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05.10.2010

TOP DE: Conergy-Chef Ammer geht - Fragezeichen bleiben

Von Martin Rapp DOW JONES NEWSWIRES

Von Martin Rapp DOW JONES NEWSWIRES

HAMBURG (Dow Jones)--An seinem mit hoher Wahrscheinlichkeit letzten Arbeitstag als Conergy-Vorstandsvorsitzender hat Dieter Ammer erneut die operativen Fortschritte des Solarunternehmens gelobt. Die meisten Fragen der Anteilseigner auf der jährlichen Hauptversammlung in Hamburg drehten sich jedoch um die noch ausstehende Lösung der Finanzierungsfrage. Dieses Thema wie auch die Nachfolgefrage wird Ammer entgegen ursprünglicher Absicht auch noch als Aufsichtsrat verfolgen.

Der frühere Chef der Brauerei Beck's und des Kaffeeherstellers Tchibo war Ende 2007 an die Spitze der Hamburger Conergy AG gerückt. Das Unternehmen hatte sich im Streben nach Wachstum vergaloppiert. Heute sagt Ammer dazu, Conergy habe damals vor einem Desaster gestanden.

"Wir sind operativ über den Berg", sagte der scheidende Manager zur aktuellen Geschäftslage mit Blick auf drei profitable Quartale in Folge. Bis dahin war es ein harter Weg: Rund die Hälfte der Beschäftigten musste das Unternehmen verlassen, Geschäftsbereiche wurden aufgelöst und dem Siliziumlieferanten MEMC drohte Conergy mit einem Gerichtsverfahren in den USA, bis der langfristige Vertrag endlich geändert wurde.

Seit Ende vergangenen Jahres arbeitet Conergy operativ mit Gewinn. Im zweiten Quartal 2010 stand sogar unter dem Strich eine schwarze Zahl. Wenn es nach Ammer geht, soll sich das fortsetzen. Er bekräftigte die Prognose eines Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 30 Mio bis 40 Mio EUR in diesem Jahr.

Für das Jahr 2011 prognostizierte Ammer erneut ein weiter steigendes Ergebnis. Grundlage hierfür sei die Annahme eines weltweiten Marktwachstums und konstanter Wechselkurse. Auf Deutschland setzt Conergy dabei immer weniger. Der Markt werde im kommenden Jahr auf ein Volumen von 4 Gigawatt (GW) einbrechen und auch 2012 nicht wachsen, prophezeite Ammer unter Verweis auf die Kürzung der Solarförderung. Erst für 2013 erwartet er demnach wieder einen Anstieg. In diesem Jahr werden laut Ammer Anlagen mit bis zu 7 GW in Deutschland installiert.

Voraussetzung für ein Partizipieren Conergys an der Marktentwicklung ist die Lösung der Finanzierungsfrage. Ende Juli wurde von den Banken nur ein kurzfristiger Aufschub gewährt mit der Vorgabe, ein Gutachten über die Kapitalisierung des Unternehmens zu erstellen, worin dann auch konkrete Vorschläge für eine Verbesserung der Bilanzstruktur enthalten sein sollen. Momentan liegt die Eigenkapitalquote von Conergy bei gut 15%. Laut Ammer soll das Gutachten spätestens im November vorliegen.

Alles andere als die Feststellung von Kapitalbedarf wäre dabei überraschend. Auch Ammer wiederholte vor den Aktionären, dass das Unternehmen zur Verbesserung der Bilanzstruktur alle Optionen prüfe. Dabei reden nach heutigem Stand nun auch zwei Hedgefonds mit, die nach Informationen des Vorstands in den Gläubigerkreis vorgestoßen sind.

Trotz der hohen Zahl an Gläubigern - die verlängerten Darlehen werden von knapp 20 Instituten gestellt - ist Ammer optimistisch. "Wir halten eine Insolvenz des Unternehmens für unwahrscheinlich", erklärte er auf eine entsprechende Frage eines Aktionärs. An den weiteren Verhandlungen dürfte Ammer beteiligt sein: Zum einen hält er 3,8% an dem Unternehmen und wäre im Fall einer erwogenen Kapitalerhöhung gefragt.

Zum anderen hat er sich für die Wahl in den Aufsichtsrat beworben. Wegen der großen Stimmrechtsanteile von Commerzbank (knapp 30%), der Hexal-Gründer Strüngmann (15%) und Ammer selbst dürfte eine Mehrheit dafür nicht in Gefahr sein. Dann rücken der neue Finanzvorstand Sebastian Biedenkopf und der Vertriebsvorstand Andreas Wilsdorf an die Spitze von Conergy, bis auf weiteres zumindest. Ein neuer Vorstandsvorsitzender ist bislang noch nicht gefunden. Im Aufsichtsrat wird Ammer mit dafür sorgen.

Webseite: www.conergy-group.com -Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 13 87 214, martin.rapp@dowjones.com DJG/mmr/has

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