Kunden des Anbieters. In Barcelona stellte Nortel zudem neue Produkte für UMTS-Netze vor. Dazu zählt unter anderem die Basisfunkstation "E-Mobility Compact BTS", die voraussichtlich ab Mitte 2001 verfügbar sein soll.

Wann kommen die UMTS-Endgeräte?Nokia stand dem nicht nach: Die Company kündigte "Mplattform" an, mit der sich mobile Internet-Lösungen implementieren lassen sollen. Neben "Mposition", das ortsspezifische Dienste ermöglichen soll, stellte Nokia für die zweite Jahreshälfte 2001 ebenfalls neue Basisstationen in Aussicht.

Viel Beachtung fanden zudem neue Endgeräte an den Ständen von Herstellern wie Siemens oder Ericsson. Bei Letzterem war etwa ein Terminal zu sehen, das mit einem hochauflösenden Farb-Display ausgestattet war und via UMTS Videos übertragen konnte. Das zur Sprachübertragung benötigte Headset kommunizierte mittels Bluetooth mit dem Hauptgerät. Ähnliche Lösungen waren auch bei Motorola, Nokia oder Panasonic zu bewundern. Doch auch hier stellt sich die Frage, wann die neuen Wunder-Winzlinge verfügbar sein werden. Klaus Estenfeld, Vice President UMTS Terminals bei Siemens, antwortete auf diese Frage lapidar: "Zur rechten Zeit", andere Anbieter äußerten sich ähnlich ausweichend. Einig sind sich die Hersteller auch darin, dass es kein einheitliches Terminal der Zukunft geben wird. Verschiedene Geräte, so ein Motorola-Sprecher, werden unterschiedliche Kundentypen ansprechen.

Das UMTS-Forum zeigte sich jedenfalls zuversichtlich, was die Zukunft des 3G-Mobilfunks angeht. Im Jahr 2010, so Bernd Eylert, Chairman des Forums, lasse sich mit den drei wichtigsten Services (personalisiertes Infotainment, mobiler Internet- beziehungsweise Extranet-Zugang sowie Multimedia-Messaging) ein Umsatz von insgesamt 164 Milliarden Dollar erzielen. Dabei stehe diese Mobilfunkgeneration aber erst am Anfang, ab 2010 sei mit stärkerem Wachstum zu rechnen.