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18.04.1986 - 

Auch Telenorma-Netzwerk-Architektur orientiert sich am ISO-Modell:

TN interessant durch ISDN und Gastbetriebssysteme

Universell wie die Konzepte der größeren Konkurrenten erscheint auch das breite Spektrum der Telenorma-BK-Möglichkeiten. Integration von Sprache als Sprachannotation in Dokumenten fiel auf der Hannover-Messe auf. Ob die Frankfurter aber damit mehr Glück haben als die Nixdorf AG mit ihrem speziellen System 88 BK muß sich noch erweisen. Das Konzept der Bosch-Tochter basiert auf Isy, einem Mehrplatzsystem der Convergent Technology und ihrer ISDN-Nebenstellenanlage Integral, ergänzt von Beratung. Hier die Beschreibung der Telenorma.

Die Konzeption der Isy-Systemfamilie (Isy 100, 120 und 200) beruht auf dem Prinzip der verteilten Intelligenz. Dem multifunktionalen Mehrplatzsystem Isy liegt eine ausgereifte Systemarchitektur zugrunde, die in den modularen Hard- und Softwarekomponenten verwirklicht ist.

Die dazugehörige Software-Architektur berücksichtigt besonders die Forderungen nach Flexibilität, Erweiterbarkeit und Änderungsfreundlichkeit, die sich durch kontinuierliche Änderungen der Aufgabenbeschreibungen in modernen Büros ergeben.

Bei einer durch neue Aufgaben notwendig werdenden Umkonfiguration des Systems können alle Komponenten weiterverwendet werden. Dies gilt sowohl arbeitsplatzbezogen als auch systemweit. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden 30 Einzelmodulen lassen sich alle möglichen Arbeitsplatzsysteme konfigurieren. Zum Beispiel lassen sich die einzelnen Arbeitsplätze individuell mit Btx-, Sprach- oder ISDN-Modulen ausstatten.

Dies sei am Beispiel des möglichen Speicherausbaus verdeutlicht. Ein einzelner Isy-100-Arbeitsplatz kann heute modular bis auf 4 MB Hauptspeicher und 340 MB externer Plattenkapazität ausgebaut werden. Dies wird den meisten Aufgaben an einem Büroarbeitsplatz gerecht. Höhere Anforderungen bezüglich Rechen- und Plattenkapazität erfüllt das System Isy 200. Dieses System ist genauso modular aufgebaut wie die Isy-100-Systeme und kann als File-, Printer- und Kommunikationsserver und als dedizierter Anwendungsserver für 64/128-Arbeitsplätze benutzt werden. Größere Konfigurationen werden durch die Vernetzungsmöglichkeiten der einzelnen Systeme realisiert. Beim Einsatz von Isy-100-Systemen liegt die Obergrenze bei 2550, bei Einsatz von Isy 200 bei 32 640 vernetzten Arbeitsplatzsystemen.

Weitergehendes Ressourcen-Sharing nach außen

Damit die verschiedenen Isy-Arbeitsplätze nicht zu in sich abgeschlossenen Insellösungen werden, sind sie in ein leistungsfähiges Serverkonzept integriert. Dieses ermöglicht neben der Kommunikation der Systeme untereinander und nach außen ein weitergehendes Ressourcen-Sharing. Die notwendigen Hardware- und Softwarevoraussetzungen sind auf dem Prozessormodul beziehungsweise im Betriebssystem standardmäßig vorhanden. Hierzu gehört auch die Unterstützung eines 1,8 Megabit pro Sekunde schnellen LAN, das die Systeme untereinander verbindet. Das Serverkonzept macht Daten, Programme und HW-Ressourcen innerhalb eines Isy-Verbundes jedem zugänglich. Als Übertragungsmedium für dieses Inhouse-Netz wird ein abgeschirmtes 4-Draht-Kabel verwendet. Dieses Konzept ermöglicht es, einen Arbeitsplatz nur mit einem eigenen CPU-Modell auszurüsten und alle benötigten Programme Daten und Peripherie-Ressourcen sowie das Betriebssystem über das Servernetz zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Konzept werden die systembedingten Nachteile von PC-basierenden Lösungsansätzen (eigenes Operating an Arbeitsplatz, aufgepfropfte Netzwerksoftware etc.) umgangen. Die Vorteile des PC-Ansatzes (Rechnerleistung vor Ort, Entlastung zentraler CPUs) werden dabei beibehalten.

Mit dem Anschluß der Isy-Systeme an die Kommunikationsanlage "Integral" ermöglicht es Telenorma, die vorhandene Netzinfrastruktur für BK-Lösungen zu nutzen. Neben Inhouse-ISDN-Netzen und dem Isy-LAN unterstützt Telenorma Ethernet. Mit diesen Vernetzungsmöglichkeiten können die Anforderungen aus der Anwendung und der gegebenen Infrastruktur berücksichtigt werden. Auf den individuellen Kommunikationsbedarf zwischen den verschiedenen Systemen kann durch den wahlweisen Einsatz der verschiedenen Netze reagiert werden. Durch die Modularität der Systeme ist es sichergestellt, zukünftige LAN-Standards, zum Beispiel Token-Ring, zu implementieren und die getätigten Investitionen zu sichern. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Systemen ist die Auslastung der Serverfunktionen im Netz.

Viele Systeme sind so konzipiert, daß die Arbeitsplatzsysteme ohne einen zentralen Server funktionsunfähig sind. Jede Anwendung belastet den Server stark und führt zu den von Host-Systemen bekannten Problemen. Diese Problematik wird vermieden, weil die Isy-Systeme nur bei Bedarf auf den Server zugreifen.

Bei der Kommunikation zu Fremdsystemen kommen für Telenorma als Kommunikationsunternehmen nur Standards in Frage, deshalb orientiert sich die Telenorma-Netzwerk-Architektur TNA an dem ISO-Schichtenmodell. Speziell für die Kommunikation von BK-Systemen untereinander eignet sich der X.400-Standard. Er erlaubt es, Dokumente zwischen Anwendern auszutauschen, die an nichtkompatiblen Systemen arbeiten. Diese Funktion wird auf den Isy-Systemen eingebettet in das Nachrichten-Verteil-System NVS, das Bestandteil der Telenorma-Netzwerk-Architektur TNA ist.

Mit NVS immer in der gleichen Anwendung arbeiten

Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist die Tatsache, daß es auf vielen Systemen auch heute schon Gateways zu den verschiedensten Netzen gibt, wie zum Beispiel Telex, Teletex, SNA (Dissos) und anwendereigene Netze. Jedesmal, wenn der Benutzer eine Nachricht an einen Kommunikationspartner in einem anderen Netz absetzen will, muß er heute die Anwendung wechseln oder zumindest eine andere Funktion aufrufen, muß sich über die verschiedenen Adressierungsmöglichkeiten informieren, muß andere Formate einhalten und ist immer der Gefahr ausgesetzt, daß seine Nachricht nicht ankommt. Mit NVS arbeitet der Anwender immer mit der gleichen Anwendung, unabhängig davon, welche Kommunikationsschnittstelle verwendet wird. Die Nachricht wird immer mit der gleichen Anwendung erstellt, und eine einfache Namensangabe oder die Abkürzung einer Organisation reicht für die Weiterleitung. Sind dem System mehrere Adressaten mit gleichem Namen bekannt, wird der Benutzer aufgefordert, die Adresse näher zu spezifizieren. Die NVS-Anwendung übernimmt danach die eventuell notwendige Neuformatierung der Nachricht für die verschiedenen Netze, versendet die Nachricht über das jeweilige Netz und informiert über den Status. Durch dieses Produkt wird das Netzwerk für den Anwender vollkommen transparent, denn für den Anwender ist es letztendlich auch uninteressant, über welches Netz er seinen Adressaten erreicht. Den gleichen Prozeß durchlaufen über das Netzwerk eintreffende Nachrichten.

Für die unternehmensinterne Kommunikation ist es besonders interessant, auf die bereits vorhandenen Kommunikationsmedien zurückgreifen zu können. Im Mittelpunkt steht dann die ISDN-Kommunikationsanlage, die als Umsetzer zwischen den verschiedenen Protokollen eingesetzt wird und in diesem Sinne Serverfunktionen wahrnimmt. Diese Serverfunktionen können integrierter Bestandteil der Anlage sein oder durch angeschlossene Systeme zur Verfügung gestellt werden.

SNA-Emulationen und Dissos-Gateways

Der berechtigten Forderung nach Integration schon bestehender DV-Infrastrukturen und -Lösungen in ein BK-System kommt Telenorma durch die Entwicklung entsprechender Koexistenzprodukte wie zum Beispiel durch SNA-Emulation beziehungsweise Dissos-Gateways nach.

Aber nun zurück zu den Büroanwendungen. Der Büroalltag ist durch "Vorgänge" geprägt. Es ist aber bekannt, daß diese Vorgänge sehr oft nicht kontinuierlich bearbeitet werden können, da es immer wieder zu Unterbrechungen kommt beziehungsweise weitere Informationen notwendig sind oder Entscheidungen getroffen werden müßten, bevor der Vorgang weiterbearbeitet werden kann. Dieser Anforderung kommt das TNOS-Betriebssystem entgegen. Es arbeitet nachrichtenorientiert und unterstützt parallel ablaufende Vorgänge, durch die es für den Anwender möglich wird, "auf Knopfdruck" zwischen einzelnen Anwendungen und Vorgängen zu wechseln.

Durch diese Funktion ist es möglich, Vorgänge "liegenzulassen" beziehungsweise sich mittels anderer Anwendungen Informationen zu beschaffen, um danach mit dem alten Vorgang an der gleichen Stelle mit den neuen Informationen fortzufahren. Mit bis zu zehn Vorgängen beziehungsweise Anwendungen kann so verfahren werden. Für den Wechsel zwischen den Vorgängen genügt ein Knopfdruck. Dadurch ist der Anwender flexibel in der Gestaltung seines Arbeitsablaufes und kann entsprechend den Anforderungen agieren. Alle derzeit verfügbaren BK-Anwendungen wurden deshalb unter TNOS entwickelt.

Die unter TNOS zur Verfügung stehenden Entwicklungstools sind ebenso leistungsfähig wie die TNIX-Entwicklungstools. Dazu gehören verschiedene Editierprogramme, Maskengeneratoren, Interpreter, Compiler und ein symbolischer Debugger. Mit dem relationalen Datenbanksystem "Isy:ADS" existiert eine Programmiersprache der vierten Generation mit zusätzlichen Dienstprogrammen, die es einem Sachbearbeiter erlauben, Auswertungsprogramme für die eigenen Bedürfnisse zu erstellen. Mit diesen modernen Tools wird die Entwicklung von Anwendungslösungen erheblich beschleunigt.

Mit dem Leistungsspektrum und der Bedienung der Systeme ist ein Anwender heute oft überfordert. Deshalb muß "gerade im BK-Bereich" ein ergonomisches Interface zwischen Mensch und Maschine geschaffen werden. Die Grundlagen hierfür sind in der Telenorma-Büro-Architektur (TBA) definiert. Sie bietet dem Anwender eine einheitliche Benutzeroberfläche, die ihm für die jeweilige Anwendung selektive Hilfe bietet.

Integration am Arbeitsplatz: Bildschirm wie Schreibtisch

Durch entsprechende Fensterfunktionen kann sich der Anwender seinen Bildschirmarbeitsplatz ähnlich wie seinen Schreibtisch gestalten, auf dem in der Regel auch immer mehr als nur "ein" Blatt Papier liegt. Bei der Bedienung der Anwendung wird er wahlweise durch Funktionstasten, Menüs und eine Maus unterstützt.

Was wird weiter getan, um Integration zu realisieren? Ausgehend von der Tatsache, daß es möglich ist, schnell und einfach zwischen den einzelnen Vorgängen zu wechseln, kommt jetzt noch die Möglichkeit des Datenaustausches zwischen den Vorgängen hinzu. Informationen einer Anwendung oder eines Vorgangs können in einen anderen integriert werden, um dort zu neuen Ergebnissen weiterverarbeitet zu werden. Neben der Integration auf Produktebene findet die auf der CeBIT erstmals gezeigte Integration auf Dokumentenebene statt. Mit "Isy:Dokument" wird die Integration von Text, Daten, Grafiken und Sprache in einem Schriftstück ermöglicht. Mit dem normalen Telefon und einem Sprachmodul an der Isy können damit Sprachanmerkungen innerhalb eines Dokumentes vorgenommen werden. Vorher oder zwischendurch erstellte Grafiken, Statistiken oder Daten können ebenfalls zusammen mit dem Text und der Sprache in das Dokument integriert werden und bieten damit die Integration, die der Anwender erwartet. Er ist somit in der Lage, seinen Text mit Zahlenmaterial zu belegen, mit Freihand- oder Business-Grafiken zu verdeutlichen und, wenn notwendig, mit Sprache zu ergänzen.

Eine weitere Möglichkeit für die Anwendung der Sprachannotation ist die Korrekturanmerkung für über die elektronische Post vorgelegte Schriftstücke. Das Dokument wird danach zum Verfasser zurückgeschickt, der dann die Änderungen vornehmen kann. Als zusätzlicher Nutzen kann zum Beispiel der Plattenspeicher der Isy in Verbindung mit dem Sprachmodul als Anrufbeantworter für ankommende Telefongespräche eingesetzt werden. Ist das Gerät neben dem Sprachmodul auch mit einem ISDN-Modul ausgestattet, erfolgt sowohl die Versendung der elektronischen Post als auch die normale Sprachkommunikation über den einen Anschluß zur ISDN-Anlage "Integral". Der entscheidende Vorteil der Isy-Systemfamilie bleibt die Unterstützung der Bürovorgänge in ihrer bisherigen Form mit zusätzlichen Leistungsmerkmalen und die Beschleunigung der Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Damit ist Isy das System für die Integration am Arbeitsplatz, ein System für Text, Daten, Grafik und Sprache.

Abgerundet wird das Telenorma-Leistungsangebot durch Dienstleistungen, die bei BK-Projekten notwendig sind. Interne und externe Berater unterstützen das Projektteam bei der Vorgangsanalyse und erarbeiten Lösungsvorschläge für ein Implementationskonzept. Die Unterstützung geht über die Schulung und den Einsatz hinaus bis zur Auswertung der Pilotinstallation durch eine Kosten-Nutzen-Analyse.