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08.02.2002 - 

Telekom-Konkurrenten kritisieren die Zuversicht der Behörde

TK-Markt ist besser als sein Ruf

MÜNCHEN (CW) - Die Konjunkturschwäche scheint den deutschen Markt für Telekommunikations-Dienstleistungen wenig zu tangieren. Nach dem Jahresbericht 2001 der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) ist das Marktvolumen im vergangenen Jahr um 15 Prozent von 55,2 auf 63,4 Milliarden Euro gewachsen. Die Telekom-Konkurrenz wirft dem Regulierer nach wie vor mangelhaftes Durchsetzungsvermögen gegenüber dem Ex-Monopolisten vor.

Die tatsächliche Lage am TK-Markt sei besser als die vorherrschende Stimmung, versichert Matthias Kurth, Präsident der Bonner Regulierungsbehörde. Neben dem Marktwachstum wertet der Reg-TP-Chef auch die nach wie vor steigende Zahl der Beschäftigten im deutschen TK-Markt als positives Signal. So sei diese 2001 um 0,46 Prozent auf 241800 Arbeitnehmer gewachsen - gegenüber dem Vorjahresplus (8,7 Prozent) allerdings eine bescheidene Zunahme. Bei den neuen Anbietern stieg die Zahl der Arbeitsplätze um 3,25 Prozent auf insgesamt 63500 - im Jahr 2000 hatte das Wachstum noch 25 Prozent betragen. Diesbezüglich gegen den Strom schwimmt die Deutsche Telekom, die ihre Inlandsmannschaft im vergangenen Jahr um 900 auf rund 178300 Mitarbeiter reduzierte.

Laut Reg TP konnten die Wettbewerber der Telekom ihren Anteil am Gesamtumsatz auf gut 40 Prozent ausbauen. Der mit 37 Prozent größte Teil der Einnahmen wurde demnach im Mobilfunkbereich erzielt, der den Festnetzsektor (33 Prozent) erstmals überholte.

Das Teilnehmerwachstum im Mobilfunksektor dürfte nach Einschätzung des Regulierungs-Chefs jedoch bald an seine Grenzen stoßen. Mit der Ende 2001 erfassten Kundenzahl von 56,3 Millionen - beziehungsweise einer Verbreitung von knapp 70 Prozent - in den deutschen Mobilnetzen (D1, D2, E1, E2) sei eine gewisse Sättigung erreicht, so Kurth. Im vergangenen Jahr stieg die Teilnehmerzahl um acht Millionen, während sich die Nutzerschar 2000 von 23 auf 48 Millionen mehr als verdoppelt hatte. Hinsichtlich der Marktdurchdringung nähere sich Deutschland den diesbezüglich führenden westeuropäischen Ländern Italien, Island, Österreich, Norwegen und Schweden.

Internet-Nutzung gestiegenZuversichtlich äußerte sich Kurth im Bezug auf die Nutzung des Internet. Gut 30 Millionen Deutsche über 14 Jahre beziehungsweise knapp jeder zweite dieser Altersgruppe hätten im vergangenen Jahr im Web gesurft. Den Teilnehmerzuwachs sowie die generell gestiegene Nutzungsdauer führt der Reg-TP-Präsident nicht zuletzt auf die sinkenden Web-Zugangstarife zurück, die 2001 gegenüber dem Vorjahr um 30,5 Prozent gefallen seien.

Eine gesunde Wettbewerbsentwicklung im TK-Markt liest Kurth wiederum an der "nach wie vor hohen Zahl" der Anbieter ab. Ende 2001 habe man rund 2000 bei der Reg TP registrierte Anbieter gezählt. Für eine Angebotsvielfalt sorgten zudem 240 Firmen, die Sprachdienste anbieten - gut 90 davon mit eigenen Verbindungs- oder Teilnehmernetzen. Von den 52,3 Millionen Telefonkanälen in Deutschland entfallen laut Reg TP mittlerweile drei Prozent (1,58 Millionen Kanäle) auf die Wettbewerber der Deutschen Telekom, die damit ihren Anteil 2001 nahezu verdoppelt hätten.

95 Prozent der insgesamt 2,1 Millionen deutschen Breitband-Internet-Anschlüsse stellt allerdings die Telekom bereit. Auf die DSL-Konkurrenz entfällt ein bescheidener Anteil von drei, auf die Kabelnetzbetreiber ein Prozent.

Kritik an seiner optimistischen Markteinschätzung hat sich Kurth von Seiten der Telekom-Konkurrenz zugezogen. Nach Ansicht der Branchenverbände VATM und Breko könnte ein konsequenteres Vorgehen insbesondere im Hinblick auf die nach wie vor bestehende Ortsnetzübermacht der Telekom (97 Prozent Marktanteil) zu einer wesentlich kräftigeren Marktentwicklung führen. Kurth hingegen führt Probleme im TK-Markt auf Überkapazitäten, eine veränderte Erwartungshaltung der Investoren sowie Fehleinschätzungen der Nachfrageentwicklung zurück - vorwiegend global verursachte Schwierigkeiten, die sich durch ein Eingreifen der Regulierungsbehörde nicht lösen ließen. (kf)