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30.04.1981 - 

Performance-Spezialist wertet Felderfahrungen aus:

Tool hilft Equipment managen

MÜNCHEN (je) - Ausreichend soll die Rechnerkapazität sein, mit der ein Anwender seine Datenverarbeitung abwickelt. Nicht zu groß, aber auch nicht zu knapp dimensioniert. Dieser selbstverständlich klingenden Forderung zu entsprechen, war in praxi bisher nicht leicht, meint Michael Weintraub. Weintraub, der sich als Performance-Spezialist bezeichnet, will hier Abhilfe schaffen. Er hat seit kurzem von München aus den Vertrieb der Kapazitätsmanagement-Tools der amerikanischen BGS Systems Inc. aufgenommen.

Er habe den Schritt in die für ihn ungewohnte Vertriebswelt aus Überzeugung getan, erläutert Weintraub. Leistungsfähigkeit und Grenzen der BGS-Tools habe er eingehend studieren können, als er von seinem ehemaligen Arbeitgeber mbp, Dortmund, im Hause Siemens eingesetzt war, um dort die Fujitsu-Großrechner auf Herz und Nieren zu prüfen. Die dabei gesammelten guten Erfahrungen hätten ihn bewogen, die BGS-Produkte auch anderen Anwendern auf dem deutschen Markt zugänglich zu machen. BGS-Kunde in Deutschland war bislang nur die Lufthansa, die ihr DV-Equipment seit einiger Zeit mit Hilfe des BGS-Paket "Best/1" auf den richtigen Umfang hin berechnet. Weintraub bezeichnet es als seine einmalige Chance, auf einem so gut wie "unbeackerten" Markt ein Sortiment anbieten zu können, das ausgezeichnete Leistungsmerkmale aufweise und weltweit konkurrenzlos sei.

Vernünftige Fragestellung

Es fällt ihm daher auch nicht schwer, auf die Grenzen der BGS-Tools zu sprechen zu kommen. Sie bestehen - so Weintraub - schlicht darin, daß "vernünftige" Ergebnisse nur dann zu erwarten sind, wenn der Anwender sich über die Implikationen seiner Frage- und Aufgabenstellungen stets klar bleibt. Unrealistische oder unsinnige Anforderungen an die Tools hätten auch nur entsprechende Ergebnisse zur Folge.

Das BGS-Sortiment umfaßt Best/1, ein Leistungsmodellierungspaket, Capture/MVS, das aus MVS SMF/ RMF/IPS etc. automatisch Modelleingaben für Best/1 generiert und CrystaI, ein vor kurzem angekündigtes Package, das die Performance von Systemen berechnet, die sich noch in Entwicklung befinden. Best/1 ist ein interaktives Werkzeug.

Es nimmt als Eingabe an

* die Beschreibung bestimmter Lasten,

* die der Zeiten, die die einzelnen Lasten in E/A-Einheiten oder in der CPU verbringen,

* die der E/A-Pfade.

Best/1 erstellt auf dieser Basis Benchte beispielsweise über Anwortzeiten/Durchsatz, Transaktionsprofile oder Warteschlangen.

Fehlentscheide vermeiden

Schleifenanrufe - etwa zur Vornahme einer Lastenerhöhung, bis eine vom Anwender vorgegebene Antwortzeitenschwelle erreicht wird - sind in der Best/1-Sprache vorgesehen. In einer OS/VS-Umgebung kostet die Best/1-lnstallation 21 500 Dollar (mit Mengenrabatten und der üblichen 20-Prozent-Wartungsregelung).

Die gleiche Wartungsregelung und ein Preis von 9500 Dollar plus 1000 Dollar für jede weitere CPU gilt für Capture/MVS. Capture/MVS ist primär als Hilfe für den MVS-Best/1-Benutzer gedacht.

Aus SMF/RMF/IPS sowie Anwender-definierten Parametern baut dieses Tool ein Input-Modell für Best/1 und liefert darüber hinaus verschiedene Benchte über "Captureratos" (das sind für die volle Leistungsverrechnung notwendige Konstanten für CPU-Overheadverteilung auf einzelne Workloads), ferner Berichte über beispielsweise - Transaktionsprofile und die Belastung der Hardware-Komponenten durch die einzelnen Workloads.

Das von BGS kürzlich herausgebrachte Crystal ist ein Werkzeug für die Systemanalyse. Aus Beschreibungen von Hardware, Programmen und Dateien wird ein Best/1-Modell generiert und Best/1-intern angerufen. Dies gibt dem Anwender die Möglichkeit, die Performance noch nicht vorhandener existierender Systeme auszuwerten und bestimmte Design-Strategien von vornherein zu verwerfen.

Nach Darstellung von Weintraub sind die drei Tools wegen ihrer Dialogorientierung besonders für die schnelle Beantwortung von "what-if"-Fragen geeignet. Einsatzbereiche sind in der Hauptsache

* Entscheidungshilfen bei der Beschaffung neuer Hardware,

* Berechnung des Einflußes wachsender Systembelastung sowie die

* Ermittlung von Tuning-Strategien.

Die Zahl der BGS-Installationen in den USA liegt bei über 150.